Politik

Was US-Truppen in Syrien tun Pentagon-Aussage straft Trump Lügen

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Trump besuchte die US-Truppen an Weihanchten 2018 im Irak - auch dort kämpften sie gegen den IS.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit der Wahrheit nahm es US-Präsident Trump während seiner Amtszeit nie so genau. Eine seiner Aussagen von 2019 widerlegt jetzt das Verteidigungsministerium. Demnach sind die US-Truppen in Syrien anders als behauptet nicht mit dem Schutz der Öl-Quellen beauftragt gewesen.

Entgegen den Angaben des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump sollen US-Soldaten in Syrien vor allem die Überbleibsel der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekämpfen und nicht Öl-Quellen schützen. Die Soldaten seien "nicht autorisiert, Unterstützung für private Firmen zu leisten", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington. Trump hatte die US-Truppen in Syrien 2019 nach dem Zusammenbruch des IS-"Kalifats" drastisch reduziert und nur eine kleine Truppe zurückgelassen, um das Öl zu "schützen".

Wenn sich US-Truppen dauerhaft in der Nähe von Öl-Feldern aufhielten, sei dies im Einzelfall mit dem Schutz von Zivilisten zu erklären, sagte der Pentagon-Sprecher. "Unsere Mission dort ist, die dauerhafte Niederlage des IS zu garantieren."

Die Öl-Quellen in Syrien befinden sich hauptsächlich im Nordosten des Landes, der von den mit den USA verbündeten SDF (Syrische Demokratische Kräfte) kontrolliert wird. Bei den SDF handelt es sich um eine kurdisch dominierte Miliz, der es in den vergangenen Jahren gelungen war, mit Unterstützung der internationalen Militärkoalition vom IS kontrollierte Gebiete in Syrien zurückzuerobern.

US-Behörden hatten 2019 argumentiert, die US-Soldaten würden verhindern, dass das Öl Extremisten in die Hände falle. Im vergangenen Jahr unterschrieb die bis dahin unbekannte US-Öl-Firma Delta Crescent Energy einen Vertrag zur Ölförderung mit den Kurden. In Medien war zudem immer wieder der Vorwurf aufgekommen, der wahre Grund für den US-Einsatz im Nahen Osten sei das Öl.

Gerade erst wieder schwerer Anschlag

Die Dschihadisten hatten vor rund zwei Jahren ihre letzte Hochburg im Osten des Bürgerkriegslandes verloren. Zellen des IS sind in Syrien und auch im Nachbarland Irak jedoch weiterhin aktiv. Ende Dezember starben bei einem IS-Angriff auf einen Bus im Osten Syriens staatlichen Medien zufolge mindestens 25 Menschen. Die Extremisten reklamierten im Januar auch einen der schwersten Terrorangriffe seit Jahren in Iraks Hauptstadt Bagdad für sich.

Am Montag meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erneut einen blutigen Anschlag. Bei einem Hinterhalt im Osten Syriens wurden dabei mindestens 26 syrische Soldaten und Kämpfer verbündeter Milizen getötet. Die Extremisten hätten in dem Wüstengebiet um die Stadt Al-Majadin einen Konvoi der Regierungskräfte angegriffen. Demnach wurden bei dem anschließenden Feuergefecht auch elf IS-Anhänger getötet.

Die EU will bei einer Geber-Konferenz erneut Hilfen für das Bürgerkriegsland Syrien sammeln. Bei der Online-Veranstaltung am 29. und 30. März soll Geld für die notleidende Zivilbevölkerung und die Syrien-Flüchtlinge in benachbarten Ländern zusammenkommen, wie der Auswärtige Dienst der EU am Montag ankündigte.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/AFP

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