Panorama

Weiter hohe Infiziertenzahl RKI-Chef meldet "einige positive Tendenzen"

Nach den eingeschränkten Ostertagen zieht das Robert-Koch-Institut ein gemischtes Zwischenfazit zur Corona-Lage in Deutschland. RKI-Präsident Wieler äußert vorsichtigen Optimismus. Zugleich betont er ein "relativ hohes Niveau" der Infektionszahlen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht Deutschland nach dem Osterwochenende auf einem guten Weg aus der Coronavirus-Krise, aber noch keinen Grund zur Entwarnung. "Es gibt einige positive Tendenzen", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz. Demnach steigen die Fallzahlen nicht mehr so stark an wie zu Beginn der Pandemie. Wieler wertet dies als Teilerfolg: "Schön, dass unsere Maßnahmen Erfolge zeigen." Zugleich mahnte er, die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin unvermindert einzuhalten. "Lassen Sie uns nicht nachlassen", sagte er. Nun gelte es, sich zu belohnen.

Mit Blick auf die Entwicklung der Infektionszahlen erklärte Wieler, dass diese sich "auf einem relativ hohen Niveau eingependelt" haben. Eindeutige Hinweise auf einen Rückgang gebe es nicht, so Wieler. Zudem wies der RKI-Präsident darauf hin, dass es bei den Werten "starke regionale Unterschiede" gebe.

Berechnungen von ntv auf Basis der offiziellen Länderdaten und der RKI-Schätzungen zufolge beträgt die Zahl der bisher bekannten und bestätigten Corona-Fälle in Deutschland nun 126.615. Im Vergleich zum Vortag gab es demnach 2373 neue Infektionsfälle. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion und der davon ausgelösten Atemwegserkrankung Covid-19 ihr Leben verloren, erhöhte sich bis Montagabend um 159 auf 2993. Wieler verwies jedoch darauf, dass dem RKI und den Landesbehörden über Ostern weniger Daten übermittelt wurden, weshalb ein genaueres Lagebild erst in den kommenden Tagen erkennbar sei.

Dennoch werden laut Wieler schon jetzt zwei positive Aspekte beim Blick auf die aktuelle Entwicklung deutlich. Zum einen sei es gelungen, die Grippewelle von der Covid-19-Welle zu "entkoppeln". Dadurch seien wertvolle Kapazitäten im Gesundheitssystem frei geworden. Zum anderen sei "ein weiteres Etappenziel erreicht", indem es ausreichend Intensivbetten und Beatmungsgeräte gebe. "Bei der derzeitigen Dynamik werden keine Engpässe prognostiziert", sagte Wieler. Auch hier verwies er jedoch auf regionale Unterschiede.

Anlass für Entwarnung sieht Wieler allerdings nicht. Als einen Grund führt er die weiterhin hohe Zahl an Infizierten an. Da sich noch viele Erkrankte in Intensivbehandlung befinden, sei davon auszugehen, "dass noch viele Todesfälle hinzukommen". Außerdem sei der Zielwert des RKI für die Reproduktionszahl - also der Wert, der die Ansteckungsrate wiedergibt - noch nicht erreicht. Laut Wieler steht der Faktor derzeit bei 1,2. Das RKI strebt einen Wert unter eins an.

Aber: "Wir sehen eine Verlangsamung", sagte Wieler. Die Zahl der geheilten Fälle gab er mit 68.100 an. Damit sind also "mehr als Hälfte aller Fälle genesen".

Quelle: ntv.de, cri

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