Wirtschaft
Ungewöhnlicher Starkregen: Die Vorhersagen für die US-Golfküste verheißen nichts Gutes.
Ungewöhnlicher Starkregen: Die Vorhersagen für die US-Golfküste verheißen nichts Gutes.(Foto: Nasa.gov / JAXA, Hal Pierce)
Dienstag, 29. August 2017

Extremwetter im Süden der USA: "Harvey" trifft Chemieindustrie in Texas

Der verheerende Wirbelsturm "Harvey" versetzt den Süden der USA in den Ausnahmezustand. Heftige Winde und ergiebiger Regen sorgen für Stromausfälle und Überschwemmungen. Auch deutsche Unternehmen sind betroffen.

Die Auswirkungen des Tropensturms "Harvey" beeinträchtigen die Produktion der Chemieindustrie im US-Bundesstaat Texas. Der deutsche Spezialchemiekonzern Evonik musste infolge des Unwetters dort bereits zwei Standorte schließen. Betroffen seien kleinere Werke in Pasadena und Deer Park - zwei küstennahe Vororte von Houston - mit insgesamt etwa 80 Mitarbeitern, sagte ein Konzern-Sprecher. Die Höhe des Schadens sei noch nicht zu beziffern.

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Es sei gelungen, die dort gelagerten Chemikalien frühzeitig in Sicherheit zu bringen, sodass dadurch keine Umweltschäden entstehen könnten, erklärte der Sprecher. Die Evonik-Mitarbeiter seien unversehrt. Der Fusionspartner der Schweizer Clariant, der US-Spezialchemiekonzern Huntsman, ist ebenfalls betroffen. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im texanischen The Woodlands nördlich von Houston vorübergehend geschlossen und insgesamt sechs Produktionsstätten heruntergefahren.

Auch der Chemieriese BASF ist in Texas vertreten. Der Konzern prüft nach Angaben einer Sprecherin mögliche Auswirkungen des Wirbelsturms auf Mitarbeiter und sein Geschäft. Zu den Folgen für die Produktion wollte sich BASF aber zunächst nicht äußern.

Mega-Raffinerien an der Golf-Küste

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Der Dax-Konzern betreibt vor Ort Werke an sechs texanischen Standorten mit rund 3000 Mitarbeitern. Die beiden größten und wichtigsten davon sind der Verbundstandort Freeport - wo ein Teil der strategischen US-Ölreserven gelagert ist - sowie der Produktionsstandort Port Arthur. Dort betreibt BASF einen der weltgrößten Steamcracker - eine petrochemische Großanlage, die aus Rohbenzin wichtige Ausgangsstoffe für die Kunststoffherstellung gewinnt.

Die Kölner Lanxess sieht ihre Produktion an den texanischen Standorten Orange an der Grenze zu Louisiana und Baytown bei Houston derzeit nicht von "Harvey" betroffen. Die Bayer-Tochter Covestro hat wiederum die Produktion an den Standorten Baytown und Channelview bei Houston teilweise heruntergefahren.

So viel Regen wie sonst in einem Jahr

"Harvey" ist mit Windgeschwindigkeiten von über 200 Kilometern in der Stunde der heftigste Sturm in Texas seit 1961. An manchen Orten in dem Bundesstaat wird in dieser Woche wohl so viel Regen fallen wie sonst in einem gesamten Jahr. Am stärksten betroffen dürften nach Schätzungen der Nasa die Regionen rund um die texanische Metropole Houston sein.

In den küstennahen Bereichen des US-Bundesstaats drohen Dammbrüche und Überschwemmungen. Bisher sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Zehntausende wurden in Sicherheit gebracht.

Der Wirbelsturm hat erhebliche Folgen für die gesamte US-Energiebranche an der US-Golfküste: Raffinerien, Verladeterminals und Bohrplattformen mussten sturmbedingt den Betrieb vorübergehend einstellen. Zum Ausmaß etwaiger Umweltschäden liegen noch keine Angaben vor.

Quelle: n-tv.de

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