Wirtschaft

Hoffen auf privaten Konsum EU-Kommission hebt BIP-Prognose an

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Bekommen die EU-Staaten die Corona-Krise in den Griff, wird auch der Export wieder zulegen.

(Foto: picture alliance / CHROMORANGE)

Die EU-Kommission korrigiert ihre Voraussagen für die Wirtschaftsentwicklung im Euroraum nach oben. Die regionalen Unterschiede in der Union sind groß. Zugpferde sind Frankreich, Italien und Deutschland. Allerdings gibt es Risiken, die die Entwicklung ausbremsen könnten.

Die EU-Kommission hat ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum im Euroraum deutlich erhöht. Wie sie im Rahmen ihrer Frühjahrsprognose mitteilte, rechnet sie für 2021 jetzt mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im gesamten Euroraum von 4,3 Prozent. Die Prognose im Winter hatte noch bei 3,8 Prozent gelegen. Für 2022 stellt sie sogar ein BIP-Wachstum von 4,4 Prozent in Aussicht. Auch da lag die Prognose bisher bei 3,8 Prozent.

Auch für die drei größten Volkswirtschaften - Deutschland, Frankreich und Italien - wurden die Prognosen für das laufende Jahr angehoben. "Die Wachstumsraten werden weiterhin variieren, aber alle Mitgliedstaaten sollten bis Ende 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen", erklärte die Kommission. "Es wird erwartet, dass das Wachstum in der Eurozone stark anzieht, da die Impfraten steigen und die Beschränkungen gelockert werden. Dieses Wachstum wird angetrieben durch privaten Konsum, Investitionen und eine steigende Nachfrage nach EU-Exporten durch eine anziehende Weltwirtschaft".

Der deutschen Volkswirtschaft traut die Behörde in diesem Jahr ein Wachstum von 3,4 (zuvor: 3,2) Prozent zu. Im Jahr 2022 dürfte dann ein Plus von 4,1 (3,1) Prozent folgen. Für Frankreich wird die BIP-Wachstumsprognose für dieses Jahr erhöht auf 5,7 (5,5) Prozent. Im Jahr 2022 soll sich das Wachstum dann auf 4,2 (4,4) Prozent belaufen. Für die italienische Wirtschaft erwartet die Kommission in diesem Jahr einen Zuwachs von 4,2 (3,4) Prozent und im Folgejahr von 4,4 (3,5) Prozent.

Inflation könnte Entwicklung bremsen

Den Prognosen zufolge wird die Inflation im Euroraum von 0,3 Prozent 2020 auf 1,7 (1,4) Prozent im laufenden Jahr steigen, bevor sie sich 2022 wieder auf 1,3 (1,3) Prozent abschwächt. In Deutschland stieg die Inflation den vierten Monat in Folge. Sie lag im April bei zwei Prozent. EZB-Direktorin Isabel Schnabel hält sogar einen Anstieg auf drei Prozent hierzulande für möglich.

"Die Risiken für den Ausblick sind hoch und werden es bleiben, solange der Schatten der Pandemie über der Wirtschaft hängt", mahnte die Behörde. Die Prognose unterschätze möglicherweise die Ausgabenneigung der Haushalte oder sie unterschätze den Wunsch der Verbraucher, ein hohes Maß an Vorsorgesparen beizubehalten. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei der Zeitpunkt der Rücknahme der fiskalischen Unterstützung. Werde diese zu früh zurückgefahren, könne die Erholung deutlich ausgebremst werden.

Quelle: ntv.de, als/DJ

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