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Epidemie-Lage in Deutschland Alle Daten, alle Fakten zum Coronavirus

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Belastungsprobe für das Gesundheitssystem: Wie gut kann Deutschland mit dem Coronavirus-Ausbruch umgehen?

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit aller Macht stemmt sich Deutschland gegen die größte Pandemie-Katastrophe der Gegenwart. Gegen Ende der elften Woche der Corona-Krise scheint der Erreger zumindest eingedämmt. Neue Ausbrüche jedoch zeigen: Das Virus ist noch da.

Der Kampf gegen das Coronavirus ist in eine neue, womöglich besonders langwierige Phase eingetreten: In Deutschland entwickeln sich die Fallzahlen zwar insgesamt weiter rückläufig, die bundesweit geschätzten Ansteckungsraten geben tendenziell nach. Doch immer neue Infektionsfälle beweisen, dass das Coronavirus Sars-CoV-2 weiter unentdeckt in der Bevölkerung zirkuliert - und das womöglich noch Monate, wenn nicht Jahre tun wird.

Hinweis: Karten und Infografiken werden laufend aktualisiert.

Vorfälle in Göttingen, Bremerhaven oder zuletzt in Mecklenburg-Vorpommern sorgten zuletzt überregional für Aufsehen und führten teilweise sogar dazu, dass einzelne Regionen die Warn- und Alarmschwellen überschritten: Anzeichen für bundesweit steigende Fallzahlen sind in den Meldedaten jedoch weiterhin nicht zu erkennen.

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In den von ntv.de ausgewerteten Angaben der Bundesländer ist die Gesamtzahl der seit Beginn der Coronavirus-Pandemie in Deutschland nachgewiesenen Infektionen bis Freitagabend auf 183.506 Fälle gestiegen. Das sind 418 Infektionen mehr als am Vorabend. Im Wochenverlauf geht die Zahl der neu gemeldeten Fälle damit bereits wieder zurück: Stärkster Meldetag nach Pfingsten war der Donnerstag mit einem Tageszuwachs von 444 Neuinfektionen.

Der rückläufige Trend ist im mehrtägigen Mittel der Neuinfektionen noch besser zu erkennen: Der Durchschnitt der vergangenen sieben Tage, mit sich kurzfristige Verzerrungseffekte zum Beispiel durch die üblicherweise schwächeren Zahlen vom Wochenende ausmitteln lassen - liegt aktuell bei nur noch 341 Fällen. Am Freitag vor einer Woche notierte dieser Wert noch bei 485, vor zwei Wochen waren es sogar noch 572.

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Bei den Sterbefällen zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab: Die schwersten Wochen, in denen zeitweise mehr als 200 Tote pro Tag zu beklagen waren, sind überstanden. Insgesamt sind in Deutschland im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion 8654 Menschen gestorben. Im Lauf des Freitags waren 23 Todesfälle hinzugekommen.

Hinweis: Die aktuellen Daten zur Pandemie-Lage weltweit finden Sie hier.

Noch immer befinden sich vielerorts Covid-19-Patienten stationär in Behandlung. Die Gefahr einer drohenden Überlastung im Gesundheitssystem konnte jedoch vorerst abgewendet werden. Im Vergleich zu anderen schwer getroffenen Staaten konnten in Deutschland sogar vergleichsweise viele schwer Erkrankte gerettet werden. Die durch den Lockdown gewonnene Zeit wurde genutzt, um die Kapazitäten im Gesundheitssystem massiv hochzufahren.

Trotz all dieser Erfolge in der Pandemie-Abwehr muss sich die Öffentlichkeit auch in Deutschland auf eine lang anhaltende "neue Normalität" einstellen. Zwar laufen das öffentliche Leben und die Wirtschaft vielerorts langsam wieder an. Und auch die Schutzmaßnahmen werden längst nicht mehr überall so gewissenhaft befolgt, wie von Medizinern und Virologen empfohlen.

Doch klar ist: Unter den Bedingungen weiter schwelender Ansteckungsherde im Land kann jede größere Menschenansammlung - und theoretisch auch jede Nachlässigkeit im Umgang mit der Infektionsgefahr - dazu beitragen, dass der Erreger zurück in die ungeschützte Öffentlichkeit findet.

