Politik

Laschet-Votum bremst ihn nicht Söder fordert mehr Zeit

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Aus seiner Sicht ist das Rennen um die Kanzlerkandidatur noch nicht vorbei: CSU-Parteichef Markus Söder

(Foto: dpa)

Personen spielten "eine zentrale Rolle", sagt CSU-Chef Söder und macht klar, dass der Kampf um die Kanzlerkandidatur für ihn gerade erst begonnen hat. Am Dienstag will er in der Unionsfraktion auftreten.

CSU-Chef Markus Söder ist nicht bereit, auf die Kanzlerkandidatur der Union zu verzichten. Im Anschluss an eine Sitzung des CSU-Präsidiums forderte er, die Stimmung in der Bevölkerung zu berücksichtigen. "Noch nie ist die Union in so kurzer Zeit in Umfragen in der Wählergunst gesunken", so der bayerische Ministerpräsident. Umfragen seien "ein deutlicher Hinweis darauf, was die Bevölkerung denkt, und wir können uns hier nicht abkoppeln von der Mehrheit der Menschen in unserem Land".

Das CSU-Präsidium stellte sich nach den Worten von CSU-Generalsekretär Markus Blume einhellig hinter die von Söder angestrebte Kanzlerkandidatur. Heute sei nicht der Tag der Entscheidung, sondern "der Beginn der Beratungen", sagte Blume nach der Sitzung. Eine Mitgliederbefragung, wie sie kurz zuvor die bayerische CSU-Landtagsfraktion gefordert hatte, sei aber nicht die Position des Partei-Präsidiums. "Das wäre auch aus der Sicht der Bevölkerung ein uns überfordernder Prozess", sagte auch Söder dazu.

Am Vormittag hatten sich die Führungsgremien der CDU hinter die Ambitionen von CDU-Chef Armin Laschet gestellt. Doch dieses Votum bremst den bayerischen Konkurrenten nicht. Der Rückhalt der Parteigremien sei nicht überraschend, sagte Söder. Es habe aber in der Vergangenheit auch schon einstimmige Nominierungen von Kanzlerkandidaten gegeben, die dann trotzdem die Wahl verloren hätten. Man müsse "breiter in die Partei hineinhorchen". Es dürften nicht lediglich zehn, zwanzig oder dreißig Parteivertreter allein entscheiden - Wahlen könnten nur mit "breiter Basis" gewonnen werden.

Personen müssen Parteien ziehen

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"Zwei, drei Prozent können für viele Abgeordnete der Union bedeuten, dass sie nicht mehr im Deutschen Bundestag sind", sagte Söder mit Blick auf ein möglicherweise schlechteres Wahlergebnis beim Urnengang im September. Deswegen sei es wichtig, diese Stimmen zu hören und sie auch einzubringen. Er kündigte an, am Dienstag in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion auftreten zu wollen.

"Es ist jetzt unsere Aufgabe an der Stelle, nicht nur einfach zu glauben, dass wir regieren wollen, weil wir schon immer regiert haben, sondern weil wir was anzubieten haben - in der Sache wie in den Personen", so Söder weiter. Personen spielten nun mal eine zentrale Rolle, das sei auch bei den jüngsten Landtagswahlen deutlich geworden. "Heute ist es so, dass auch da nicht die Parteien die Personen ziehen, sondern umgekehrt die Personen die Parteien." Nun soll in einer "Verhandlungsdelegation" von CDU und CSU über den Kanzlerkandidaten beraten werden.

Quelle: ntv.de, fni/AFP/rts

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