Fußball

Kantersieg im Bundesliga-Gipfel FC Bayern zerlegt Borussia Dortmund

Robert Lewandowski traf doppelt gegen seinen Ex-Klub.

Robert Lewandowski traf doppelt gegen seinen Ex-Klub.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Der FC Bayern München überrollt Borussia Dortmund und holt sich mit einem 5:0 (4:0) die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga zurück. Dortmund startet mit einem frühen Pfostentreffer in die Partie, geht dann in der Folge aber unter. Zwei ehemalige Dortmunder treffen dreimal für Bayern.

Mit einer meisterlichen Machtdemonstration ist der FC Bayern zurück an die Spitze der Fußball-Bundesliga gestürmt. Der deutsche Rekordchampion schickte den gedemütigten und entzauberten Rivalen Borussia Dortmund im Jubiläumsklassiker mit 5:0 (4:0) nach Hause. Sechs Spieltage vor Saisonende hat das Münchner Star-Ensemble um den jetzt 201-fachen Bundesliga-Torschützen Robert Lewandowski voller Entschlossenheit Kurs auf den siebten deutschen Meistertitel hintereinander genommen.

"Wir haben katastrophal gespielt", sagte der Dortmunder Nationalspieler Marco Reus Sky. "Ich habe ehrlich gesagt keine Erklärung dafür. Bayern war ganz klar besser." Mats Hummels in der zehnten Minute, Lewandowski mit seinem Festtagstor (17.) und dem Schlusspunkt (89.), Javi Martinez (40.) und Serge Gnabry (43.) führten den völlig überforderten BVB vor 75.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion in Fröttmaning vor. Nach dem 100. deutschen Clásico in der Bundesliga führen die Münchner die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung und dem besseren Torverhältnis an.

"Heute waren ziemlich viele gute Spieler auf dem Platz", sagte Hummels. Und Doppel-Torschütze Lewandowski freute sich, "dass wir richtig gut gespielt und starken Fußball gezeigt haben". Bayern startete dominant - und nach einem Warnschuss durch einen BVB-Pfostentreffer von Mahmoud Dahoud (6.) legte der Serienmeister mit zwei Ex-Dortmundern in den Hauptrollen richtig los. Hummels, der in der ersten Hälfte öfter aufs Tor schoss oder köpfte als die gesamte Dortmunder Mannschaft, brachte die Bayern per Kopfball nach einem Thiago Eckball in Führung. In seinem schon 20. Klassiker traf der Innenverteidiger erstmals seit dem 1. Oktober 2017 wieder.

Jeder hohe Ball sorgt für Gefahr

Solche Torpausen kennt Lewandowski nicht. Den besonderen 200. Treffer im 284. Spiel bekam er allerdings durch den Blackout von Verteidiger Dan-Axel Zagadou praktisch geschenkt. Gäste-Torhüter Roman Bürki verhinderte gegen Lewandowski und Thomas Müller zunächst noch Schlimmeres (18./19.). Eigentlich sorgte jeder hohe Ball gegen die überforderte Innenverteidigung aus Zagadou (19 Jahre) und Manuel Akanji (23) für Gefahr. Borussen-Trainer Lucien Favre schimpfte in seiner Coachingzone, die Bayern-Fans stimmten früh Hohngesänge an - und mit einem Doppelschlag erwischte es den BVB schon vor der Pause noch härter. Erst traf Martinez aus der Distanz, dann der nur 1,75 Meter große Gnabry per Kopfball. An beiden Toren war Thomas Müller entscheidend beteiligt.

Mo Dahoud traf in der 6. Minute freistehend nur den Pfosten. Danach nahm das Unheil aus BVB-Sicht seinen Lauf.

Mo Dahoud traf in der 6. Minute freistehend nur den Pfosten. Danach nahm das Unheil aus BVB-Sicht seinen Lauf.

(Foto: imago images / DeFodi)

Cool steckte Bayerns Coach Niko Kovac wiederholt die Hände in seine Hosentaschen oder verschränkte die Arme vor dem Körper. Nach dem irrwitzigen 5:4 im DFB-Pokal gegen den 1. FC Heidenheim und der Handwerker-statt-Künstler-Kritik an seiner Mannschaft durfte er sich ganz besonders als Gewinner fühlen. Der 47-Jährige darf nun mehr denn je darauf hoffen, sich in seiner ersten Saison in München auch erstmals zum Meistertrainer zu küren.

Martinez stoppt Tempo-Fußballer

Seine Hereinnahme des von den Fans umjubelten Martinez zahlte sich im defensiven Mittelfeld aus. Die insgesamt gute gestaffelte Elf ließ nichts zu. Von der hochgelobten Dortmunder Offensivpower gab es nichts zu bestaunen. Ein Marco Reus war zu wenig gegen diesen FC Bayern. Ausfälle wie die von Paco Alcácer oder Christian Pulisic konnten die Westfalen zumindest im Liga-Gipfel nicht kompensieren. Die diesmal ausgebremsten Tempofußballer geben den Kampf um die Schale aber noch lange nicht auf.

FC Bayern - BVB 5:0 (4:0)

Tore: 1:0 Hummels (11.), 2:0 Lewandowski (17.), 3:0 Martinez (40.), 4:0 Gnabry (43.), 5:0 Lewandowski (88.)
FC Bayern München: Neuer - Kimmich, Süle, Hummels, Alaba - Martínez (77. Goretzka), Thiago - Gnabry, Müller (80. Sanches), Coman (68. Ribéry) - Lewandowski - Trainer: Kovac
Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek (69. Wolf), Akanji, Zagadou (46. Weigl), Diallo - Witsel, Delaney - Sancho, Dahoud (62. Götze), Bruun Larsen - Reus - Trainer: Favre
Schiedsrichter: Manuel Gräfe
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)

Der in 205 Länder übertragene Klassiker verlor nach dem Seitenwechsel angesichts des Spielstands an Attraktivität und Esprit. Die Dortmunder wollten nur noch Schlimmeres verhindern. Nach 0:6, 1:4 und 1:5 in den vorangegangenen drei Duellen in München wollten die Gäste nicht noch mehr untergehen und mussten doch noch kurz vor Schluss den fünften Treffer hinnehmen. Die Hereinnahme von Mario Götze für Dahoud hatte für das BVB-Spiel etwas, aber der Vorsprung des Rekordmeisters war zu klar.

Bayern war weiter dominanter, bei einem Konter über Lewandowski und Hummels fehlte noch die Präzision (66.). 80-Millionen-Zugang Lucas Hernández durfte sich im Stadion als Zuschauer trotzdem über einen gelungenen Auftritt seiner künftigen Teamkollegen freuen. Nachdem die Kovac-Bayern gegen Liverpool und Ajax Amsterdam in der Champions League nicht gewinnen konnten und das Hinspiel in Dortmund 2:3 verloren hatten, glückte jetzt endlich ein großer Sieg. Für Wirbel hatte im Vorfeld der Partie die geplante Party des Magazins von Bayern-Profi Jérome Boateng nach dem Topspiel in einer Münchner Nobel-Disko gesorgt - zumindest gab es an diesem Samstagabend für die Bayern reichlich Grund zum Feiern.

Quelle: n-tv.de, Christian Kunz und Manuel Schwarz, dpa

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