Politik

Spannungen mit dem Westen China und Russland bauen Militär-Kooperation aus

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Zum ersten Mal durchquerte die gemeinsame russisch-chinesische Patrouille die Tsugaru-Straße zwischen den japanischen Inseln Honshu und Hokkaido.

(Foto: imago images/VCG)

Im Norden Japans demonstrieren China und Russland eine neue Stufe der militärischen Zusammenarbeit. Offiziell richtet sich die Patrouille nicht gegen andere Staaten. Doch sie findet vor dem Hintergrund eines dramatisch verschlechterten Verhältnisses beider Mächte zum Westen statt.

China will mit den ersten gemeinsamen Patrouillen mit Russland im westlichen Pazifik die umfassende strategische Partnerschaft der beiden Länder in der neuen Ära ausbauen. Dies teilte das chinesische Verteidigungsministerium mit. Ziel der Übungen sei die Verbesserung der gemeinsamen Fähigkeiten und die gemeinsame Aufrechterhaltung der internationalen und strategischen Stabilität, hieß es auf der Webseite des Ministeriums. Die Übungen seien Teil der alljährlichen Zusammenarbeit der beiden Nationen und richteten sich nicht gegen Dritte.

Das russische Verteidigungsministerium hatte am Samstag mitgeteilt, die Gruppe russischer und chinesischer Kriegsschiffe habe zum ersten Mal gemeinsam die Tsugaru-Straße durchquert. Zu den Aufgaben der gemeinsamen Patrouille gehörten die Demonstration der russischen und chinesischen Staatsflaggen, die Wahrung von Frieden und Stabilität im asiatisch-pazifischen Raum und die Überwachung der maritimen Wirtschaftsaktivitäten der beiden Länder, hieß es.

Die Meeresenge zwischen den Inseln Honshu und Hokkaido im Norden Japans gilt als internationales Gewässer. Japan beobachtet die Marineübungen der beiden Länder. Russland und China hatten bereits Anfang Oktober im Japanischen Meer gemeinsame Übungen veranstaltet. Beide Länder haben in den letzten Jahren ihre diplomatischen und militärischen Beziehungen vertieft, während sich ihre Beziehungen zum Westen zuletzt deutlich verschlechterten.

USA bereit Taiwan zu verteidigen

So ist das Verhältnis zwischen Russland und der NATO so angespannt wie seit Zeiten des Kalten Krieges nicht mehr. Die NATO-Verteidigungsminister hatten sich am Donnerstag auf einen neuen Masterplan zur Abschreckung Russlands geeinigt. Die neue NATO-Strategie zielt darauf ab, auf gleichzeitige Angriffe Russlands im Baltikum und in der Schwarzmeer-Region vorbereitet zu sein. Wenige Tage zuvor hatte Russland seine förmlichen Beziehungen zur NATO nach der Ausweisung von acht Mitarbeitern seiner Vertretung bei dem Bündnis wegen Spionagevorwürfen gekappt.

Die Beziehungen zwischen den USA und China sind schon seit Jahren äußerst angespannt. Die Biden-Regierung sieht das wirtschaftlich und militärisch aufstrebende China als größte geopolitische Herausforderung des 21. Jahrhunderts an. Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt sind unter anderem in einen Handelsstreit verstrickt.

Zuletzt kritisierten die USA zudem mit scharfen Worten das wiederholte Eindringen chinesischer Kampfflugzeuge in den Verteidigungsluftraum von Taiwan. Präsident Joe Biden bekräftige jüngst öffentlich, dass die USA bereit seien, Taiwan militärisch gegen die Volksrepublik China zu verteidigen. Peking wiederum reagierte mit Kritik auf ein Atom-U-Boot-Geschäft zwischen den USA, Großbritannien und Australien, das eine Reaktion auf Chinas Aufrüstung und seine Ambitionen im Indopazifik ist.

Quelle: ntv.de, mbo/rts

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