Wirtschaft

"Wird Insolvenzen geben" Zweite Welle dämpft Konsumlaune deutlich

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Die "Mall of Berlin" wartet auf Shoppingwütige vor Weihnachten. Aber werden sie auch kommen?

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Vorweihnachtszeit ist für Einzelhändler die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Doch der Teil-Lockdown droht ihnen das Geschäft zu verhageln. Laut den GfK-Konsumforschern sind die Verbraucher vorsichtig beim Geld ausgeben. In der anhaltenden Krise neigen sie eher zum Sparen.

Wie schon die erste Corona-Welle im Frühjahr dieses Jahres hat auch die zweite Welle im Herbst die Konsumlaune in Deutschland empfindlich gestört. Der vierwöchige Teil-Lockdown, der nun in die Verlängerung bis Weihnachten geht, habe die Verbraucherstimmung im November spürbar gedämpft, teilte das Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK mit. Für Dezember prognostiziert die GfK einen Wert von minus 6,7 Punkten und damit 3,5 Punkte weniger als im Vormonat.

"Der weitere Verlauf des Infektionsgeschehens in den kommenden Wochen wird maßgeblich darüber bestimmen, ob sich das Konsumklima wieder stabilisieren kann", sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Rückläufig sind nach Einschätzung des Instituts sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartungen als auch die Anschaffungsneigung. "Zwar bleiben die Einzelhandelsgeschäfte geöffnet, doch die erneute Schließung von Hotellerie, Gastronomie und Veranstaltungsgewerbe trifft - ebenso wie der noch immer am Boden liegende Tourismus - das Konsumklima schwer", sagte Bürkl.

"Damit haben sich auch die Hoffnungen auf eine rasche Erholung, die noch im Frühsommer aufkamen, endgültig zerschlagen", betonte er. Zumal auch über den Export keine Entlastung zu erwarten sei - in den Nachbarländern sieht die Corona-Situation nicht besser aus. Zu erwarten seien Insolvenzen, etwa in der Gastronomie, im Hotel- oder Veranstaltungsgewerbe. "Trotz erheblicher finanzieller Unterstützung durch die Regierung werden es vermutlich eine Reihe von Unternehmen aus diesen Bereichen nicht überleben und in die Insolvenz gehen müssen", sagte Bürkl.

Altmaier: mehr verkaufsoffene Sonntage 2021

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Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier plädierte angesichts der angespannten Lage bei vielen Einzelhändlern für mehr verkaufsoffene Sonntage 2021. "Ich würde mir wünschen, dass das, was an Umsatzausfällen in diesem Jahr angefallen ist, über weitere verkaufsoffene Sonntage im nächsten Jahr wieder reingeholt werden kann", sagte er der "Bild"-Zeitung. Er habe an "alle Landesregierungen und Kommunen die Bitte gerichtet, mit den Öffnungszeiten möglichst großzügig und flexibel umzugehen".

Als Folge zunehmender Verunsicherung bei den Verbrauchern ist laut GfK auch die Sparneigung gestiegen. Dies habe im Umkehrschluss noch weiter an der Konsumlaune genagt. Einer neuen Umfrage zufolge seien drei von vier Bürgern in Deutschland der Meinung, dass Covid-19 für Deutschland eine große oder sehr große Bedrohung darstellt. Dagegen machen sich nur die Hälfte große oder sehr große Sorgen, was ihre persönliche wirtschaftliche Zukunft angeht.

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP