Olympia

"Zeitpunkt muss gekommen sein" Olympia soll bis 2040 in Deutschland sein

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Alfons Hörmann ist seit Dezember 2013 Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.

(Foto: dpa)

Der Deutsche Olympische Sportbund strotzt nach den erfolgreichen Winterspielen von Pyeongchang vor Selbstbewusstsein: Verbandschef Alfons Hörmann will Olympia zwischen 2030 und 2040 unbedingt nach Deutschland holen - wo auch immer, was auch immer.

Der Deutsche Olympische Sportbund will nach den Winterspielen von Pyeongchang zu einer neuen Olympiabewerbung durchstarten. Beseelt von seinem erfolgreichen "Team D" wurde DOSB-Präsident Alfons Hörmann so konkret wie noch nie seit der verpatzten Hamburger Bewerbung vor gut zwei Jahren: "Wir werden versuchen, Schritt für Schritt bis zum Jahr 2025 die Dinge vorzubereiten, weil dann die Entscheidung für 2032 fortfolgend fällt", sagte er im Interview mit dem ZDF. "Ich bin relativ zuversichtlich, dass (…) zwischen 2030 und 2040 der Zeitpunkt gekommen sein kann - ich sage sogar, gekommen sein muss - an dem man, ob mit Winter oder Sommer, wo auch immer, nochmals einen Anlauf nimmt."

Das Votum der Bürger, die sich bei Befragungen gegen die  Sommerspiele 2024 in Hamburg und gegen die Winterspiele 2022 in München entschieden, hat der DOSB-Boss offenbar verdrängt: "Die Begeisterung der letzten zwei bis drei Wochen zeigt sehr wohl, dass dann, wenn die Spiele stattfinden, große Begeisterung gesichert ist." Der Funke von Südkorea nach Deutschland sei "erkennbar übergesprungen".

Unglaubwürdiges IOC als Stolperstein?

Für Interesse dürfte auf jeden Fall die Diskussion über eine Bewerberstadt sorgen. Als sehr ambitioniert werden die Bemühungen in Nordrhein-Westfalen wahrgenommen, wo Eventmanager Michael Mronz das Projekt "Rhein Ruhr City 2032" vorantreibt. Im April stellt Mronz sein Planungspapier für das Sportstättenkonzept vor. Er ist damit möglichen Konkurrenten logistisch um Jahre voraus, hat aber einen großen Nachteil: Die Rhein-Ruhr-Region besitzt nicht die Strahlkraft von Hamburg, München oder Berlin. Die drei Städte hatten die letzten Anläufe unternommen, die Olympischen Spiele nach Deutschland zu holen.

Eine größere Chance könnte eine deutsche Bewerbung um Winterspiele haben, die längst zum Ladenhüter geworden sind. Wäre das Bürgervotum der Kampagne München 2022 im November 2013 nicht vor die Wand gefahren, würden die Spiele in vier Jahren mit ziemlicher Sicherheit nicht in Peking, sondern in der bayerischen Landeshauptstadt stattfinden. Im IOC hatte sich schon bei der Wahl Pekings 2015 die Erkenntnis durchgesetzt, dass man mal wieder zu seinen wintersportlichen Wurzeln, sprich in die Alpen, zurückkehren sollte. Als einziger Rivale der Chinesen war damals nur noch Almaty in Kasachstan übrig.

Einer derjenigen, der die Pleiten von München und Hamburg hautnah mitbekommen hat, ist Thomas de Maizière. Der scheidende Bundesinnenminister lag in Pyeongchang zwar inhaltlich nicht weit entfernt von Hörmann, klang aber wesentlich nüchterner. Vor allem ist er überzeugt, dass neue Vorstöße zum Scheitern verurteilt sind, solange das IOC keinen Weg aus der Glaubwürdigkeitskrise findet. "Sie werden nie die Chance haben, den Steuerzahler davon zu überzeugen, sich für eine Sportveranstaltung zu bewerben, wenn die internationalen Verbände nicht glaubwürdig sind", sagte de Maizière.

Quelle: n-tv.de, Jörg Mebus, sid

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