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Wilde Mischung Ducati bringt Lamborghini auf zwei Rädern

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An der Farbe und den Felgen ist auf den ersten Blick die Gemeinsamkeit zwischen Lamborghini Siàn FKP 37 und der Lamborghini Diavel 1260 zu erkennen.

(Foto: Ducati)

Wenn man ein Klischee über Italiener bemüht, dann häufig das, dass ihre Liebe zu schnellen Fahrzeugen sie eint. Bestätigt wird das jetzt erneut durch eine Zusammenarbeit von Lamborghini und Ducati, denn der letztgenannte Hersteller hat ein Bike ganz im Stil eines Supersportwagens entworfen.

Es passiert nicht so oft, dass sich ein Motorradhersteller für eines seiner Modelle ein Vorbild bei einem Autobauer sucht. So jetzt geschehen bei Ducati. Die Italiener haben, sozusagen in freundschaftlicher Verbundenheit und nationaler Sportgemeinschaft, Lamborghini für sich entdeckt. Na ja, liegt nicht so fern, denn beide haben ihre Wurzeln im Motor Valley, dem Teil in der Emilia-Romagna, in dem einige der weltweit bedeutendsten Unternehmen der Automobilbranche angesiedelt sind. Kann aber auch nur daran liegen, dass beide ohnehin unter dem Dach der Übermutter Volkswagen vereint sind.

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Das Herz der Lamborghini Diavel 1260 bildet der 162 PS starke Testastretta DVT 1262 Motor.

(Foto: Ducati)

Egal. Welches schmucke Stück der Marke mit dem Stier im Logo hat Ducati denn nun als Inspiration für sich auserkoren? Es ist der Siàn FKP 37. Im Bologneser Dialekt bedeutet Siàn übrigens Blitz. Insofern ist der Name hier gleich mehrdeutig: Zum einen steht er für die Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h, zum anderen ist der Siàn der erste Supersportwagen mit einem V12-Motor mit Hybrid-Technologie basierend auf Superkondensatoren. Die sind übrigens dreimal leistungsfähiger als eine Batterie mit gleichem Gewicht. Setzt man diese Art des Vortriebs in Zahlen um, dann heißt das, hier stehen 819 PS zur Verfügung, die den Sián FKP 37 in 2,8 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen.

Diavel statt Panigale

Bis dato ist der Siàn FKP 37 der leistungsstärkste Lamborghini, der je produziert wurde. Jetzt könnte der Ducati-Kenner meinen, dass ein entsprechendes Pendant zu dem Boliden auf zwei Rädern eine Panigale V4 SP wäre. Ein Supersportmotorrad, das in der Liga der Zweiräder ganz klar auf Augenhöhe mit Lamborghini fährt. Aber weit gefehlt: Es ist eine Diavel. Also diese wilde Mischung aus einem Maxi Naked Bike und einem Muscle Cruiser, dessen Herz der 162 PS starke Testastretta DVT 1262 Motor ist, der ordentliche 129 Newtonmeter maximales Drehmoment auf die Kette legt. Und so heißt das Teil nach der Design-Kur dann auch "Lamborghini Diavel 1260".

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Am Heck der Lamborghini Diavel 1260 rollt ein 240 Millimeter breiter Hinterreifen, Öhlins nehmen vorn und hinten das Unbill der Straße auf.

(Foto: Ducati)

"Das Motorrad wurde in derselben Stilrichtung entworfen, die auch den Supersportwagen auszeichnet", erklärt Ducati-Chef Andrea Ferraresi. "So sind zum Beispiel die Felgen, die eine grundlegende Komponente für ein Motorrad wie dieses sind, geschmiedet und bringen es ganz nah an den Siàn." Aber nicht nur das zeichnet die Lamborghini Diavel 1260 aus. Die gesamte Karosserie wurde aus Kohlefaser gefertigt, und der Lack mit dem Namen "Gea Green" entspricht zu 100 Prozent dem des Siàn FKP 37. Wer das typische Ducati-Rot sucht, findet es an den Brembo-Bremssätteln wieder.

Weitere wichtige Merkmale des Lamborghini-Designs sind das Sechseck und das Y-Motiv. Ersteres findet sich bei der Diavel in der Form des Auspuffs wieder, zweites wurde auf der Sitzbank vermerkt. Eines ist allerdings überraschend: Obwohl die Kühlerabdeckungen, Lufteinlässe, Schalldämpferabdeckungen, Spoiler, Tankabdeckung sowie Kotflügel und Scheinwerferrahmen aus Carbon gefertigt wurden, wiegt die Lamborghini Diavel 1260 mit 220 Kilogramm exakt so viel wie ihre Schwester im Alltagsdress.

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Das Sechseck von Lamborghini findet sich bei Ducati in der Auspuffanlage wieder.

(Foto: Ducati)

Die Zahl des Sondermodells ist natürlich limitiert. Lediglich 630 Stück der Lamborghini Diavel 1260 sollen gebaut werden. Um diese Zahl zu begründen, machen die Italiener folgende Rechnung auf: Die Zahl 63, die auch in der Lackierung vermerkt ist, bezieht sich auf das Jahr 1963. Da wurde das Unternehmen in Sant'Agata Bolognese gegründet. Jetzt multipliziert man die Zahl mit Zehn und schwupp, hat man die 630 limitierten Exemplare, die Ducati produzieren wird.

Natürlich ist jedes der Bikes mit einer fortlaufenden Produktionsnummer versehen, die auf einem Aluminiumschild am Rahmen vermerkt ist. Bleibt nur noch die Frage nach dem Preis. Für das Pracht-Motorrad ruft Ducati stattliche 34.990 Euro auf. Das sind gut 15.000 Euro mehr als die Italiener für eine schlichte Diavel 1260 haben wollen.

Quelle: ntv.de