Politik

Größte Evakuierungsmission endet Wie die Bundeswehr mehr als 5000 Menschen rettete

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Mit ihren Transportflugzeugen vom Typ Airbus A400M flog die Bundeswehr mehr als 5300 Menschen aus Kabul aus.

(Foto: picture alliance/dpa/Bundeswehr)

Elf Tage höchster Anspannung und größter Gefahr für die Bundeswehr und einige Afghanen sind vorüber - binnen elf Tagen fliegen die Soldaten gut 5300 Menschen aus Kabul aus und retten ihnen das Leben. Die Letzten schaffen es, obwohl kurz zuvor noch Anschläge verübt werden.

Mit der Landung der letzten Bundeswehrmaschine im usbekischen Taschkent endet der größte militärische Evakuierungseinsatz der Bundesrepublik. Insgesamt brachte die Bundeswehr mit ihren Transportflugzeugen vom Typ A400M binnen elf Tagen bei 37 Flügen 5347 Menschen aus 45 Nationen in Sicherheit. Darunter waren neben etwa 500 Deutschen rund 4000 Afghanen. Unter der Führung von Brigadegeneral Jens Arlt waren bis zu 600 Einsatzkräfte beteiligt. Rund um die Uhr wurden Schutzsuchende in Sicherheit gebracht. Am Donnerstagabend teilte die Bundeswehr auf Twitter mit, die letzte von vier A400M-Militärmaschinen sei in Usbekistan gelandet.

Im Einsatz waren der Bundeswehr zufolge Fallschirmjäger, Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK), Feldjäger, Krisenunterstützungsteams, Sanitäter, Militärpolizei, Angehörige der Luftwaffe und weitere Spezialisten aller Bereiche der Bundeswehr. Sie waren in Deutschland, in der usbekischen Hauptstadt Taschkent und am Flughafen in Kabul eingesetzt, um die Evakuierung von deutscher Seite sicherzustellen.

Alle Einsatzkräfte der Bundeswehr sind mittlerweile wieder in Deutschland eingetroffen. Am Nachmittag erwartet sie eine Empfangszeremonie auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wird ihnen dann erneut für ihren Einsatz danken. Zwei Hubschrauber, die für die Evakuierungsaktionen nach Kabul transportiert worden waren, sind bereits wieder ins usbekische Taschkent gebracht worden. Dort befindet sich das Drehkreuz der Bundeswehr für die Evakuierung. Drei Transportflugzeuge der Luftwaffe werden noch am Freitag zurück in Deutschland erwartet.

Kramp-Karrenbauer war zuvor bereits nach Taschkent geflogen und hatte die Einsatzkräfte dort in Empfang genommen. Die Ministerin und Generalinspekteur Eberhard Zorn seien am Donnerstagabend nach Usbekistan aufgebrochen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Auch die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, war nach Angaben ihres Büros bei der Begrüßung der Soldaten in Taschkent dabei. "Die Evakuierungsoperation in Kabul war hochgefährlich. Die Bundeswehr hat unter schwersten Bedingungen vor Ort so viele Menschen wie möglich in Sicherheit gebracht", erklärte das Ministerium auf Twitter.

"Einsatz unter schwersten Bedingungen"

Die eigens nach Kabul verlegten deutschen Hubschrauber kamen nicht zum Einsatz, wie Generalinspekteur Zorn mitteilte. Allerdings hatten am Mittwoch Soldaten der Bundeswehr und der US-Streitkräfte mit Helikoptern 21 Deutsche aus Kabul in Sicherheit gebracht. Dabei hätten die US-Soldaten aber ihre eigenen Hubschrauber geflogen und die Bundeswehrsoldaten die Aufstellung an einem Sammelpunkt organisiert, wie Generalinspekteur Zorn sagte. "Die Operation ist in der Nacht durchgeführt worden", sagte er. Nach früheren Informationen waren Spezialkräfte an dem Einsatz beteiligt.

Auch die letzten Bundespolizisten kehrten an diesem Freitag aus dem schwierigen Einsatz in Afghanistan nach Berlin zurück. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, waren neun von ihnen bis zum Ende der Evakuierungsmission am Flughafen Kabul eingesetzt. Dort hätten sie neben der Sicherung der Botschaftsmitarbeiter auch die Ausreise deutscher Ortskräfte und gefährdeter Menschen unterstützt. Mit an Bord waren nach Angaben eines Sprechers auch neun weitere Bundespolizisten, die sich in Taschkent bereitgehalten hatten, um die Beamten in Kabul gegebenenfalls abzulösen.

Unmittelbar vor dem Abflug der letzten Bundeswehrsoldaten aus Kabul hatten Attentäter am Donnerstagabend einen Doppelanschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt verübt. Dutzende Menschen wurden getötet, unter ihnen 13 US-Soldaten. Deutsche Einsatzkräfte kamen nach Angaben der Bundesregierung nicht zu Schaden.

Bereits am Freitagmorgen empfing Bundesaußenminister Heiko Maas in Berlin Mitarbeiter seines Ministeriums, die an der Evakuierungsaktion beteiligt waren. Maas dankte ihnen für ihren Einsatz unter "extrem schwierigen und hochgefährlichen Bedingungen".

Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP/rts

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