Vor dem Wochenende zum Beispiel wurden erneut weitere Ausbrüche an weit auseinander liegenden Orten bekannt, zuletzt sogar im bislang vergleichsweise glimpflich davon gekommenen Mecklenburg-Vorpommern. Dort steckte ein infizierter katholischer Priester unwissentlich mehrere weitere Menschen an. Bei sechs Tests der fraglichen Kontaktpersonen des Geistlichen sei der Erreger bislang nachgewiesen worden, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock am Freitagabend mit.

Ebenfalls am Freitag bekannt wurde, dass sich in Duisburg 43 Mitarbeiter eines Paketzustellers angesteckt haben. Der lokale Ausbruch wurde nach Angaben des Unternehmens bei vorsorglichen Reihentests in einem Sortierzentrum entdeckt.

Insgesamt waren rund 400 Mitarbeiter des DPD-Standorts Duisburg getestet worden, wie ein Sprecher erklärte. Alle Infizierten stehen demnach unter häuslicher Quarantäne. Insgesamt arbeiten rund 1000 Menschen für den Standort in der Ruhrgebietsstadt. In beiden Fällen könnten die Fallzahlen noch steigen.

Die unangenehme Erkenntnis aus diesen Vorfällen lautet: Die Öffentlichkeit muss mit lang anhaltenden Ausnahmeregelungen rechnen. Selbst wenn es gelingen sollte, überregionale Ausbrüche zu verhindern, dürfte es mit dem zunehmenden Austausch und internationalen Kontakten immer wieder zu neuen Infektionsereignissen kommen.

Solange es weder lebensrettende Medikamente für schwer erkrankte Covid-19-Patienten gibt, noch einen verlässlichen Impfstoff, bleiben daher einfache Maßnahmen wie das Distanzgebot, die Maskenpflicht und die allgemeinen Hygieneregeln das einzige wirksame Mittel zur Vermeidung einer neuen Ansteckungswelle.

Ob es bis zur erhofften Massenimmunisierung eine zweite Pandemie-Welle in Deutschland geben wird, ist noch vollkommen offen und lässt sich auch nicht vorhersehen. Sicher ist bislang nur, dass die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland und der Welt dem Coronavirus bislang noch weitgehend schutzlos ausgesetzt ist.

Entsprechend besorgt zeigte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zuletzt darüber, dass manche Bürger die Verhaltensregeln in der Corona-Pandemie nicht mehr ernst nehmen. "Ich werde unruhig, wenn zum Beispiel Menschen glauben, wir brauchen die Abstandsmaßnahmen nicht mehr. Die brauchen wir", sagte Merkel in der ZDF-Sendung "Was nun ?".

Das Tragen von Gesichtsmasken in Situationen, in denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten, sei ebenfalls "absolut notwendig", betonte sie. "Das wird so bleiben, solange wir keinen Impfstoff haben und kein Medikament haben."

Zu einer möglichen zweiten Welle der Pandemie sagte Merkel, sie glaube nicht, "dass es sich genau so wiederholt, wie es war". Es könne jetzt "viel eher" reagiert werden als beim ersten Auftauchen des neuartigen Coronavirus. Auf die Frage, ob sie Angst vor einer zweiten Welle habe, sagte die Kanzlerin: "Angst ist das falsche Wort." Sie sei "unglaublich aufmerksam, das immer zu beobachten, Tag für Tag".

Dass der Erreger noch immer im Land ist, dafür gibt es klare Belege: Lokale Ausbrüche der vergangenen Tage und Wochen sorgen im Landkreis Sonneberg im Süden Thüringens, im Großraum Göttingen und vor allem in Bremerhaven an der Nordseeküste weiterhin für ein hohes Fallaufkommen.

In Bremerhaven wurde dabei vor dem Wochenende sogar der von Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert von 50 Neuinfektionen im Sieben-Tage-Zeitraum pro 100.000 Einwohnern überschritten. In den vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Daten lag der Stadtkreis Bremerhaven zuletzt knapp über der Alarmschwelle.

Unmittelbare Konsequenzen für die breite Öffentlichkeit vor Ort ergeben sich daraus zunächst nicht: Auf die aktuellen Lockerungen der Corona-Beschränkungen habe die Entwicklung zunächst keinen Einfluss, sagte ein Sprecher der Stadt. Bisher gebe es keinen Hinweis für Infektionsketten außerhalb der Gemeinde und der betroffenen Familien.

