Politik

Ricarda Lang im "ntv Frühstart" Siemens-Geschäft in Australien ist "absurd"

Siemens will eine Signalanlage für eine australische Kohlemine liefern. Angesichts der Brände in dem Land "absurd", findet Vize-Parteichefin Ricarda Lang im "ntv Frühstart". Sie erwarte einen Verzicht auf das Geschäft.

Vor den Protesten gegen Siemens wegen der Lieferung einer Signalanlage für eine australische Kohlemine hat die stellvertretende Grünen-Chefin Ricarda Lang das Geschäft als "absurd" bezeichnet und eine Einstellung der Lieferung gefordert. "Die ganze Welt spricht über die Brände in Australien. Hunderttausende Tiere sterben. Die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen wird zerstört. Und gleichzeitig wird dort ein Kohlekraftwerk, ein riesiger Klimakiller gebaut", sagte sie im "ntv Frühstart". "Ich erwarte, dass Siemens die Lieferungen einstellt und die Unterstützung für das Projekt zurückzieht."

Heute will die Klimaschutzbewegung Fridays for Future vor Büros des Unternehmens in mehreren deutschen Städten protestieren - unter anderem ab 12 Uhr vor der Konzernzentrale in München. Zudem treffen sich Siemens-Chef Joe Kaeser und Luisa Neubauer, Aktivistin bei Fridays for Future. Hintergrund ist ein Auftrag zur Lieferung einer Zugsignalanlage für eine geplante Kohlemine in Australien, den Siemens erhalten hat. Die Entscheidung könnte noch in dieser Woche fallen, wie aus dem Unternehmensumfeld zu hören ist. Demzufolge hat das Geschäft ein Volumen von rund 20 Millionen Euro.

Über die Protestbewegung Fridays for Future sagte Lang weiter, sie habe zwar mehr Aufmerksamkeit für das Thema Klimaschutz gebracht. Einen Politikwechsel habe die Bewegung jedoch nicht erzeugen können. "Lange war es die Strategie, die Aufmerksamkeit hochzuziehen. Das ist gut gelungen", sagte sie ntv. "Wir haben aber leider auch, wenn man sich das vermeintliche Klimapaketchen der Bundesregierung anschaut, gesehen, dass eine Aufmerksamkeitssteigerung nicht unbedingt zum Politikwechsel führt." Die Parteien der Großen Koalition seien "nicht willens, echten Klimaschutz durchzusetzen". Lang stritt zwar ab, dass die Fridays-for-Future-Proteste in einer Krise seien. Sie sagte aber: "Ich glaube, es wird die Frage sein, was jetzt 2020 passiert."

Quelle: ntv.de, bdk