Wirtschaft

Unerwartet starker Juni Exportwirtschaft kämpft sich aus Corona-Loch

Die Corona-Krise lässt über Monate die Ausfuhren der deutschen Exporteure einbrechen. Nach 13 Monaten stetiger Erholung legen sie im Juni dank der wirtschaftlichen Erholung vor allem in den USA und China noch mal zu - erstmals wird sogar mehr exportiert als direkt vor der Pandemie.

Die lange Erfolgsserie der deutschen Exporteure hat sich im Juni trotz Produktionsbehinderungen durch Materialengpässe fortgesetzt. Die Ausfuhren wuchsen um 1,3 Prozent zum Vormonat und damit bereits zum 14. Mal in Folge, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das Plus fiel damit gut dreimal so stark aus wie von Ökonomen vorhergesagt. Im Mai lag es noch bei 0,4 Prozent. Die Importe stiegen diesmal um 0,6 Prozent. Damit lagen die Exporte um 1,1 Prozent und die Importe sogar 10,0 Prozent höher als im Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland.

"Auch wenn die gut gefüllten Auftragsbücher sich in Anbetracht fehlender Vorprodukte nicht in einer entsprechend hohen Produktion niederschlagen, die Exporte können von der guten Auftragslage profitieren", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. "Den Unternehmen gelingt es also zumindest, so viele Produkte in den Versand zu geben, dass es für ein Plus bei den Exporten reicht." Im Juni verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 118,7 Milliarden Euro ins Ausland. Verglichen mit Juni 2020 ist das eine Zunahme von 23,6 Prozent. Dabei wuchsen die Ausfuhren zum wichtigsten Exportkunden USA um fast 40 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro, die nach Großbritannien um 11,0 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro und die nach China um 16,0 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro.

Das Auslandsgeschäft mit den EU-Ländern legte um 26,1 Prozent auf 64,5 Milliarden Euro zu. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat seine Exportprognose wegen der von den USA und China angeführten Erholung der Weltwirtschaft kürzlich erhöht. Deutsche Firmen dürften demnach 2021 acht Prozent mehr ausführen. Im gesamten ersten Halbjahr lag das Plus bei 16,7 Prozent, wobei sich die Ausfuhren auf 673 Milliarden Euro summierten. Wegen der Corona-Krise waren sie 2020 um mehr als neun Prozent eingebrochen.

Quelle: ntv.de, jhe/rts

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