Die Vorfälle zeigen eindrücklich, dass Sars-CoV-2 in Deutschlands bestenfalls eingedämmt, aber noch lange nicht besiegt ist. Vorfälle wie etwa im Landkreis Coburg, im Großraum Frankfurt oder auch in Berlin stehen bisher in keinem erkennbaren Zusammenhang. Gemein haben die Vorfälle nur, dass jeweils eine größere Zahl an Menschen unter anderem bei Treffen oder im Umfeld von Veranstaltungen zusammengekommen war.

"Nach wie vor treten Ausbrüche in fleischverarbeitenden Betrieben in mehreren Bundesländern auf", heißt es im aktuellen RKI-Lagebericht. Dort werden zudem auch "größere Covid-19-Häufungen unter Mitarbeitern verschiedener Logistikzentren" erwähnt, unter anderem zum Beispiel in Heinsberg, in Winsen/Luhe sowie in Hannover-Langenhagen.

Das RKI stuft die Vorfälle derzeit noch als "lokal begrenzte Ausbrüche" ein. Auswirkungen auf die bundesweite Ansteckungsrate sind bislang nicht zu erkennen, im Gegenteil: Der vom Robert-Koch-Institut (RKI) ermittelte Schätzwert zur Reproduktionszahl - der sogenannte einfache R-Wert - fiel am Donnerstag auf den bislang tiefsten Stand seit Beginn der täglichen Veröffentlichungen. Aktuell notiert der empfindlichere der beiden R-Kennzahlen bei 0,68 (Donnerstag: 0,57 - Mittwoch: 0,71) und damit weiter deutlich unter der kritischen Marke von 1,0.

Die starken Schwankungen bei der Ansteckungsrate kommen nicht überraschend: Das RKI hatte bereits vor Wochen ausdrücklich davor gewarnt, dass die insgesamt verringerten Fallzahlen zu Pendelbewegungen beim herkömmlichen R-Wert führen könnten, und dass die Ansteckungsrate nur in Verbindung mit anderen Kennziffern betrachtet werden sollte.

Die geschätzte Ansteckungsrate bildet das Infektionsgeschehen vor etwa eineinhalb Wochen ab. Ein echtes Warnsignal wäre den Angaben aus dem RKI zufolge erst dann gegeben, wenn sich die Kennzahl zusammen mit höheren Fallzahlen über mehrere Tage hinweg deutlich über einem Wert von 1,0 bewegen sollte.

Um der absehbaren Nervosität des einfachen R eine robustere Zahl an die Seite zu stellen, war das RKI Mitte Mai dazu übergegangen, ergänzend auch ein sogenanntes 7-Tage-R zu veröffentlichen. Dabei handelt es sich um einen nach ähnlicher Methode und anhand derselben Datengrundlage ermittelten Schätzwert, der sich allerdings im Unterschied zum Vorgänger auf Fallzahlen aus etwas breiteren Zeiträumen stützt.

Das neue R sei daher, heißt es beim RKI, weniger anfällig für tagesaktuelle Schwankungen. Tatsächlich fallen die Bewegungen beim 7-Tage-R moderater aus: Das RKI gab für Freitag  einen Stand beim 7-Tage-R von 0,83 (Donnerstag: 0,80 - Mittwoch: 0,83) an.

Allerdings sagt auch das neue 7-Tage-R wenig über die aktuelle Lage aus, sondern gibt lediglich das Infektionsgeschehen aus der nahen Vergangenheit wieder: Aufgrund der erweiterten Datengrundlage sind im neuen R bestenfalls die Entwicklungen von vor 8 bis 16 Tagen zu erkennen.

"Es wäre schön, Ihnen jetzt sagen zu können: Das war‘s, wir sind durch", hatte die Kanzlerin die Lage in ihrer Ansprache zu Pfingsten zusammengefasst. Aber "ohne wirksame Medikamente, ohne Impfstoff" könne das "noch niemand ernsthaft sagen".

Die Pandemie und ihre Folgen hätten das Land, die Wirtschaft und den Bürgersinn "schwer geprüft", räumte sie ein. Deutschland habe "diese Prüfung" aber "bisher recht gut bestanden". Eine "überwältigende Mehrheit der Menschen", betonte Merkel, habe sich "von Vorsicht, Vernunft und Verantwortung für andere leiten lassen".

Dadurch hätten die Deutschen in den zurückliegenden vier Monaten "viel geschafft". "Ich könnte auch sagen: Wir haben uns viel erspart", sagte Merkel. "Unsere gemeinsame Leistung ist nämlich das, was bei uns glücklicherweise nicht eingetreten ist."

