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Moskau rüstet Assad auf Paris verteidigt sich in Syrien gegen IS

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Bislang attackierte Frankreich den IS nur im Irak (hier eine Rafale)

picture alliance / dpa

Frankreich ist Teil der Koalition gegen den Islamischen Staat. Nun sollen die Luftschläge auch auf Syrien ausgeweitet werden. Präsident Hollande begründet dies auch mit direkten Gefahren für das eigene Land.

Frankreich bereitet im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) mögliche Luftangriffe auch in Syrien vor. Staatschef François Hollande sagte, er habe Aufklärungsflüge über syrischem Gebiet angeordnet, um dort "Angriffe gegen den IS" zu ermöglichen. Französische Bodentruppen in dem Land schloss Hollande aus. Frankreich fliegt bereits seit einem Jahr Luftangriffe gegen den IS im Irak.

"Ich habe den Verteidigungsminister angeordnet, dass ab morgen Aufklärungsflüge über Syrien geflogen werden können", sagte Hollande. "Sie werden es ermöglichen, Luftangriffe gegen den IS in Betracht zu ziehen, und bewahren unsere Unabhängigkeit zu entscheiden und zu handeln." Hollande betonte: "Wir werden bereit sein, Angriffe zu fliegen."

"Aus Syrien werden Angriffe organisiert"

Frankreich hatte sich vor einem Jahr den US-geführten Luftangriffen gegen den IS im Irak angeschlossen, ein solches Vorgehen in Syrien aber zunächst ausgeschlossen. Es gehe nun darum, "den Gefahren für unser Land entgegenzutreten", sagte Hollande. "Von Syrien aus, dafür haben wir Beweise, werden Angriffe gegen mehrere Länder organisiert, auch gegen unser Land."

Der Islamische Staat sei mit seinen "Massakern" zudem für die Flucht "Tausender Familien" aus Syrien und dem Irak verantwortlich. "Wir wollen wissen, was in Syrien gegen uns vorbereitet und was gegen die syrische Bevölkerung unternommen wird", sagte Hollande.

Einen Einsatz von Bodentruppen in Syrien schloss Frankreichs Staatschef aus. Dies wäre "inkonsequent und unrealistisch": "Unrealistisch, weil wir die einzigen wären, inkonsequent, weil es bedeuten würde, einen Einsatz in eine Besatzungstruppe umzuwandeln." Auch für den Irak hat Frankreich Bodentruppen ausgeschlossen.

Der französische Präsident forderte erneut einen Abgang des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und betonte, für eine Lösung des Konflikts müsse mit allen wichtigen Staaten gesprochen werden, auch mit Russland und dem Iran.

Moskau: "Kein Geheimnis"

Russland verteidigte indes seine Rüstungslieferungen nach Syrien.Aus Moskau hieß es, dass man nie einen Hehl aus den Lieferungen von Militärmaterial für den Kampf gegen den Terrorismus gemacht habe. Außenminister Sergej Lawrow habe seinem US-Kollegen John Kerry in einem Telefonat auch mitgeteilt, dass es "voreilig" sei, von einer Beteiligung Russlands an den militärischen Operationen in Syrien zu sprechen, zitierte die Nachrichtenagentur RIA Novosti eine Ministerumssprecherin.

In US-Regierungskreisen hatte es am Wochenende geheißen, die USA hätten besorgniserregende Vorbereitungen für einen russischen Militäreinsatz in Syrien entdeckt. So seien Wohncontainer für Hunderte Menschen an einem syrischen Flugplatz aufgestellt worden. Dies könne darauf hinweisen, dass Russland die Verlegung von schwerem Militärmaterial dorthin vorbereite.

Helikopter-Lieferung noch offen

Die libanesische Zeitung "As-Safir" berichtete unter Berufung auf syrische Informanten, russische Militärexperten hätten in den vergangenen Wochen Fliegerhorste in Syrien inspiziert und an der Erweiterung von Startbahnen vor allem im Norden des Landes gearbeitet.

Die Rolle der russischen Truppen habe sich damit aber nicht grundlegend verändert. Die Soldaten seien weiter als Experten, Berater und Ausbilder vor Ort. Bisher habe die Führung in Moskau auch nicht der Lieferung von Kampfhubschraubern an das syrische Militär zugestimmt. Die syrische Regierung habe um 20 Helikopter des Typs Mi-28 gebeten.

Russland ist einer der wichtigsten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Dessen Truppen haben die Kontrolle über den Norden des Landes inzwischen praktisch komplett an Rebellengruppen wie den Islamischer Staat verloren.

Quelle: n-tv.de, jwu/AFP/rts

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