Infografik

Epidemie-Lage in Deutschland Alle Daten, alle Fakten zum Coronavirus

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Belastungsprobe für das Gesundheitssystem: Wie gut kann Deutschland mit dem Coronavirus-Ausbruch umgehen?

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Kampf gegen das Virus verlagert sich immer mehr in den Süden: Im Freistaat Bayern gibt es bereits mehr registrierte Infektionsfälle als in ganz Deutschland vor zwei Wochen. Die Zahl der Todesopfer steigt noch stärker als am Vortag. Die aktuelle Lage in der Übersicht.

In der Coronavirus-Krise ist noch immer keine Entspannung der Lage in Sicht: In Deutschland sind die Fallzahlen zur Wochenmitte weiter angestiegen. Bis Mittwochabend haben sich insgesamt fast 73.000 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. Mehr als 800 Menschen sind im Zusammenhang mit der von dem Virus ausgelösten Atemwegserkrankung Covid-19 gestorben.

Hinweis: Karten und Infografiken werden laufend aktualisiert.

Wie aus den von den Gesundheitsbehörden in den 16 Bundesländern bis Mittwochabend veröffentlichten Falldaten hervorgeht, erhöhte sich die Gesamtzahl der in Deutschland erfassten Coronavirus-Infektionen seit Beginn der Ansteckungswelle auf 72.071 Fälle. Das sind rund 2200 mehr als am Vorabend. Die Zahl der Todesopfer stieg bis zum Abend auf insgesamt 867. Im Lauf des Mittwochs wurden damit 164 Coronavirus-Tote gemeldet - so viele binnen 24 Stunden wie noch nie zuvor.

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Der Anstieg bei den Fallzahlen unterstreicht den Ernst der Lage, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der tägliche Zuwachs bei den Neuinfektion zuletzt wieder zurückging. Aktuell liegt die Rate zum Vortag bei 3,4 Prozent. Seit vergangenem Freitag war diese für die Einschätzungen zum Epidemieverlauf bedeutsame Kennzahl von 13,2 Prozent (Freitag) bis auf zuletzt 6,6 Prozent (Montag) beziehungsweise 7,3 (Dienstag) gesunken.

"Die Zahl der Fälle in Deutschland steigt weiter an", heißt es unverändert im aktuellen Situationsbericht des Robert-Koch-Instituts (RKI), das die Epidemie-Abwehr in Deutschland federführend koordiniert. "Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation." Bei einem Teil der Fälle beobachten Mediziner schwere Krankheitsverläufe. Auch tödliche Krankheitsverläufe sind möglich.

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"Die Wahrscheinlichkeit für schwere Krankheitsverläufe nimmt mit zunehmendem Alter und bestehenden Vorerkrankungen zu", hatte RKI-Chef Lothar Wieler bei der ersten Pressekonferenz zur Lage in der laufenden Woche betont. Komplikationen könne es jedoch in jeder Altersgruppe geben.

Immerhin: Das RKI geht davon aus, dass aktuell mindestens 18.700 Menschen ihre Infektion mit dem Coronavirus bereits als geheilt und nicht mehr ansteckend überstanden haben. Dabei handele es sich um eine "konservativ geschätzte Zahl", wie Wieler ausdrücklich betonte. Zentral erfasst wird die Zahl der wieder gesunden Coronavirus-Fälle nicht, nur wenige Bundesländer geben sie offiziell an.

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Unter den vom RKI ausgewerteten Coronavirus-Fällen waren rund 52 Prozent Männer und 48 Prozent Frauen. Falldaten gibt es mittlerweile aus allen Altersgruppen, darunter auch Kinder und Jugendliche. Das derzeit jüngste Todesopfer in Deutschland war den Angaben des RKI zufolge 28 Jahre alt, litt allerdings an Vorerkrankungen. Das Durchschnittsalter der deutschen Virus-Toten liegt aktuell bei  80 Jahre. 87 Prozent aller Toten war 70 Jahre und älter.

"Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit insgesamt als hoch eingeschätzt, für Risikogruppen als sehr hoch", warnen die Experten. "Es häufen sich in den letzten Tagen Berichte über Covid-19-bedingte Ausbrüche in Alters- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern. In einigen dieser Ausbrüche ist die Zahl der Verstorbenen vergleichsweise hoch."

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Seit mehr als einer Woche sind bundesweit massive Maßnahmen des Bevölkerungsschutzes in Kraft, um die weitere Ausbreitung des Erregers einzudämmen. Schulen, Universitäten und Kinderbetreuungsstätten sind bereits seit mehr als zwei Wochen geschlossen. Im ganzen Land gilt ein "Kontaktverbot".

