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Kommt Zulassung für Sputnik V? EU-Behörde prüft russischen Impfstoff

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Sputnik V könnte auch in Deutschland produziert werden.

(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

Schon seit Monaten wird der russische Impfstoff Sputnik V in mehreren Ländern gespritzt. Nun nimmt auch die zuständige EU-Behörde EMA ein Prüfverfahren auf. Das Präparat hat mehrere Vorteile.

Den Menschen in der EU könnte demnächst ein weiterer Impfstoff zur Verfügung stehen. Wie die EU-Arzneimittelbehörde EMA mitteilte, prüft sie das russische Vakzin Sputnik V. Wann mit einer Zulassung zu rechnen ist, blieb unklar. Das "rollierende Zulassungsverfahren" werde andauern, bis genug Belege für einen Antrag auf Marktzulassung vorhanden seien. Die könne dann dank dieses Verfahrens voraussichtlich schneller als üblich erteilt werden.

Der Antrag auf Prüfung kam demnach aus Deutschland - allerdings von einem russischen Unternehmen. Der Pharmakonzern R-Pharm habe diesen über seine deutsche Tochter eingereicht, heißt es in der EMA-Mitteilung. R-Pharm sitzt in Deutschland im bayerischen Illertissen (Landkreis Neu-Ulm). Im September hatte der Konzern angekündigt, dort groß zu investieren, um jährlich bis zu 500 Millionen Impfdosen zu produzieren. Damals hieß es aber, dass dort vor allem der Impfstoff von Astrazeneca hergestellt werden solle. Dieser soll in viele Länder geliefert werden. Im September hatte es aber auch geheißen, womöglich werde auch Sputnik V in Illertissen hergestellt.

Die EU führe derzeit keine Gespräche über einen Kauf von Sputnik V, teilte ein Sprecher der EU-Kommission mit. Im Falle einer Zulassung könnte Russland nach eigenen Angaben ab Juni 50 Millionen Dosen an die EU liefern. Vorteile des russischen Präparats sind geringe Kosten und die Möglichkeit, ihn bei Kühlschranktemperaturen zu lagern. Andere Impfstoffe wie die von Biontech/Pfizer und Moderna müssen dagegen stark gekühlt gelagert werden. Wie diese Präparate wird auch Sputnik V in zwei Dosen verimpft.

Mit Tschechien, der Slowakei und Ungarn haben bereits drei EU-Länder angekündigt, den russischen Impfstoff verwenden zu wollen, obwohl es noch keine EU-weite Zulassung gibt. Die Lieferung einer ersten Charge löste am Mittwoch in Bratislava heftige Kontroversen in der Regierung aus. Außenminister Ivan Korcok etwa kritisierte Sputnik V als Teil des "hybriden Kriegs" des Kremls gegen den Westen. In Ungarn wird der Stoff ebenso wie das chinesische Präparat von Sinopharm bereits verimpft.

Viele Russen sind noch skeptisch

In Deutschland sprach sich am Mittwoch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff für den russischen Impfstoff aus. "Wir haben kein Problem mit Sputnik V. Ich bin als Kind schon mit einem russischen Präparat erfolgreich gegen Kinderlähmung geimpft worden (...) Ich würde mich jederzeit mit Sputnik V impfen lassen", sagte er.

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In einer Umfrage zeigten sich viele Russen skeptisch gegenüber Sputnik V. Nur 30 Prozent von ihnen sind derzeit bereit, es sich spritzen zu lassen, wie eine kürzlich veröffentlichte Befragung des Meinungsforschungszentrums Lewada ergab. Als Hauptgründe wurden Angst vor Nebenwirkungen und nicht vollständig abgeschlossene klinische Studien genannt.

Russland hatte den Impfstoff Sputnik V bereits im vorigen Sommer zugelassen, obwohl bis dahin wichtige Tests noch nicht erfolgt waren. Anfang Februar wurden im medizinischen Fachblatt "The Lancet" Daten zu einer wohl hohen Wirksamkeit des Vakzins veröffentlicht. Laut russischen Angaben wurde der Impfstoff in mittlerweile mehr als 30 Ländern registriert.

Quelle: ntv.de, vpe/AFP/dpa/rts

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