Fußball

EM-Qualifikationsspiel manipuliert Malteser zehn Jahre gesperrt

Der Europäische Fußball-Verband Uefa setzt ein Zeichen gegen Spielmanipulationen: Für zehn Jahre wird der maltesische Nationalspieler kevin Sammut gesperrt, weil er ein EM-Qualifikationsspiel zwischen Malta und Norwegen im Juni 2007 verschoben haben soll. Allerdings ist sehr zweifelhaft, dass er der einzige Täter war.

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Die Fußballkarriere von Kevin Sammut (l.) ist vorbei.

(Foto: AP)

Drakonische Strafe durch die Uefa: Der maltesische Fußball-Nationalspieler Kevin Sammut ist wegen der Manipulation des EM-Qualifikationsspiels gegen Norwegen im Jahr 2008 für zehn Jahre gesperrt worden. Der 31-Jährige war einer von drei Verdächtigen, die nach dem 4:0 der Norweger am 2. Juni 2007 in Oslo von der Europäischen Fußball-Union angeklagt worden waren. Wie die Uefa mitteilte, gebe es für weitere Sperren nicht genügend Beweise.

"Einige haben gesagt, es würde besser für mich sein, wenn ich andere enttarnen würde, um ein geringeres Strafmaß zu bekommen", sagte der Mittelfeldspieler, der gegen das in den Augen seiner Anwälte "offenkundig ungerechte" Urteil Berufung ankündigte: "Aber ich weiß nichts, ich habe nichts getan. Was kann ich offenbaren?"

Sammut nicht der einzige Täter

Norman Darmanin Dmejo, Präsident des maltesischen Fußball-Verbandes, glaubt nicht, dass nur ein einzelner Spieler in den Skandal, bei dem 200.000 Euro bei Wetten gesetzt wurden, verwickelt sei. "Ich persönlich glaube, dass mehrere Spieler involviert sind", sagte er: "Aber wir müssen die Entscheidung der UEFA respektieren, und ohne weitere Beweise sind jegliche Verdächtigungen unfair." Norwegen hatte drei der vier Tore in den letzten 18 Minuten erzielt. Beide Länder schafften die Qualifikation für das Turnier in Österreich und der Schweiz dennoch nicht.

Allerdings war im Rahmen des Bochumer Gerichtsprozesses gegen die Führungsriege internationaler Fußball-Wettbetrüger im Mai 2011 bekanntgeworden, dass die Begegnung Norwegen gegen Malta Ziel eines Manipulationsversuches war. Einer der Angeklagten hatte ausgesagt, dass er persönlich nach Oslo gereist sei und sich mit mehreren maltesischen Spielern getroffen habe.

Quelle: ntv.de, sid/dpa