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Verfassungsschützer befördert Seehofer beruft Maaßen zum Staatssekretär

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Er muss seinen Posten als Verfassungsschutzpräsident räumen: Hans-Georg Maaßen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der in die Kritik geratene Verfassungsschutzpräsident Maaßen muss seinen Posten nach tagelangem Hin und Her nun doch räumen. Ein Ende seiner Beamtenlaufbahn bedeutet dies aber nicht. Seehofer holt ihn zu sich ins Innenministerium.

Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen muss nach seinen umstrittenen Äußerungen zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz seinen Posten räumen. Er wechselt als Staatssekretär ins Bundesinnenministerium, wie die Bundesregierung nach einem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel mit Innenminister Horst Seehofer sowie SPD-Chefin Andrea Nahles mitteilte.

Wer Maaßen als Verfassungsschutz-Chef folgen soll, soll am Mittwoch bekannt gegeben werden. In Unionskreisen hieß es, der aktuelle Staatssekretär Hans-Georg Engelke im Bundesinnenministerium sei Anfang der Woche als neuer Chef des Verfassungsschutzes im Gespräch gewesen.

Im Innenministerium soll Maaßen der Mitteilung zufolge nicht für die Aufsicht über das Bundesamt für Verfassungsschutz zuständig sein, obwohl Innenminister Seehofer "seine Kompetenz in Fragen der öffentlichen Sicherheit" schätze. Für Maaßen stellt der Wechsel sogar eine Beförderung in eine höhere Besoldungsgruppe dar: von gut 11.500 Euro pro Monat in B9 auf rund 14.150 Euro in B11

"Einzelheiten zu den jeweiligen Zuständigkeiten im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat wird Bundesinnenminister Horst Seehofer morgen im Laufe des Tages der Öffentlichkeit vorstellen", hieß es weiter. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll Maaßen in seiner neuen Tätigkeit für Innere Sicherheit und Cybersicherheit verantwortlich sein.

Koalitionsbruch wird vermieden

Auslöser der Debatte war unter anderem eine Äußerung Maaßens, ihm lägen "keine belastbaren Informationen" vor, dass es in Chemnitz Hetzjagden auf Ausländer gegeben habe - vielmehr sprächen "gute Gründe" dafür, dass es sich bei einem entsprechenden Video "um eine gezielte Falschinformation handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken".

In Chemnitz war am 26. August ein Deutscher erstochen worden. Des Totschlags tatverdächtig sind Asylbewerber. Einer von ihnen wurde inzwischen allerdings wieder freigelassen. Nach der Tat hatte es Demonstrationen von Rechtsgerichteten, Neonazis, Gegnern der Flüchtlingspolitik sowie Gegenproteste gegeben. Die SPD pochte vehement auf Maaßens Ablösung - vor allem weil sie ihm nicht mehr zutraute, die Demokratie energisch genug gegen rechte Attacken zu schützen. Ohne Ablösung hätte ein Koalitionsbruch gedroht.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa

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