Politik

"Gamechanger in diesem Krieg" Pistorius: Erste Leopard-Panzer in drei Monaten in Ukraine

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Deutschland sei trotz der Panzer-Lieferungen keine Kriegspartei, stellte Verteidigungsminister Pistorius zugleich klar.

(Foto: picture alliance / empics)

Nach langem Zögern liefert Deutschland der Ukraine nun doch Leopard-Kampfpanzer. Die ersten Einheiten könnten in drei Monaten in der Ukraine eintreffen, wie Verteidigungsminister Pistorius nun sagt. Mit der Ausbildung ukrainischer Soldaten soll außerdem zeitnah begonnen werden.

Deutschland kann der Ukraine nach Einschätzung von Verteidigungsminister Boris Pistorius in etwa drei Monaten die ersten Leopard-Kampfpanzer zur Verfügung stellen. Die Bundeswehr werde nun "sehr schnell" mit der Ausbildung ukrainischer Soldatinnen und Soldaten an dem Panzer sowie mit der Klärung der Nachschubwege beginnen, sagte Pistorius nach einer Sitzung des Bundestags-Verteidigungsausschusses in Berlin. Pistorius bezeichnete die Entscheidung zur Lieferung der Kampfpanzer als "historisch, weil sie international abgestimmt geschieht, und weil sie in einer höchst brisanten Lage in der Ukraine geschieht".

Pistorius sagte, er werde sehr kurzfristig Gespräche mit der Rüstungsindustrie aufnehmen. Dabei werde es nicht nur um Leopard-Panzer gehen, sondern auch um die Frage, wie man zu verlässlicheren, schnelleren Nachschub-Wegen kommen könne. Das werde die Herausforderung der nächsten Jahre sein.

Der österreichische Oberst Markus Reisner hatte ntv.de dazu gesagt, das Ziel der Ausbildung bestimme auch die Dauer. "Streben die Ukrainer an, die Soldaten nur in die Lage zu versetzen, den Leopard als Einzelschütze 'bedienen' zu können, dann können wenige Wochen reichen. Schließlich beginnt die Besatzung ja nicht bei null, sondern die Soldaten haben bereits sowjetische Systeme genutzt". Sie müssten sich also vor allem in die Besonderheiten des Leopard einarbeiten. Die Ausbildung dauere aber länger, Reisner zufolge acht bis zwölf Wochen, wenn auch der Einsatz im Verbund mit anderen Waffensystemen geübt werde. Erst dann lerne man die Stärken und Schwächen eines Systems richtig kennen.

Panzerlieferungen "kein Grund zum Jubeln"

Pistorius bezeichnete den Leopard 2 als einen wichtigen 'Gamechanger möglicherweise in diesem Krieg oder in dieser Kriegsphase." In einem ersten Schritt werde Deutschland relativ neue Leopard-Panzer aus den Beständen der Bundeswehr zur Verfügung stellen, um damit zusammen mit Partnern ein erstes Bataillon an die Ukraine liefern zu können. In einem zweiten Schritt solle dann ein zweites Bataillon aus älteren Leopard-Panzern gebildet werden. Dies werde "etwas länger dauern", sagte Pistorius. "Ziel ist, so schnell wie möglich liefern zu können", sagte der Minister. Pistorius kündigte zugleich weitere Gespräche mit den Partnern über die geplanten Lieferungen an. Ein Bataillion umfasst je nach Definition mehrere Dutzend Panzer, im Regelfall 44 Stück. Deutschland hatte angekündigt eine Kompanie, bestehend aus 14 Leopard-2-A6, zu liefern.

Als andere Lieferländer benannte Pistorius Polen, Kanada, Spanien und Portugal. Zudem stellte er Gespräche mit der Rüstungsindustrie in Aussicht, in denen es um "schnelleren Nachschub" gehen solle. "Das wird die Herausforderung der nächsten Jahre sein", fügte er hinzu. Der Minister stellte zugleich klar: "Kriegspartei werden wir nicht." Die Lieferung der Kampfpanzer sei "kein Grund zum Jubeln, auch wenn einige das möglicherweise tun wollen". Er fügte hinzu: "Niemals kann eine Entscheidung über solche Dinge eine hoch erfreuliche sein - sie ist eine notwendige."

Quelle: ntv.de, lar/AFP/rts

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