Von Anfang sei es darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, erklärte die Kanzlerin. Jeder einzelne Erkrankte sollte eine "angemessene und würdige Behandlung" erhalten. "Und auch das haben wir bis heute erreicht."

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"Mancher glaubt jetzt, weil das große massenhafte Leid nicht eingetreten ist, sei auch die Gefahr wohl nie so groß gewesen". Dies jedoch sei, so Merkel, ein "Irrtum". Ein Blick in schwer getroffene Nachbarländer zeige, "was leicht hätte sein können".

Immerhin verschafft der Rückgang bei den Fallzahlen den Epidemiebekämpfern an vorderster Front eine dringend benötigte Atempause. Die für die Eindämmung so wichtige Nachverfolgung der Corona-Infektionen ist für die Gesundheitsämter derzeit nach eigenen Angaben beherrschbar.

Nachdem die erste Welle der Pandemie in Deutschland zumindest eingedämmt zu sein scheint, rücken die Fragen nach den massiven Nebenwirkungen des Bevölkerungsschutzes verstärkt in den Vordergrund. Überall im Land mehren sich die Stimmen, die ein Ende der staatlichen Eingriffe und aller Kontaktbeschränkungen fordern. Schon jetzt ist abzusehen, dass Deutschland noch auf Jahre hinaus mit den finanziellen Folgen des Konjunktureinbruchs zu tun haben wird.

Die Deutschen leben mittlerweile seit dem 23. März unter den Bedingungen des Pandemie-Ernstfalls. Noch immer laufen Kita-Betreuung und Schulen nur im bestenfalls erweiterten Notbetrieb. In Teilen der Gesellschaft drohen die Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Ansteckungswelle immer weiter an Rückhalt und Unterstützung zu verlieren.

Anlass für eine restlose Aufhebung der Schutzmaßnahmen sehen Epidemie-Experten nicht. Im Gegenteil: Im Robert-Koch-Institut, das den Kampf gegen den Erreger in Deutschland federführend koordiniert, verfolgen die Epidemiologen die Debatte um weitere Lockerungen offenkundig mit Sorge. Das Lagebild, das sich aus den einzelnen Pandemie-Parametern ergibt, zeigt selbst den Experten nur eine Momentaufnahme. Das tatsächliche Infektionsgeschehen ist darin nur eingeschränkt und mit der beschriebenen zeitlichen Verzögerung zu erkennen.

Als wichtigste Gegenmaßnahmen pocht das RKI weiterhin auf die frühzeitige Entdeckung und Isolierung aller infizierten Personen, die strikte Quarantäne aller betroffenen Kontaktpersonen sowie die soziale Distanzierung in der übrigen Bevölkerung.

Nur auf diese Weise, sagen die Experten könne die "Infektionsketten" unterbrochen werden und die weitere Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Das Robert Koch-Institut empfiehlt dazu mittlerweile auch eine Ausweitung der Coronavirus-Tests.

Auch bei leichten Symptomen solle sofort getestet werden, je früher desto besser, wie RKI-Präsident Lothar Wieler Anfang Mai erklärte. Eine generelle Testung der Bevölkerung ohne Symptome sei jedoch nicht ratsam.

Abhängig von der Situation sei es aber sinnvoll, Risikogruppen durch häufigere Tests besser zu schützen - zum Beispiel in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Denn Infizierte könnten das Virus ausscheiden, bevor sie Symptome spürten.

Dass die Fallzahlen bei ntv.de in der Regel über den vom RKI ausgewiesenen Werten liegen, hat leicht nachvollziehbare Gründe: Bei der Auswertung der Datenlage greift ntv.de auf die Angaben der Gesundheitsbehörden und Ministerien der Länder zurück. Dort werden die Zahlen - unabhängig von den formellen Meldewegen des Infektionsschutzgesetzes - teils mehrfach täglich aktualisiert und erreichen die Öffentlichkeit so schneller als über die amtliche RKI-Statistik.

Diese Angaben wertet ntv.de aus, gleicht sie mit den Zahlen des RKI ab und bezieht im Fall aktueller Entwicklungen auch einzelne Mitteilungen von Landesregierungen oder Ministerien mit ein. Auf dieser Basis entsteht ein aktuelles Gesamtbild, das die tagesaktuelle Entwicklung schneller abbildet als die Veröffentlichungen des RKI.

