Politik

Weil sie sich ihm widersetzen Trump will wohl FBI- und CIA-Chefs feuern

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FBI-Direktor Christopher Wray (3. v.r.) steht offenbar ganz oben auf Trumps Abschussliste.

(Foto: imago images/MediaPunch)

Sollte Trump die US-Wahl gewinnen, liegt offenbar schon eine hochkarätige Abschussliste bereit. Einem Bericht zufolge plant der Präsident, gegen die Chefs von FBI, CIA und Pentagon durchzugreifen - weil diese nicht in seinem Sinne ermitteln.

US-Präsident Donald Trump plant einem Bericht zufolge, im Falle eines Wahlsieges die Chefs gleich mehrerer Sicherheitsbehörden zu entlassen. Das Portal Axios berichtet unter Berufung auf zwei Quellen aus dem Weißen Haus, Trump wolle unmittelbar nach der Wahl FBI-Direktor Christopher Wray ersetzen. Außerdem stünden CIA-Chefin Gina Haspel und Verteidigungsminister Mark Esper ganz oben auf seiner "Abschussliste", auf der noch weitere hochrangige Personen vermerkt sein sollen.

Den Quellen zufolge wollte Trump Wray und Haspel schon früher feuern, habe den Schritt aber aufgrund der möglichen Konsequenzen für die anstehende Wahl aufgeschoben. Beide sollen fast vom gesamten inneren Kreis des Präsidenten "verabscheut" werden.

Hinter Trumps Bestreben, Wray auszutauschen, steht dem Bericht zufolge Trumps Zorn darüber, dass der FBI-Chef sich geweigert habe, eine offizielle Untersuchung gegen Hunter Biden, den Sohn des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden, wegen dessen Geschäften in der Ukraine einzuleiten. Außerdem soll Wray Trump erbost haben, weil er nicht mehr Personen entließ, von denen der Präsident glaubte, sie hätten ihre Macht missbraucht, um Russlands Einfluss auf Trumps Wahl 2016 zu untersuchen. Auch Wrays offener Widerspruch zu Trumps wiederholter Behauptung, es gäbe Betrug bei der Briefwahl, trug demnach zum Entlassungsplan bei.

Wer im Weg steht, fliegt nach der Wahl

Der Hauptkonflikt mit CIA-Direktorin Haspel liegt dem Bericht zufolge in ihrem Widerstand gegen die Offenlegung von Dokumenten, mit denen eine Untersuchung gegen Obama geführt werden soll. Eine andere Quelle deutete jedoch an, Haspel könne aufgrund dieses Konflikts womöglich einer Entlassung mit ihrem eigenen Rücktritt zuvorkommen, unabhängig vom Ausgang der Wahl.

Verteidigungsminister Esper soll bei Trump in Ungnade gefallen sein, weil er sich im Sommer weigerte, Soldaten auf die Straßen von US-Metropolen zu schicken, um gegen "Black Lives Matter"-Demonstranten vorzugehen. Auch Espers Versuch, sich von Trumps umstrittenem Fototermin vor einer Kirche in Washington D.C. zu distanzieren, habe Trump erzürnt. Auch Esper wolle Trump schon länger austauschen, sei davon jedoch abgehalten worden - ebenfalls wegen der nahenden Wahl.

Sollte Trump die Wahl gewinnen, geht der Bericht davon aus, er würde sich dadurch bestärkt fühlen, all jene zu entlassen, die er als Hindernis bei der Umsetzung seiner Politik betrachtet. Gleiches gelte für Personen, die ihn daran hinderten, Ermittlungen gegen von ihm als "Feinde" wahrgenommene Gegenspieler einzuleiten.

Quelle: ntv.de, mra