Wirtschaft

Fitch erhöht Kreditwürdigkeit Portugal ist kein Ramsch mehr

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Für Portugal geht es wirtschaftlich wieder aufwärts.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wie kaum ein anderes Land leidet Portugal in den vergangenen Jahren unter der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Inzwischen ist die Kreditwürdigkeit des Landes wiederhergestellt. Auch die Entwicklung in Irland stellt die Ratingagentur Fitch zufrieden.

Die einflussreiche Ratingagentur Fitch hat das einstige Krisenland Portugal wieder in den Klub der verlässlichen Kreditnehmer aufgenommen. Fitch hob das Rating des Landes am Freitag um zwei Stufen von "BB+" auf "BBB". Damit haben Portugals Staatsanleihen den sogenannten Ramschbereich verlassen, in dem ein Investment als spekulativ gilt. Der Ausblick ist stabil, damit erwartet Fitch auch auf absehbare Zeit keine Veränderung der Lage.

Die Ratingagentur begründete die Hochstufung in erster Linie mit den Verbesserungen im Staatshaushalt: In diesem Jahr dürfte die Schuldenquote zum ersten Mal seit der Eurokrise sinken, erklärte Fitch in London. Das liege zum einen an den Maßnahmen der Regierung, zum anderen aber auch an einer wirtschaftlichen Erholung und besseren Finanzierungsbedingungen. Das Haushaltsdefizit dürfte laut Fitch in diesem Jahr nur noch einen Bruchteil des Wertes aus Krisenzeiten betragen. Auch der Bankensektor stehe heute besser da, wenngleich faule Kredite weiter ein Risiko seien.

Portugal war eines der europäischen Länder, das am schwersten unter den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise gelitten hatte. Insgesamt 78 Milliarden Euro erhielt das Euro-Land aus Rettungspaketen der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds. Danke der Hilfe hat sich die Lage inzwischen entspannt: Im September erklärte bereits der Fitch-Rivale S&P das Land wieder zu einem zuverlässigen Schuldner. Für die dritte große Ratingagentur Moody's gilt Portugal allerdings noch als zweifelhafter Schuldner mit einer - wenn auch denkbar knapp - lediglich ausreichenden Bewertung.

Irland steht bei A+

Einige Schritte weiter ist bereits Irland: Dank eines drastischen Abbaus fauler Kredite hob Fitch das Rating am Freitag um eine Stufe von "A" auf "A+" an. Damit hat Irland in den Augen der Experten eine gute Kreditwürdigkeit. Der Ausblick ist stabil.

Der Bankensektor erhole sich, begründete Fitch den Schritt in erster Linie. Dies reduziere die Risiken für den Staat und die Wirtschaft. Die Quote fauler Kredite sei zur Jahresmitte auf 11,9 Prozent gefallen vergleichen mit einem Negativrekord von 25,7 Prozent zur Jahresmitte 2013. Gleichzeitig habe sich das Kapitalpolster der Banken verbessert. Vor diesem Hintergrund hatte Fitch jüngst auch die Kreditwürdigkeit der zwei größten Banken des Landes angehoben, der Bank of Ireland und der Allied Irish Banks.

Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise wären viele irische Banken kollabiert, hätte der Staat nicht mit Milliarden ausgeholfen. Das hatte den Haushalt stark belastet. Erst zur Jahresmitte hatte die Regierung die verstaatlichte Allied Irish Banks wieder an die Börse gebracht. Ein gutes Rating erleichtert die Aufnahme von frischem Geld am Kapitalmarkt zu niedrigen Zinsen.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/rts

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