Ausschlaggebend für die medizinische und politische Beurteilung der Lage sind jedoch allein die amtlich bestätigten RKI-Zahlen. Dort werden die täglich bis Mitternacht eingehenden Meldungen überprüft und, so weit möglich, den jeweiligen Vortagen zugeordnet.

Im RKI ist man sich sehr wohl bewusst, dass es auf dem Weg vom Gesundheitsamt vor Ort bis nach Berlin Verzögerungen gibt, insbesondere an und nach den Wochenenden. Die Experten dort gehen aber davon aus, dass es sich lediglich um einen zeitlichen Verzug handelt, der allein der Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Meldeverfahren geschuldet ist.

In der Datenübersicht bei ntv.de ergibt sich die Angabe der "aktuell Infizierten" aus der Summe der über den gesamten Zeitverlauf bestätigten Infektionen abzüglich der Anzahl der Verstorbenen und der Menge jener Personen, die ihre Erkrankung als geheilt und nicht mehr ansteckend überstanden haben. Wenn Bundesländer eigene Schätzungen zur Zahl der Genesenen veröffentlichen, werden diese Daten berücksichtigt. Dies ist derzeit bei 14 der 16 Bundesländer der Fall.

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Die beiden Ausnahmen stellen Hessen und Schleswig-Holstein. Dort übernehmen die Behörden die aus Berlin für ihr Land ermittelte Schätzung, während die übrigen Länder bei der Schätzung per RKI-Methode auf einen jeweils niedrigeren Wert kommen als das Robert-Koch-Institut selbst. Das RKI stellt seit 22. März auch eine eigene amtliche Schätzung zur Gesamtzahl der Genesenen in Deutschland zur Verfügung.

Für Länder wie zum Beispiel China oder Südkorea liegen dazu detaillierte Angaben vor, was wichtige Hinweise zum tatsächlichen Stand des Infektionsgeschehens ermöglicht. In Deutschland dagegen werden die geheilten Covid-19-Patienten in der amtlichen Statistik nicht zentral erfasst.

"Daten darüber, ob ein Patient wieder genesen ist, werden nicht offiziell erhoben", heißt es dazu beim RKI. "Die Erhebung ist auch nicht gesetzlich vorgesehen. Das würde die ohnehin knappen Ressourcen unnötigerweise belasten, da sie dafür jeden Fall über Wochen verfolgen müssten und daraus keine weiteren Maßnahmen erfolgen."

Umfangreichere Daten zur Anzahl der Genesenen und Geheilten gibt es aus den meisten Bundesländern bisher überdies nur für die klinisch erfassten Fälle. Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, sich aber mit milden Symptomen zu Hause in Quarantäne befinden, werden nach Ablauf der Isolationsfrist bisher nicht an das RKI gemeldet. Sie gelten in den Schätzungen bisher nach 14 Tagen als genesen.

Für die Darstellung in Karten und Infografiken zur Lage außerhalb Deutschlands wertet ntv.de neben den Zahlen des RKI und den offiziell gemeldeten Fällen der Landesbehörden auch überregionale Datenbestände aus.

Die aktuellen Fallzahlen aus China und den übrigen Teilen der Welt etwa verzeichnet unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO. Auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), eine Agentur der EU, sowie das US-Pendant CDC bieten jeweils eigene Überblicke zur Verbreitung des neuen Coronavirus.

Die breite Öffentlichkeit steht den Risiken der Coronavirus-Pandemie nicht hilflos gegenüber: Mediziner raten grundsätzlich zur generellen Vorsorge - unabhängig vom individuellen Risiko. Wer die gängigen Hygieneratschläge beachte, heißt es, könne sich gleichermaßen vor einer Ansteckung mit der Grippe, dem Coronavirus und nahezu allen anderen ansteckenden Viren-Infektionen schützen.

Dazu zählen Gesundheitsexperten vor allem einfache Maßnahmen, die ohne aufwendige Desinfektionsmittel auskommen: Schon das regelmäßige Händewaschen und die sogenannte Husten- und Nies-Etikette, heißt es, können das generelle Ansteckungsrisiko erheblich verringern.

Hinweis in eigener Sache: Dies war die 100. Ausgabe des Überblicks "Alle Daten, Alle Fakten zum Coronavirus". Die tägliche Neufassung des Beitrags wird mit Blick auf die Epidemie-Lage vorerst eingestellt. Die wichtigsten Karten, Daten und Infografiken jedoch werden weiterhin wie gewohnt regelmäßig aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht.

Quelle: ntv.de, mit Material von dpa, rts und AFP