Sport
Blatter kassierte 2015 gut 3,3 Millionen Euro.
Blatter kassierte 2015 gut 3,3 Millionen Euro.(Foto: AP)

Blatter zieht vor den Cas: Fifa macht 110 Millionen Euro Minus

Erstmals seit 2002 hat die Fifa wieder eine Geschäftsjahr mit einem Verlust beendet. Als Zeichen der neuen Transparenz lässt der Fußball-Weltverband die Öffentlichkeit auch einen Blick auf die Gehaltszettel seiner Spitzenkräfte werfen.

Der Fußball-Weltverband Fifa schließt das vergangene Jahr mit einem satten Minus ab. Das Defizit beläuft sich auf insgesamt 110 Millionen Euro, wie der Verband mitteilt. Es ist das erste negative Ergebnis seit 2002. Zugleich veröffentlichte die Fifa als Zeichen für die neue Transparenz auch die Gehälter der früheren Bosse: So erhielt Ex-Präsident Joseph Blatter im vergangenen Jahr 3,3 Millionen Euro - inklusive einer 400.000-Euro-Zahlung für sein 40-jähriges Dienstjubiläum. Der inzwischen gefeuerte Generalsekretär Jerome Valcke kassierte 1,9 Millionen Euro. Die Exko-Mitglieder - darunter der frühere DFB-Präsident Wolfgang  Niersbach - haben jeweils 270.000 Euro erhalten.

Für das Ergebnis machte der Verband unter anderem "unvorhergesehene Kosten" wie Anwaltsgebühren und Kosten für außerplanmäßige Treffen verantwortlich. Die Rücklagen schrumpften um 165 Millionen auf 1,21 Milliarden Euro. Für den kompletten Finanz-Zyklus von 2015 bis 2018 rechnet der Weltverband dennoch mit einem Gewinn von 90 Millionen Euro, dies ist allerdings mehr als eine halbe Milliarde weniger als in der Prognose von 2014.

Zuletzt war der Fußball für den Weltverband noch eine Goldgrube  gewesen. Von 2011 bis 2014 hat die Fifa einen Gewinn von umgerechnet 313,4 Millionen Euro erzielt. Für die vorherige Haushaltsperiode von  2007 bis 2010 waren es sogar 585 Millionen Euro.

Infantino: Haben Kurve bekommen

"Ich glaube, dass wir mit den jüngst verabschiedeten Reformen die Kurve bekommen haben und dass die Fifa stärker als je zuvor daraus  herausgeht", sagte der neue Präsident Gianni Infantino. "Ich verspreche, dass ich dies während meiner Präsidentschaft schaffen werde und die Fifa in eine strahlende und nachhaltige Zukunft führe, so dass wir wieder unseren vollen Fokus auf den Fußball richten können."

Nach dpa-Informationen wird Infantino künftig weniger verdienen als sein eigener Generalsekretär. Der noch nicht benannte Top-Manager wird zum bestbezahlten Vertreter des Weltverbandes werden. Vor allem die Anwalts- und Beratungskosten durch die Korruptionsaffäre fressen momentan ein Loch in die Finanzen. Es wird derzeit über einen lukrativen Sponsorenvertrag gemunkelt.

Blatter bäumt sich auf

Derweil bäumt sich Blatter noch einmal auf und wehrt sich gegen seine sechsjährige Sperre. Der 80-Jährige hat den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne angerufen, um eine Annullierung der Fifa-Urteile zu erwirken, wie die letzte sportrechtliche Instanz mitteilte. Ein Schiedsverfahren sei bereits im Gange. Die Ethikkommission des Weltverbandes hatte Blatter im Dezember für acht Jahre für alle Ämter im Fußball gesperrt. In der Berufungsverhandlung wurde das Strafmaß am 24. Februar auf sechs Jahre reduziert. Zuvor hatte auch der gesperrte Uefa-Präsident Michel Platini, der ebenfalls für acht und später sechs Jahre aus dem Verkehr  gezogen worden war, den CAS angerufen.

Den beiden Spitzenfunktionären war eine dubiose Zahlung von 1,8 Millionen Euro im Jahr 2011 von der Fifa an Platini zum Verhängnis geworden. Blatter und Platini argumentieren mit einem gültigen mündlichen  Vertrag, die Fifa-Richter sahen das anders. Für Platini war die Sanktion durch die Ethikkommission das Ende seiner Präsidentschaftsambitionen - zum neuen Fifa-Präsidenten wurde am 26. Februar Gianni Infantino gewählt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen