US-Wahl 2020

"Durch Manipulation gewonnen" Trump erkennt Bidens Sieg an - irgendwie

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Donald Trump muss bald aus dem Weißen Haus ausziehen.

(Foto: REUTERS)

Die Vorwürfe bleiben, aber die Wortwahl ändert sich: Donald Trump nennt Joe Biden erstmals "Wahlsieger". Dass der Demokrat fair gewonnen hat, kann sich der abgewählte US-Präsident aber nicht vorstellen. Dann fällt ihm auf, was er gerade gesagt hat.

Donald Trump hat Joe Biden in einem Tweet erstmals als Wahlsieger deklariert. Der abgewählte Präsident unterstellte seinem Herausforderer im gleichen Atemzug allerdings, betrogen zu haben. "Er hat gewonnen, weil die Wahl manipuliert war", schrieb Trump auf Twitter. Anschließend wiederholte Trump seine gerichtlich bereits widerlegten Vorwürfe, bei der Auszählung seien keine Wahlbeobachter zugelassen gewesen. Außerdem soll eine eingesetzte Auszählungssoftware angeblich die Ergebnisse verfälscht haben.

Trump reagierte in seinem Tweet auf einen Beitrag des konservativen TV-Senders Fox News. Ein Moderator hatte sich gewundert, wie Biden die Wahl habe gewinnen können, obwohl er eigentlich gar keinen Wahlkampf geführt habe. Joe Biden kommt nach Berechnungen von US-Medien auf 306 Wahlleute, für einen Sieg notwendig sind 270. In den USA wird der Präsident nicht direkt gewählt, sondern von einem Gremium, das dem Wahlergebnis der einzelnen Bundesstaaten folgt.

Wenige Minuten später schien Trump aufgefallen zu sein, dass er mit dem Tweet indirekt seine Wahlniederlage eingestanden haben könnte. In einem weiteren Tweet schrieb er: "WAHLMANIPULATION. WIR WERDEN GEWINNEN!" Noch einmal drei Minuten später ergänzte er, dass Biden nur in den Augen der Medien gewonnen habe. "Ich habe gar nichts eingestanden", twitterte der abgewählte Präsident. "Es liegt noch ein weiter Weg vor uns. Das war eine MANIPULIERTE WAHL!". Twitter hat alle Tweets von Trump mit Warnhinweisen versehen.

Klagen reihenweise abgewiesen

Der Milliardär glaubt offenkundig, dass ihm seine Wiederwahl gestohlen wurde. In mehreren eng umkämpften Bundesstaaten versucht er deshalb, das Auszählungsergebnis juristisch anzufechten. Erst in der Nacht zum Sonntag legte er den rechtlichen Kampf um die Wahlergebnisse in die Hand seines langjährigen Anwalts und Weggefährten Rudy Giuliani.

Bisher konnten Trumps Anwälte aber nur geringfügige Erfolge vorweisen, etwa in Pennsylvania. In den allermeisten Fällen mussten sie dagegen vor Gericht zugeben, dass es keinerlei Belege für die Vorwürfe des abgewählten Präsidenten gibt. Allein am Freitag scheiterten diverse Klagen in Pennsylvania, Michigan und Arizona. Mehrere Kanzleien haben ihre Arbeit mit der Trump-Kampagne inzwischen beendet.

Der Vorsprung von Biden gilt als so groß, dass er auch erfolgreichen Klagen standhalten könnte. Termin für den Machtwechsel ist der 20. Januar.

Quelle: ntv.de, chr