Panorama

Sturmflut-Warnung verschärft Sturmtief "Nadia" behindert den Bahnverkehr im Norden

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Das Sturmtief sorgte in Hamburg bereits am Nachmittag für hohen Wellengang.

(Foto: imago images/Markus Tischler)

Das Sturmtief "Nadia" beeinträchtigt auch den Verkehr in den nördlichen Bundesländern. Die Deutsche Bahn stellt vorübergehend den Fernverkehr in mehreren Bundesländern ein. Polizei und Feuerwehr müssen in den Küstenregionen zu etlichen Einsätzen ausrücken.

Wegen des Sturmtiefs über der Nordsee kommt es in Norddeutschland zu massiven Problemen im Bahnverkehr. Der Fernverkehr in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen sei für etwa 50 Minuten eingestellt worden, mittlerweile aber wieder angelaufen, sagte ein Bahnsprecher in Berlin. Als Grund nannte er Sturmschäden.

Betroffen sind den Angaben zufolge insbesondere die ICE-Strecken zwischen Hamburg und Bremen sowie zwischen Hamburg und Berlin. Dort komme es auch weiterhin zu großen Beeinträchtigungen, sagte der Sprecher weiter. Im Regionalverkehr gibt es der Bahn zufolge ebenfalls Zugausfälle und Verspätungen. Reisende und Pendler sollten sich vor Fahrtantritt über die Webseite, die App oder telefonisch informieren, ob ihr Zug wie geplant fährt. Wegen der Sturmwarnung für Mecklenburg-Vorpommern fielen zudem mehrere Fähren auf der Ostsee aus.

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) verschärfte derweil seine Sturmflut-Warnung. Für die deutsche Nordseeküste bestehe nun die Gefahr einer schweren Sturmflut, teilte das BSH mit. Die Wasserstände im Hamburger Elbgebiet könnten 2,5 bis 3 Meter höher sein als das mittlere Hochwasser. Der Scheitelpunkt soll am Sonntagmorgen gegen 1.50 Uhr erreicht werden. Auch für Ost- und Nordfriesland bestehe den Angaben nach eine Warnung vor einer schweren Sturmflut.

Auswirkungen hat "Nadia" auch anderweitig, mit umgestürzten Bäumen, losen Dachziegeln und umgekippten Baustellenabsperrungen. Polizei und Feuerwehr in Schleswig-Holstein wurden zu zahlreichen Einsätzen gerufen. Verletzte gab es bis zum späten Nachmittag in dem Bundesland nicht. Seit Mittag hatte es innerhalb von vier Stunden rund 200 Einsätze im Bereich der unter anderem für Kiel, Neumünster und Rendsburg zuständigen Regionalleitstelle Mitte gegeben, wie ein Sprecher mitteilte. "Wir haben total Land unter wegen des Sturms." Die Leitstelle West in Elmshorn berichtete ebenfalls von diversen Einsätzen.

Feuerwehren im Dauereinsatz

Auch die Feuerwehren in Niedersachsen und Bremen waren seit dem Nachmittag im Dauereinsatz. Im Kreis Aurich in Ostfriesland wurde die Feuerwehr laut einem Sprecher bereits 16 Mal zu Hilfe gerufen, weil Bäume oder Bauzäune umgestürzt seien. Personen seien nicht zu Schaden gekommen. "Das Geschäft zieht jetzt an", sagte ein Feuerwehrsprecher in Bremen. Seine Leute seien zu neun Einsätzen unterwegs. Auch dabei gehe es vor allem um umgestürzte Bäume. Verletzte gebe es nicht.

Nach Angaben von Meteorologen von Wetter.de bringt "Nadia" im Laufe des Tages Böen mit bis zu 150 Stundenkilometern. Die Sturmflutgefahr an der Nord- und Ostseeküste ist stark erhöht. "Der Höhepunkt der Sturmlage wird mit Eintreffen der Kaltfront ab Samstagabend erreicht und voraussichtlich bis Sonntagvormittag andauern", warnte RTL-Meteorologe Martin Pscherer. Dann drohen Orkanböen Richtung Ostsee, rund um die nordfriesischen Inseln und auf den Bergen sowie Sturmböen bis runter ins Flachland.

Von Niedersachsen über Sachsen-Anhalt bis nach Brandenburg und Sachsen werden Windböen mit bis zu 100 Kilometer pro Stunde erwartet. Nordöstlich davon in Richtung Ostsee und rund um die nordfriesischen Inseln können die Orkanböen sogar Geschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern erreichen. "Auf den Gipfeln der Mittelgebirge sind sogar Orkanböen bis 150 Stundenkilometern möglich", so Pscherer. Der Meteorologe warnt vor Schäden unter anderem durch herabstürzende Äste, Dachziegel oder umstürzende Bäume. Im Laufe des Sonntags lässt der Wind demnach erst einmal nach, bevor es dann wieder stürmischer werden soll. Bis mindestens Mitte der Woche bleibt es stürmisch und sehr nass.

Quelle: ntv.de, mli/dpa

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