Politik

Attacke auf OB-Kandidatin Täter gibt Fremdenhass als Motiv an

Ein Mann attackiert die Kölner OB-Kandidatin Reker mit Messern und verletzt die von CDU, Grünen und FDP unterstützte Politikerin dabei schwer. Der 44-Jährige ist geständig. Er räumt ein, dass er aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt hat.

Auf die parteilose Kölner Oberbürgermeisterkandidatin Henriette Reker ist ein Anschlag verübt worden. Die 58-Jährige wurde am Morgen bei einer Wahlkampfveranstaltung auf einem Wochenmarkt im Stadtteil Braunsfeld von einem Mann mit zwei Messern angegriffen. Dabei wurden die Politikerin selbst sowie vier weitere Personen verletzt.

Der Angreifer wurde festgenommen. Es handelt sich laut Polizei um einen 44-Jährigen. Er wird derzeit vernommen. Bei einer Pressekonferenz erklärte Norbert Wagner von der Kölner Polizei, der die Ermittlungen leitet: "Der Täter hat gesagt, dass er aus fremdenfeindlichen Motiven gehandelt hat." Er habe in der Vernehmung davon gesprochen, dass "die Ausländer" ihn zu der Tat bewogen hätten. Die Kölner Polizei hat bisher keine Hinweise darauf, dass weitere Personen an der Tat beteiligt waren.

20 Zentimeter lange Klinge

Nach Darstellung des Blattes wurde Reker von einer 20 Zentimeter langen Klinge am Hals getroffen und an der Luftröhre verletzt. Der Kölner CDU-Vorsitzende Bernd Petelkau, der Augenzeuge des Angriffs war, sagte der "Rheinischen Post" hingegen, der Angreifer habe Reker mit einem Messer in den Bauch gestochen.

Reker wurde in die Uniklinik in Köln gebracht und operiert. Der "Kölner Stadtanzeiger" berichtet, ihre Verletzungen seien "schwer". Nach Darstellung der Polizei sei Reker weiter in einem kritischen Zustand. "Aktuell ist sie stabil, aber nicht über den Berg", sagte der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers.

"Ich war total schockiert"

Beim Deutschlandtag der Jungen Union in Hamburg löste die Nachricht Bestürzung aus. JU-Chef Paul Ziemiak hatte die Teilnehmer des Treffens am Morgen um 9.30 Uhr informiert. "Ich habe heute Morgen eine Whatsapp-Nachricht bekommen und war total schockiert", sagte Christoph Klausing, JU-Kreisvorsitzender in Köln, der Reker gut kennt. "Ich musste erst mal schauen, ob das wirklich stimmt, und habe danach sofort mit meinen Freunden von der Jungen Union telefoniert. Ich wollte wissen, wie es ihnen geht. Jetzt warten wir auf Informationen, ob es allen gut geht."

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Erste Reaktion am Tatort: Keine Macht dem Hass!

(Foto: dpa)

Ein für heute geplanter Wahlkampfstand in der Kölner Fußgängerzone sei abgesagt worden, so Klausing. "Wir wollen nun uns treffen und über die schockierenden Nachrichten gemeinsam sprechen."

Rekers Konkurrent, SPD-Kandidat Jochen Ott, reagierte via Facebook: Er sei zutiefst bestürzt und drücke Reker "von Herzen die Daumen". Auch er werde seinen Wahlkampf unterbrechen, "bis ich weitere Informationen über ihren Gesundheitszustand habe", schrieb Ott.

Kandidatin von CDU, Grünen und FDP

Bei der Wahl ist Reker eine aussichtsreiche Kandidatin. Die Parteilose wird von CDU, Grünen und der FDP unterstützt. Reker ist derzeit Beigeordnete für Soziales, Integration und Umwelt der Stadt Köln - und damit unter anderem auch für die Unterbringung von Flüchtlingen in Köln verantwortlich.

Erneut verschoben wird die Wahl nicht: Eine Stadtsprecherin sagte, laut Wahlrecht könne eine Wahl nur beim Tod eines Kandidaten abgesagt werden. Die ursprünglich für den 13. September geplante Wahl war wegen fehlerhafter Stimmzettel bereits um fünf Wochen verschoben worden.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft twitterte: "Das ist ein Angriff auf uns alle." Sie hoffe und bange mit den Verletzten. Ähnlich äußerten sich der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Armin Laschet und der Grünen-Chef von NRW, Sven Lehmann.

Quelle: ntv.de, jog/hvo/bdk/dpa/AFP

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