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"Ich bin ein guter Mensch" Inzest-Täter Josef Fritzl hat Buch geschrieben

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Josef Fritzl wurde 2009 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Josef Fritzl wurde 2009 zu lebenslanger Haft verurteilt.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

24 Jahre lang hält Josef Fritzl seine Tochter Elisabeth in einem Keller gefangen, vergewaltigt sie tausendfach und zeugt sieben Kinder mit ihr. Nun hat der heute 87-Jährige ein Buch verfasst. Von Reue ist darin keine Spur - im Gegenteil.

Nach 15 Jahren in einer Justizanstalt für "geistig abnorme Rechtsbrecher" hat Josef Fritzl ein Buch geschrieben. Das berichtet die "Kronen-Zeitung". Der heute 87-Jährige, der von zahlreichen Medien wegen seiner ungeheuerlichen Taten das "Monster von Amstetten" genannt wurde, hatte seine Tochter Elisabeth 24 Jahre lang im Keller seines Hauses gefangen gehalten, sie tausendfach vergewaltigt und sieben Kinder mit ihr gezeugt. Ein Kind starb kurz nach der Geburt und wurde von Fritzl im Heizkessel verbrannt. Fritzl, der mittlerweile Mayrhoff heißt, wurde nach der Entdeckung des Verlieses wegen Mordes durch Unterlassung, Vergewaltigung, Inzest, schwerer Nötigung und Sklaverei zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Das Buch heißt "Die Abgründe des Josef F." und wurde zusammen mit seiner Anwältin Astrid Wagner verfasst. Der Inzest-Täter gibt darin Einblicke in seine wirre Gedankenwelt. Anzeichen für Reue oder Unrechtsbewusstsein gibt es nicht. "In Wirklichkeit bin ich ein guter Mensch", schreibt der Österreicher demnach. Er könne sich nicht erklären, warum seine Frau Rosemarie den Kontakt zu ihm abgebrochen hat. Auch beschreibt er sich als "verantwortungsvollen Familienmenschen", der auf einige berufliche Erfolge zurückblicken könne.

"Hunderte Briefe" von verliebten Frauen

Immer wieder thematisiert Fritzl schonungslos sexuelle Erlebnisse und Seitensprünge. So behauptet er, er habe Dutzende sexuelle Affären auf Dienstreisen gehabt, aus denen auch Nachwuchs entstanden sei. "Mit mehreren Inderinnen habe ich Kinder", erzählt er. Auf einen mittlerweile erwachsenen Sohn, der heute "ein angesehener Anwalt" sei und einem Seitensprung mit einer Ghanaerin entstamme, ist Fritzl offenbar besonders stolz.

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Als es um seine Verhaftung im Jahr 2008 geht, soll Fritzl sich als Opfer und nicht als Täter darstellen. "Ich war mit meinen Gedanken völlig allein. Es gab niemanden, dem ich mich anvertrauen konnte", heißt es. Trotz seiner Gräueltaten würden ihn nach eigenen Angaben "Hunderte Briefe" von Frauen erreichen, die in ihn verliebt sind.

Der 87-Jährige will schnellstmöglich vom Maßnahmen- in den Normalvollzug überstellt werden. So könne er einen Antrag auf Haftentlassung an die Justiz richten. Schließlich wolle er die letzten Jahre seines Daseins "in Freiheit verbringen". Nach seiner Entlassung wolle er nach Amstetten zurückkehren und sich dort ein kleines Geschäft aufbauen.

Quelle: ntv.de, lar

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