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Nächstes E-Auto für Europa? BYD Han EV - Luxus-Stromstoß aus China

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Die Luxuslimousine Han EV von BYD soll dank neuer Batterietechnik bis zu 600 Kilometer weit stromern.

(Foto: BYD)

Nachdem BYD angekündigt hat, sein Elektro-SUV Tang EV600 in Norwegen zu verkaufen, haben die Chinesen jetzt vermeldet, dass auch ihre Luxuslimousine Han EV demnächst in Europa an den Start gehen könnte. Der Stromer zielt klar auf das Tesla Model 3 ab.

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Wenn man den Han EV so anguckt, darf man sagen, dass BYD hier ein recht eigenständiges Auto auf die Räder gestellt hat.

(Foto: BYD)

Vor wenigen Tagen berichtete ntv.de darüber, dass der chinesische Autobauer BYD sein Elektro-SUV Tang EV600 noch in diesem Jahr in Norwegen auf den Markt bringen will. Wenn das läuft, so heißt es jetzt aus China, wird man auch die Elektrolimousine Han EV als direkten Gegner zum Tesla Model S auf dem Kontinent anbieten. Wann das genau geschehen soll, ist noch nicht klar. Um Interessenten anzufüttern, hat BYD aber schon mal den Preis genannt. Zwischen 45.000 und 55.000 Euro soll der Luxusstromer demnach kosten.

Bis es so weit ist, soll sich der Viertürer seine Meriten auf dem Heimatmarkt verdienen. Neben einer Frontantriebsversion mit 222 PS wird es für die fast fünf Meter lange Limousine einen 494 PS starken Allradantrieb geben. Damit soll der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h in 3,9 Sekunden möglich sein. BYD verspricht eine Reichweite von 600 Kilometern.

Neue "Blade Battery"

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Der Innenraum des Han EV ist nicht nur voll digitalisiert, er macht auch einen sehr edlen Eindruck.

(Foto: BYD)

Dafür sorgt ein neuer Akku, der weniger brandanfällig als andere Lithium-Ionen-Akkus sein soll. Der Energiespeicher soll stabiler gegen äußere Einflüsse sein. In Tests, so berichtet BYD, sei die Batterie mit Nägeln beschossen worden. Normalerweise hätte ein herkömmlicher Lithium-Ionen-Akku bei einer derartigen Beanspruchung eine Temperatur von mehr als 500 Grad Celsius entwickelt. Die sogenannte "Blade Battery" habe sich aber nur auf 30 bis 60 Grad Celsius erwärmt, heißt es bei BYD.

Ein weiterer Vorteil der "Blade Battery" soll ihre Größe sein. So soll die Platzausnutzung um 50 Prozent besser sein als in vergleichbaren Fahrzeugen, also einem Tesla Model 3 zum Beispiel. Für die Zukunft will das BYD-Tochterunternehmen Findreams die "Blade Battery" auch anderen Autobauern anbieten. He Long, Chef von Findreams, betont: "Wir sind bereits mit vielen Fahrzeugherstellern im Gespräch."

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Lange Motorhaube, abfallende Dachlinie und kurze Überhänge, der Han EV erfüllt alles, was es zu einer schnittigen Coupé-Limousine braucht.

(Foto: BYD)

Doch der Han EV verfügt nicht nur über eine neue Batterie, er hat auch das selbstlernende Fahrassistenzsystem DiPilot an Bord, das mithilfe von 5G-Vernetzung einen besonders hohen Grad beim automatisierten Fahren ermöglichen soll. In China wird der Han EV übrigens auch als Plugin-Hybrid angeboten. Ob das auch für Europa eine Option ist, wird sich zeigen.

Dennoch darf man gespannt sein, wie sich der Verkauf hüben und drüben gestaltet und wann BYD den Schritt wagt, um hier am Ende nicht nur Tesla den Kampf anzusagen.

Quelle: ntv.de, hpr