Politik

Keine "Ausnahmesituation" Merz lehnt CSU-Kanzlerkandidaten ab

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Friedrich Merz will CDU-Chef werden - und damit offenbar auch Kanzlerkandidat.

(Foto: dpa)

Der Kampf um den Vorsitz der CDU ist noch nicht entschieden. Eins aber stellt Kandidat Friedrich Merz schon mal klar: Er ist gegen die Kanzlerkandidatur eines CSU-Politikers. Frühere Fälle seien "Ausnahmesituationen" gewesen, die es derzeit aber nicht gebe.

Der Bewerber um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, hat sich gegen einen CSU-Kanzlerkandidaten der Union ausgesprochen. In den Jahren 1980 und 2002 sei die Union mit einem CSU-Politiker in die Bundestagswahl gezogen, weil dies eine Mehrheit in der CDU gewollt habe, sagte Merz in Hildesheim auf einer Veranstaltung der Jungen Union Niedersachsen.

Er beschrieb dies aber als Ausnahmesituation, weil sich die CDU damals nicht zugetraut habe, selbst den Kanzlerkandidaten zu stellen. "Ganz offen gestanden: Ich sehe eine solche Lage für das Jahr 2020 nicht", betonte Merz, der Anfang Dezember bei der Wahl des CDU-Chefs gegen den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet und den Außenpolitiker Norbert Röttgen antritt.

Merz erhielt für diese Bemerkung Applaus der JU-Delegierten. Es bleibe dabei, dass der neue CDU-Vorsitzende dann mit dem CSU-Chef abspreche, wer bei der Wahl für die Union antrete, sagte Merz. Er habe "großen Respekt" für die CSU, und die Kombination der Schwesterparteien sichere der Union die Möglichkeit, ein sehr breites Wählerspektrum abzudecken. Es gebe in Niedersachsen viele Wähler, die "zähneknirschend" CDU wählten, weil es die CSU in Bayern gebe. "Aber es gibt genauso viele CSU-Wähler in Bayern, die wählen zähneknirschend die CSU, weil es die CDU im Rest der Republik gibt", fügte Merz hinzu.

Diesen "Schatz" des gemeinsamen Antretens müsse sich die Union erhalten." Hintergrund ist die Debatte, ob eventuell auch CSU-Chef Markus Söder Unions-Kanzlerkandidat werden könnte, weil er in Umfragen vor den drei Bewerbern um den CDU-Vorsitz liegt. Söder hatte zuletzt mehrfach betont, dass sein Platz in Bayern sei. Dennoch gibt es immer wieder Spekulationen, er könne eine Kanzlerkandidatur der Union anstreben.

Quelle: ntv.de, mli/rts