Panorama

Globaler Schlag gegen Kriminelle Mega-Razzia endet mit mehr als 800 Festnahmen

Es ist eine der größten Razzien der Welt: In vielen Ländern nehmen Polizeibehörden insgesamt mehr als 800 mutmaßliche Kriminelle fest - darunter auch Dutzende in Deutschland. Der Schlüssel zum Erfolg war ein international genutztes Krypto-Netzwerk.

Internationale Ermittler haben nach Angaben von Europol bei einem Einsatz gegen das organisierte Verbrechen mehr als 800 Verdächtige in 16 Ländern festgenommen. Es sei eine der bislang größten Polizei-Operationen gewesen, teilte Europol in Den Haag mit. Mehr als 700 Häuser in Europa, Neuseeland, Australien und den USA seien durchsucht worden, Tonnen an Drogen beschlagnahmt und große Mengen an Bargeld, Juwelen und Waffen sichergestellt worden.

Allein in Deutschland hatte die Polizei im Rahmen der international abgestimmten Einsätze mehr als 150 Wohnungen, Lagerhallen und Geschäftsräume durchsucht, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt (BKA) mit. Schwerpunkt der Einsätze war demnach das Bundesland Hessen. Insgesamt gab es dabei den Angaben zufolge mehr als 70 Festnahmen.

"Dies war einer der größten und ausgeklügeltesten Einsätze überhaupt", sagte der stellvertretende Europol-Direktor Jean-Philippe Lecouffe in Den Haag. Die Operation "Trojan Shield" (Trojanisches Schild) stand unter Leitung der US-Bundespolizei FBI, der US-Drogenbehörde FDA, der Polizei von Schweden und der Niederlande und war von Europol koordiniert worden. Ermittler in 16 Ländern seien beteiligt gewesen. Demnach wurden weltweit mehr als acht Tonnen Kokain beschlagnahmt.

Anderthalbjährige Ermittlungen

Mehr als 18 Monate lang hatten die Ermittler Telefongespräche und andere Kommunikation der Banden abgehört. Mehr als 27 Millionen Nachrichten seien gefiltert worden. Der Schlag war gelungen, da Undercover-Beamte präparierte Telefone in mehr als 300 Banden eingeschleust hatten, auch bei Mafia-Banden in Italien, Motor-Gangs und internationalen Drogen-Syndikaten. Die Telefone, die angeblich verschlüsselt sein sollten, waren nach Europol-Angaben mit einem Telekom-Netzwerk verbunden, das vom FBI eingerichtet worden war. Die Ermittler sprachen von einem sogenannten Krypto-Netzwerk, das international genutzt worden sei.

Die Ermittlungen auf Grundlage der Kryptohandy-Überwachung hätten etwa hundert Menschen das Leben gerettet, hob Calvin Shivers vom FBI hervor. Demnach verfolgten Ermittler über das Krypto-Netzwerk, wie Mitglieder der Mafia, asiatischer Verbrechersyndikate oder krimineller Motorradbanden Drogengeschäfte, Geldwäsche und sogar Bandenmorde über die Plattform "AN0M" planten. Die Geräte verfügen über keine Mail-, Telefon- oder GPS-Funktionen und können nur Nachrichten an andere "AN0M"-Handys versenden.

Nach Angaben der australischen Bundespolizei AFP gab es allein in dem Land bisher mehr als 200 Festnahmen. Rund 3,7 Tonnen Drogen, mehr als 100 Waffen und 45 Millionen australische Dollar (etwa 22 Millionen Euro) in bar seien beschlagnahmt worden. Die Ermittlungen, bei denen die Kommunikation zwischen Mitgliedern der organisierten Kriminalität in Zusammenarbeit mit dem FBI überwacht wurde, dauerten demnach rund drei Jahre. Auch in Neuseeland wurden den dortigen Behörden zufolge 35 Menschen festgenommen.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/AFP

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