Wirtschaft

Wer kennt den Brief von 2007? Bosch warnte VW vor Gebrauch der Technik

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Hier werden die Abgaswerte eines Volkswagen getestet.

(Foto: REUTERS)

Die konzerninterne Revision bei VW bringt zweifelhafte Lücken in der internen Kommunikation zutage. Offenbar wies der Zulieferer Bosch vor acht Jahren darauf hin, dass seine Abgassoftware nur für Tests vorgesehen sei. Auch VW-intern wurde der illegale Einsatz reklamiert.

Der Autozulieferer Bosch hat Volkswagen einem Medienbericht zufolge bereits 2007 vor einem gesetzeswidrigen Einsatz der Abgastechnik gewarnt. Die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtet, die interne Revision von VW sei auf ein Schreiben von Bosch an VW gestoßen, in dem Bosch vor der illegalen Verwendung seiner Technik zur Abgasnachbehandlung gewarnt habe.

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Die Software, die Bosch an VW geliefert habe, sei nur für Testzwecke und nicht für den normalen Fahrbetrieb vorgesehen gewesen. Es stellt sich die Frage, ob der Stuttgarter Zulieferer-Riese vom kriminellen Treiben seines Kunden wusste. Und darüber hinaus, wie VW auf die Warnung reagierte. Ein Bosch-Sprecher wollte darauf nicht antworten. Im Rahmen der Geschäftsbeziehung mit VW sei der Konzern zur Vertraulichkeit verpflichtet, hieß es. Bei VW war zunächst niemand zu erreichen.

Interner Hinweis aus dem Jahr 2011

Auch intern gab es rechtzeitig Hinweise. Laut "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" wies ein Mitarbeiter den Konzern im Jahr 2011 auf einen möglichen Rechtsverstoß im Zusammenhang mit der umstrittenen Software zur Abgas-Manipulation hin. Das Blatt beruft sich ebenfalls auf den Prüfbericht der konzerninternen Revision. Er soll dem Aufsichtsrat am Freitag vorgelegt worden sein.

Wie es heißt, wies der Mitarbeiter darauf hin, dass der Einsatz von der Software, die eine Abgasprüfung erkennt und entsprechend die Motorleistung herunterreguliert, einen "Rechtsverstoß" darstellen könne.

Der Prüfbericht habe keine Antwort auf die Frage enthalten, warum die Warnung in den Hierarchien des Konzerns untergegangen sei, schreibt die Zeitung weiter. Demnach müssten Manager mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, wenn ihnen eine direkte Verwicklung in den Skandal nachgewiesen werde, weil es um Betrug gehe.

Werde Managern schuldhaftes Verhalten nachgewiesen, müssten sie mit ihrem Privatvermögen haften. Der Konzern müsse dann Schadenersatz von ihnen einfordern.

Quelle: n-tv.de, ddi/AFP/rts