Panorama

Waldbrände in Süd-Europa Vor der Abkühlung kommt die Gluthitze

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Vor allem in Ostdeutschland bis ins Rhein-Main-Gebiet und am Oberrhein wird es am letzten Juni-Tag noch mal heiß.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Juli startet zwar deutlich kühler, aber am letzten Juni-Tag soll es noch mal richtig heiß werden. Bis zu 39 Grad erwarten die Meteorologen hierzulande. Auch in Spanien und Frankreich ist es ungewöhnlich warm. Mit fatalen Folgen: Waldbrände wüten und Menschen sterben an Hitzschlägen.

Der Juni verabschiedet sich mit Gluthitze - und macht einem Temperatursturz von örtlich mehr als zehn Grad Platz. Am Sonntag soll es verbreitet noch einmal bis zu 38 oder 39 Grad heiß werden, schätzen Meteorologen. Vor allem in Ostdeutschland bis ins Rhein-Main-Gebiet und am Oberrhein wird es heiß. Nur im Nordwesten werden gemäßigtere 25 bis 32 Grad erwartet.

Auch in den Nachbarländern sind die Temperaturen derzeit ungewöhnlich hoch. So wurde in Frankreich am Freitag ein neuer Hitze-Rekord aufgestellt. n-tv Meteorologe Björn Alexander sagte dazu: "Der 28. Juni 2019 geht definitiv in die französisch-meteorologische Geschichte ein." Nicht nur, dass der Allzeitrekord mit 44,4 in Nimes offiziell neu aufgestellt wurde. 2003 war hier der nun überholte Rekord von 44,1 Grad gemessen worden. Zudem seien die alten Juni-Spitzenwerte um 3 bis 5 Grad überboten worden. "Unglaublich eigentlich, normalerweise kämpft man um Zehntel-Grade", so Alexander. An drei weiteren nicht offiziellen Stationen seien sogar mehr als 45 Grad gemessen worden. Der Spitzenwert wurde in Gallargues Le Montueux mit 45,9 Grad gemessen.

Die heißen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit lassen allerdings auch die Waldbrandgefahr steigen. Im Süden Frankreichs zerstörten Flächenbrände mehrere Häuser und Hunderte Hektar Land. Im Département Gard beschädigten die Flammen zehn Gebäude oder zerstörten sie ganz, wie französische Medien berichteten. Außerdem verbrannten mehr als 550 Hektar Land, so der Radiosender France Bleu auf seiner Website. 15 Feuerwehrleute und sechs Gendarmen hätten bei Einsätzen einen Hitzschlag erlitten. Im gesamten Land gibt es bislang vier Hitzetote.

Auch in Spanien herrschen derzeit mit mehr als 40 Grad Celsius für Juni unübliche Temperaturen. Dort starben bislang zwei Menschen infolge von Hitzschlägen. 34 der insgesamt 50 spanischen Provinzen warnen vor Waldbränden. Am Freitagabend brach in der zentralspanischen Stadt Almorox ein Feuer aus, das mindestens 1600 Hektar Land zerstörte und sich dem Großraum Madrid näherte. Ein weiterer Brandherd wütet etwa 60 Kilometer entfernt in der Nähe von Toledo. Löschflugzeuge unterstützen die Feuerwehrleute, die inmitten von Sturmböen gegen die Flammen kämpfen. Mehr als 20 Anwohner mussten in Sicherheit gebracht werden.

In Katalonien im Nordosten Spaniens gelang es derweil, einen Waldbrand nach mehreren Tagen Einsatz weitgehend unter Kontrolle zu bringen. Die dortigen Rettungskräfte gaben aber noch keine Entwarnung, da ein kleinerer Brandherd noch virulent war. Die spanischen Behörden erklärten weiter, die Gefahr von Bränden sei nach wie vor akut, da die extremen Wetterbedingungen weiter andauern.

Quelle: ntv.de, kpi/AFP/dpa