Wirtschaft

Hoher Handelsüberschuss mit USA Deutschland droht Ärger von Trump

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Fahrzeuge, Maschinen und Pharmaprodukte "Made in Germany" sind in den USA weiterhin besonders gefragt.

(Foto: imago images/STPP)

"Made in Germany" bleibt in den USA schwer gefragt. Zwar landen inzwischen auch mehr Produkte aus Amerika auf dem deutschen Markt, aber bei weitem nicht so viele wie umgekehrt. "Deutschland ist nicht sicher", warnt Ökonom Felbermayr. US-Präsident Trump könnte bald mit Strafzöllen reagieren.

Die USA sind im vergangenen Jahr größter Exportkunde der deutschen Wirtschaft geblieben. China verteidigte derweil seine Stellung als wichtigster Handelspartner Deutschlands.

Die Ausfuhren in die USA wuchsen im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent auf den Rekordwert von knapp 119 Milliarden Euro, wie aus noch vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegen. Fahrzeuge, Maschinen und Pharmaprodukte "Made in Germany" waren dabei besonders gefragt. "Der US-Wirtschaft geht es dank massiver Ausgaben und Steuersenkungen derzeit recht gut", sagte Jens Südekum, Handelsexperte der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. "Dies erhöht auch die Nachfrage nach deutschen Gütern." Zudem machten die US-Strafzölle auf eine Vielzahl chinesischer Produkte die deutschen Waren für amerikanische Kunden vergleichsweise günstig.

Zweitwichtigstes Zielland für die deutschen Exporteure blieb Frankreich: Die Ausfuhren ins Nachbarland kletterten um 1,4 Prozent auf fast 107 Milliarden Euro. Auf Platz drei kommt China mit 96 Milliarden Euro, was einem Wachstum von 3,2 Prozent entspricht. Insgesamt legten die deutschen Exporte 2019 wegen Handelskonflikten und Brexit nur noch um 0,8 Prozent zu, nachdem es 2018 noch zu plus 3,0 Prozent und 2017 zu plus 6,2 Prozent gereicht hatte.

Die Volksrepublik China wiederum behauptete ihre Stellung als wichtigster deutscher Handelspartner - Exporte und Importe zusammengenommen. Im vergangenen Jahr wurden Waren im Wert von fast 206 Milliarden Euro zwischen den beiden Ländern gehandelt. Aus keinem anderen Land der Welt bezieht Deutschland so viele Waren wie aus China: Die Importe von dort legten um 3,4 Prozent auf fast 110 Milliarden Euro zu.

Wie lange hält der Waffenstillstand mit USA?

Den größten Handelsüberschuss erzielte Deutschland im vergangenen Jahr erneut mit den USA. Die Exporte in die größte Volkswirtschaft übertrafen die Importe von dort um mehr als 47 Milliarden Euro. Der Überschuss schmolz zwar im Vergleich zu 2018 um rund 1,5 Milliarden Euro, weil die Importe aus den Vereinigten Staaten mit fast elf Prozent deutlich stärker zulegten als die Exporte dorthin.

Das dürfte Präsident Trump allerdings kaum genügen: Er rügt regelmäßig die deutschen Exportüberschüsse. Es steht die Drohung im Raum, Strafzölle auf den Exportschlager Fahrzeuge zu erheben. Experten halten es deshalb für möglich, dass nach China nun Europa zur Zielscheibe für Trump wird. "Deutschland ist nicht sicher", warnte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr. "Nach seinen angeblichen handelspolitischen Siegen gegenüber China, Korea, Japan, Mexiko und Kanada ist es wahrscheinlich, dass Präsident Trump seinen Blick auf die Euro-Zone richtet."

Handelsexperte Südekum schätzt das ähnlich ein. "Da die USA und China derzeit einen Waffenstillstand erreicht haben, wird Trump seine Aufmerksamkeit auf Europa und insbesondere auf Deutschland lenken", sagte Südekum. "Der deutsche Exportüberschuss ist eines der größten Ärgernisse für ihn, und er könnte die gesamte EU dafür bestrafen."

Quelle: ntv.de, mbo/rts