Torwart darf nicht abstimmenTer Stegen erlebt peinlichen Moment im Barça-Wahllokal

Marc-Andre ter Stegen und der FC Barcelona: Es ist nicht die einfachste Beziehung. Bei den Präsidentschaftswahlen bekommt sie ein neues Kapitel. Der langjährige Torwart will wählen, darf aber nicht - und ist Berichten zufolge selbst schuld.
Bei den Präsidentschaftswahlen beim FC Barcelona ist es zu einer peinlichen Szene gekommen: Fußball-Nationaltorwart Marc-Andre ter Stegen ist bei dem Versuch gescheitert, seine Stimme abzugeben. Wie die spanische "AS" berichtet, gab es Probleme mit dem Wählerverzeichnis. Die genaue Ursache ist unklar. Wie der US-Sender ESPN mit Verweis auf eine anonyme Quelle berichtet, tauchte der Name des Torwarts nicht in der Liste auf, weil ter Stegen verpasst habe, seine Daten zu aktualisieren.
Insgesamt stand der 33-Jährige laut "AS" mehr als zehn Minuten im Wahllokal. Schließlich musste er gehen, ohne einen Stimmzettel in die Urne geworfen zu haben. Bei Barça wählen die Mitglieder, die Socios, den Präsidenten für die nächsten fünf Jahre. Alle Spieler werden auch zu Vereinsmitgliedern, wenn sie zu dem katalanischen Klub wechseln. Sie sind laut ESPN aber selbst dafür verantwortlich, ihre Daten aktuell zu halten.
Ter Stegen ist aktuell Leihspieler beim Abstiegskandidaten FC Girona, fehlt dort aber wegen einer Muskelverletzung noch wochenlang. Um Spielpraxis zu erhalten, war er im Winter dorthin gewechselt. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte es zu einer Hauptbedingung für das WM-Ticket gemacht, dass die DFB-Profis auch regelmäßig auf dem Feld stehen. Besonders bei ter Stegen ist das ein Problem: Er war praktisch die komplette Saison bislang verletzt - erst am Rücken, dann am Knie und nun am Oberschenkel. Seine Chancen auf das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada sind nur noch theoretisch.
Ob er nach der Leihe zum FC Barcelona wieder zurückkehrt, ist zudem fraglich. Dort war er jahrelang Stammtorwart und Kapitän. Doch im vergangenen Sommer verpflichtete der Klub überraschend mit Eric Garcia eine neue Nummer eins, der deutlich weniger als ter Stegen verdient. Der alte Stammtorwart erfuhr indes davon, während er beim DFB-Team und dem Finalturnier der Nations League weilte. Weil er keine Aussicht auf Spielzeit hatte, wechselte ter Stegen schlussendlich leihweise zu Girona, um doch noch zur WM fahren zu können.
Beim FC Barcelona stehen der aktuelle Amtsinhaber Joan Laporta und Victor Font zur Wahl, letzterer verspricht dem dauerklammenen Klub Reformen. Insgesamt sind fast 115.000 Mitglieder zum Wählen aufgerufen. Die Wahllokale schließen um 21 Uhr.