Politik

"Erhöhte Terrorgefahr" USA reduzieren Personal in Mali auf Notfallbesetzung

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Die USA reduziert aus Sicherheitsgründen ihr Personal in Mali.

(Foto: REUTERS)

In Mali ist eine Militärregierung an der Macht. Nach neuerlichen Angriffen im von dschihadistischer Gewalt erschütterten Land rufen die USA ihre Regierungsmitarbeiter auf, das Land zu verlassen. Die Botschaft geht in den Notfallbetrieb über.

Die USA haben einen Großteil ihrer Regierungsbediensteten in Mali aufgefordert, das Land zu verlassen. Das US-Außenministerium ordnete in einem aktualisierten Reisehinweis "Angestellte der US-Regierung samt Familienangehörigen, die nicht für den Notfallbetrieb benötigt werden" an, das Land zu verlassen. Es gebe eine "erhöhte Terrorgefahr", an von westlichen Staatsbürgern besuchten Orten planten "Terroristen und andere bewaffnete Gruppen" weiterhin Entführungen und Angriffe, hieß es zur Begründung.

Die US-Botschaft in Mali sei derzeit weiterhin nur begrenzt in der Lage, eigenen Staatsbürgern im Notfall Unterstützung zu leisten. Die US-Regierung erwähnte zwar keine konkreten Bedrohungen für die eigenen Bediensteten, schrieb aber von einer erhöhten Gefahr unter anderem in "Nachtclubs, Hotels, Restaurants, Gebetsstätten und diplomatischen Vertretungen".

Am Mittwoch waren bei drei Angriffen in Mali mindestens 15 Soldaten und drei Zivilisten getötet worden. Die malischen Streitkräfte hatten "Terroristen" für die Attacken verantwortlich gemacht.

Erster islamistischer Aufstand vor zehn Jahren

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Mali wird seit Jahren von dschihadistischer Gewalt erschüttert. 2012 hatte ein islamistischer Aufstand begonnen, der sich auch auf die Nachbarstaaten Burkina Faso und Niger ausweitete. In dem Konflikt wurden bereits Tausende Soldaten und Zivilisten getötet sowie zwei Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben.

Nach Militärputschen im August 2020 und im Mai 2021 haben sich zudem die Beziehungen des westafrikanischen Landes mit seinen 20 Millionen Einwohnern zu westlichen Staaten deutlich verschlechtert. Seit dem bisher letzten Putsch im Mai des Vorjahres, wird das Land von einer militärischen Übergangsregierung geführt, die enge Beziehungen zu Russland pflegen soll. Die Bundeswehr ist in Mali weiterhin an der UN-Friedensmission Minusma beteiligt. Zuletzt nahmen die Spannungen zwischen der Regierung in Bamako, der UN-Friedensmission und den teilnehmenden Staaten deutlich zu. Ägypten hat seine Beteiligung am UN-Einsatz vorerst ausgesetzt.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa

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