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Ab wann sich die erhoffte Wirkung der einschneidenden Maßnahmen in einem Rückgang bei der täglichen Zuwachsrate zeigen wird, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Experten gehen davon aus, dass sich Effekte der verhängten Einschränkungen erst mit mehreren Tagen Verzögerung einstellen werden.

Deutschland stehe "immer noch am Anfang der Welle", hatte RKI-Chef Wieler erst am vergangenen Wochenende in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" erklärt. Die Dynamik des Ansteckungsgeschehens könnte sich demnach womöglich wieder beschleunigen.

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Mit Abstand am schwersten betroffen von der laufenden Pandemie ist - in absoluten Zahlen gerechnet - mittlerweile der Freistaat Bayern. Dort liegen die Zahlen der bisher nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen bereits über der Marke von 17.000 Fällen. In Nordrhein-Westfalen, wo im Kreis Heinsberg das erste größere Ausbruchsgeschehen in Deutschland stattfand, wurden zuletzt 16.386 Infektionsfälle gezählt.

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Relativ betrachtet ist das Fallaufkommen in Baden-Württemberg und Hamburg jedoch deutlich höher: Die Zahl der Infizierten bezogen auf die Bevölkerung (Inzidenz) liegt dort bei 131,7 (Baden-Württemberg) beziehungsweise 132,4 (Hamburg). In Bayern sind es aktuell dagegen rein rechnerisch 131,2Fälle, in NRW sogar "nur" 91,4 Fälle je 100.000 Einwohner. Damit liegt das bevölkerungsreichste Bundesland im bundesweiten Vergleich sogar hinter dem Saarland (108,3).

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte die Öffentlichkeit bereits vor Tagen auf einen weiteren Anstieg der Fallzahlen und erhebliche Belastungen für Ärzte und Pfleger eingestimmt. "Noch ist das die Ruhe vor dem Sturm", sagte Spahn mit Blick auf die Entwicklung.

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"Keiner kann genau sagen, was in den nächsten Wochen kommt." Daher sei es weiterhin erforderlich, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Neue Maßnahmen gibt es vorerst nicht - stattdessen laufen in der Regierung erste Planungen für die Zeit nach dem weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens. Trotzdem wird davor gewarnt, verfrüht eine Lockerung der Kontaktsperren zu fordern.

"Es ist noch völlig offen, wie sich diese Epidemie weiter entwickelt", hatte RKI-Chef Wieler bereits in der zurückliegenden Woche erklärt. Dabei warnte er, dass auch jüngere und gesunde Menschen "sehr schwer" erkranken können - "es können auch Jüngere daran sterben".

Eine Analyse der Fälle in China deutet darauf hin, dass eine Infektion mit dem Coronavirus in rund 80 Prozent der Fälle lediglich milde bis moderate Erkrankungen auslöst. 14 Prozent verliefen dort schwer, aber nicht lebensbedrohlich. Und in rund 6 Prozent der Fälle war der klinische Verlauf kritisch bis lebensbedrohlich.

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Die Fallzahlen bei ntv.de liegen bereits seit Tagen deutlich über den vom RKI ausgewiesenen Werten. Das hat einen guten Grund: Bei der Auswertung der Datenlage greift ntv.de auf die Angaben aus den Gesundheitsbehörden und Ministerien der Länder zurück.

Dort werden die Zahlen - unabhängig von den formellen Meldewegen des Infektionsschutzgesetzes - teils mehrfach täglich aktualisiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. ntv.de wertet diese Angaben aus, gleicht sie mit den Angaben des RKI ab und bezieht im Fall aktueller Entwicklungen auch einzelne Mitteilungen von Landesregierungen oder Ministerien mit ein. Auf dieser Basis entsteht ein aktuelles Gesamtbild, das der tatsächlichen Entwicklung näher kommt als die offizielle Statistik des RKI.

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Das RKI selbst räumt ein, dass der "berichtete Anstieg der Fallzahlen nicht dem tatsächlichen Anstieg der Fallzahlen entspricht". Die Experten dort gehen aber davon aus, dass es sich lediglich um einen zeitlichen Verzug handelt, der allein der Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Meldeverfahren geschuldet ist.

Beim RKI werden die aus den Ämtern übermittelten Daten in der Regel um ein bis drei Tage verzögert ausgewiesen. Auch dort war bereits am vergangenen Wochenende von einem erkennbar schwächeren Anstieg der neu gemeldeten Infektionsfälle die Rede.

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In der Datenübersicht bei ntv.de gab es zuletzt eine Veränderung: Die Angaben der "aktuell Infizierten" kann vorerst nicht mehr für alle Länder ausgewiesen werden. Die Anzahl dieser Personengruppe errechnete sich bislang aus der Summe der über den gesamten Zeitverlauf bestätigten Infektionen abzüglich der Anzahl der Verstorbenen und der Menge jener Personen, die ihre Erkrankung als geheilt und nicht mehr ansteckend überstanden haben.

