Fußball

Formel-1-Lehren von Austin Vorwürfe ärgern Ferrari, Hamilton siegt lässig

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Beim Leistungseinbruch konnten selbst die Ferrari-Mechaniker nicht helfen.

(Foto: REUTERS)

Lewis Hamilton brilliert auf seinem Weg, der erfolgreichste Fahrer der Formel-1-Geschichte zu werden. Der Mercedes-Pilot entscheidet sich für die Variante Risiko und holt souverän Titel Nummer sechs ab. Ferrari dagegen erlebt einen eklatanten Leistungseinbruch - die anderen Teams spekulieren.

Lewis Hamilton krönt sich "in style"

Nicht schon wieder wollte Lewis Hamilton zum WM-Titel "kriechen". In den vergangenen beiden Jahren reichten ihm Platzierungen fernab des Podiums zur Krönung - weil er jeweils gewaltigen Vorsprung in der Meisterschaft hatte und nicht mehr viel riskieren musste. In Austin galt dies wieder. Theoretisch hätte der Brite von Startplatz fünf aus beobachten können, wie die Wagen vor ihm um den Sieg fahren, selbst ein achter Rang hätte ihm ja gereicht. Aber Hamilton wollte den Titel "in style" unter Dach und Fach bringen. Also kämpfte er mit allen fairen Mitteln, nach seinem guten Start wollte er seinen Teamkollegen Valtteri Bottas und Max Verstappen im Red Bull durch eine wieder einmal riskante Strategie schlagen. Auch wenn dies knapp misslang und er Bottas kurz vor Rennende doch noch passieren lassen musste, so ist Hamiltons Haltung ein Paradebeispiel dafür, warum er womöglich schon Ende 2020 der erfolgreichste Fahrer der Formel-1-Geschichte sein wird.

Valtteri Bottas verliert nur gegen den übermächtigen Teamkollegen

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Bottas hat Klasse, muss aber immer wieder seine Teamkollegen Hamilton feiern (v.r.).

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Der Finne hat im schier aussichtslosen WM-Duell mit seinem Mercedes-Kollegen Hamilton nie aufgegeben, das muss man ihm hoch anrechnen. Die Pole Position und der Sieg auf der Hamilton-Paradestrecke Austin sind ein dickes Ausrufezeichen. Dass es für Bottas aber nicht gereicht hat mit dem ganz großen Wurf, hat Gründe, die er selbst treffend benannte: Hamilton sei einfach auf höchstem Niveau konstanter und befinde sich auf einem Level, den er selbst nur phasenweise erreicht habe. Immerhin: Bottas steht vorzeitig erstmals als Vizeweltmeister fest, vier Siege und fünf Pole Positions in einer Saison hat er zuvor nie geschafft. Im nächsten Jahr will der 30-Jährige wieder angreifen. Sein Gegner im eigenen Team wird aber kaum nachlassen.

Ferrari in der Grauzone?

Die einen glaubten an einen Rückfall in vergangene Zeiten, die anderen an Pech, wieder andere sahen sich in ihren Verdächtigungen bestätigt. Erstmals seit Mitte Mai in Barcelona verpasste Ferrari das Podest, erstmals seit sechs Rennen hatten die Fahrer der Scuderia nicht den Hauch einer Siegchance. Sebastian Vettels Aufhängungsbruch war das eine, die urplötzlich fehlende Geschwindigkeit der beiden Ferrari auf der Gerade schon im Training aber etwas ganz anderes. Am Austin-Wochenende hatte der Dachverband Fia nämlich eine technische Direktive erlassen, in der die Bestimmungen zum Benzinfluss genauer geregelt werden. Die Konkurrenz hatte offenbar länger schon im Verdacht, dass Ferrari in dieser Hinsicht mindestens am Rand der Grauzone operiert. Der Einbruch von Texas war für sie der beste Beweis, dass sie recht hatten. "Wir haben uns die Daten angesehen. Ihre Höchstgeschwindigkeit sieht ganz anders aus als bei den letzten Rennen", sagte auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Woran das wirklich liege, könne er aber nicht konkret sagen.

Red-Bull-Fahrer Verstappen hatte die Scuderia in einem Interview des niederländischen TV-Senders Ziggo nach dem Rennen attackiert und gesagt: "Das bekommst du, wenn du aufhören musst zu schummeln." Es dauerte nicht lang, bis Ferrari sich der Vorwürfe erwehrte. "Ich habe diese Kommentare gehört. Sie sind sehr enttäuschend", sagte Teamchef Mattia Binotto. "Diese Kommentare sind völlig falsch, sie sind nicht gut für den Sport und jeder sollte etwas vorsichtiger sein." Vor dem Rennen in Austin sei technisch auch nichts an den Motoren verändert worden. "Wir waren Samstag nah dran an der Pole Position. Unsere Leistung hat gezeigt, dass wir weiterhin schnell sind", sagte der Italiener.

Max Verstappen packt den Haudrauf aus

Der verbale Angriff auf Ferrari war nicht der einzige Auftritt Verstappens als Haudrauf in Austin. Der 22-Jährige rüffelte die mehrmaligen Weltmeister Hamilton und Vettel wegen deren Kritik an seinem forschen Fahrstil. Dieser brachte ihm den dritten Platz ein, was angesichts der wieder einmal starken Mercedes-Leistung im Rennen das Maximum war.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid