Fußball

Nach Manipulation im Dopinglabor Fußball-WM 2022 findet ohne Russland statt

Die Sperre Russlands durch die Wada hat auch für den Fußball Konsequenzen. Während die EM 2020 wie geplant stattfinden kann, dürfte die russische Auswahl bei der Weltmeisterschaft 2022 nicht unter eigener Flagge antreten. Es könnte allerdings so laufen wie beim Eishockey.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) hat nach der verhängten Vierjahressperre die Teilnahme einer russischen Fußball-Nationalmannschaft an der WM 2022 in Katar ausgeschlossen. "Wenn sie sich qualifizieren, kann ein Team, das Russland repräsentiert, nicht antreten", sagte Jonathan Taylor, Vorsitzender der zuständigen Wada-Prüfkommission, in Lausanne: "Wenn ein entsprechender Mechanismus eingeführt wird, können sie beantragen, auf einer neutralen Basis anzutreten. Wie dies konkret in den Teamsportarten gemacht wird, wird von Fall zu Fall entschieden." Das Szenario wäre dann vergleichbar mit der Mannschaft russischer Eishockey-Spieler, die bei Olympia in Pyeongchang unter neutraler Fahne Gold gegen Deutschland gewonnen hatte.

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In der EM-Vorrunde im Juni trifft die russische Auswahl auf Belgien, Finnland und Dänemark.

(Foto: imago images/Buzzi)

Gleichzeitig stellte Taylor aber klar, dass Russland bei der im kommenden Jahr beginnenden WM-Qualifikation ganz normal antreten dürfe. "Russland darf teilnehmen, weil in der Qualifikation nicht der Weltmeister ermittelt wird", sagte Taylor. Die Wada hatte im Skandal um manipulierte Daten aus dem Moskauer Kontrolllabor Russland vier Jahre gesperrt. Damit darf Russland als Nation unter anderem nicht an den beiden kommenden Olympischen Spielen in Tokio 2020 und Peking 2022 sowie Weltmeisterschaften teilnehmen.

"Keine russische Flagge"

Taylor stellte zudem klar, dass es bei der WM "keine russische Flagge" und "keine Vertreter Russlands" geben würde. "Jeder Unterzeichner des Wada-Codes muss diese Entscheidung umsetzen. Wenn sie (die Fifa, Anm. d. Red.) einen Mechanismus einführen wollen, der es erlaubt, unbelastete Sportler teilnehmen zu lassen, können sie das machen", sagte Taylor weiter: "Die Wada wird diesen Mechanismus aber kontrollieren und überprüfen. Wir werden zusammenarbeiten müssen." Das Szenario wäre dann vergleichbar mit der Mannschaft russischer Eishockey-Spieler, die bei Olympia in Pyeongchang unter neutraler Fahne Gold gegen Deutschland gewonnen hatte.

Die Fifa wollte sich zu möglichen Konsequenzen nicht äußern. Ein Fifa-Sprecher teilte lediglich mit, dass die Fifa "die Entscheidung der Wada zur Kenntnis genommen hat". Die paneuropäische Fußball-EM im Sommer 2020 ist dagegen nicht betroffen. Schon Ende November hatte die Wada mitgeteilt, dass die EM nicht unter die sanktionierten Wettbewerbe falle, da sie ein "kontinentales Einzelsport-Ereignis" sei. Russland hat 21 Tage Zeit, Einspruch gegen das Urteil der Wada einzulegen. Dann würde der Internationale Sportgerichtshof Cas eine Entscheidung fällen.

Quelle: ntv.de, tsi/sid