Für Länder wie zum Beispiel China oder Südkorea liegen dazu detaillierte Angaben vor, was wichtige Hinweise zum tatsächlichen Stand des Infektionsgeschehens ermöglicht. In Deutschland dagegen werden die geheilten Covid-19-Patienten in der amtlichen Statistik derzeit noch nicht zentral erfasst.

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"Daten darüber, ob ein Patient wieder genesen ist, werden nicht offiziell erhoben", heißt es dazu beim RKI. "Die Erhebung ist auch nicht gesetzlich vorgesehen. Das würde die ohnehin knappen Ressourcen des ÖGD unnötigerweise belasten, da sie dafür jeden Fall über Wochen verfolgen müssten und daraus keine weiteren Maßnahmen erfolgen."

Belastbare Daten zur Anzahl der Genesenen und Geheilten gibt es aus den meisten Bundesländern bisher nur für die klinisch erfassten Fällen. Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sich aber mit milden Symptomen zu Hause in Quarantäne befinden, werden nach Ablauf der Isolationsfrist bisher nicht an das RKI gemeldet. Sie gelten in den Schätzungen nach 14 Tagen als genesen.

Für die Darstellung in Karten und Infografiken wertet ntv.de neben den Zahlen des RKI und den offiziell gemeldeten Fällen der Landesbehörden auch überregionale Datenbestände aus. Die aktuellen Fallzahlen aus China und den übrigen Teilen der Welt etwa verzeichnet unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO. Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), eine Agentur der EU, sowie das US-Pendant CDC bieten jeweils eigene Überblicke zur Verbreitung des neuen Coronavirus.

Wie hoch die Dunkelziffern jeweils angesetzt werden muss, ist unklar. Längst nicht alle Infizierten entwickeln auch Symptome einer von dem Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Ansteckend können solche sogenannten asymptomatischen Fälle bisherigen Erkenntnissen zufolge trotzdem sein. Das macht diesen Personenkreis zur Gefahr für ihre Mitmenschen.

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Auch die Angaben zur Letalitätsrate - die in der ntv.de Berichterstattung in der Regel vereinfacht als Verhältnis der Virus-Toten zur Gesamtzahl der Infizierten wiedergegeben wird - sind ausdrücklich als vorläufige Angaben zu verstehen. Die Werte können sich im Verlauf der Entwicklung noch nach oben oder unten bewegen. Das Science Media Center (SMC) in Köln bietet dazu ein ausführliches Factsheet mit Hinweisen zur Letalitätsberechnung.

Die breite Öffentlichkeit stehen den Risiken der Coronavirus-Pandemie nicht hilflos gegenüber: Mediziner raten grundsätzlich zur generellen Vorsorge - unabhängig vom individuellen Risiko. Wer die gängigen Hygieneratschläge beachte, heißt es, könne sich gleichermaßen vor einer Ansteckung mit der Grippe, dem Coronavirus und nahezu allen anderen ansteckenden Viren-Infektionen schützen.

Dazu zählen Gesundheitsexperten vor allem einfache Maßnahmen, die ohne aufwendige Desinfektionsmittel auskommen: Schon das regelmäßige Händewaschen und die sogenannte Husten- und Nies-Etikette, heißt es, können das generelle Ansteckungsrisiko erheblich verringern.

Die Lage in Europa

Europaweit sind den aktuellen Zahlen vom Wochenbeginn zufolge insgesamt mehr als 25.600 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben - das entspricht etwa zwei Dritteln aller Coronavirus-Todesfälle weltweit. Mehr als 450.000 Menschen haben sich bisher in Europa infiziert.

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Die Lage in Italien

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Die Lage in Spanien

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Die Lage in Frankreich

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Die Lage in Österreich

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Die Lage in Großbritannien

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Die Lage in der Türkei

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Die Lage in den USA

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Die weltweite Lage in der Übersicht

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Die Volksrepublik China, wo der Erreger Sars-CoV-2 Ende 2019 in der Millionenmetropole Wuhan auf den Menschen übersprang, steht in der weltweiten Coronavirus-Pandemie längst nicht mehr im Mittelpunkt des Infektionsgeschehens.

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Offiziellen Zahlen aus Peking zufolge gibt es unter den rund 1,4 Milliarden Chinesen kaum noch neu entdeckte Ansteckungen. Zuletzt war nur noch von sogenannten importierten Infektionsfällen die Rede, bei denen die Ansteckung im Ausland erfolgte. Auch die Zahl der Todesfälle erhöhte sich zuletzt nur noch im einstelligen Bereich.

Quelle: ntv.de, mit Material von dpa, rts und AFP