Politik

Teheran hofft auf Investitionen Iran und China schmieden enge Kooperation

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Beider Länder hatten vor fünf Jahren den Grundstein für eine engere Zusammenarbeit gelegt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Teheran und Peking kommen sich deutlich näher: Die Staaten planen ein Abkommen, um verstärkt zusammenzuarbeiten - wirtschaftlich, politisch und militärisch. Der Iran erhofft sich davon Milliardenprojekte im eigenen Land. Auch China profitiert deutlich von der stärkeren Bindung zu dem ölreichen Land.

Der Iran und China wollen nach Angaben Teherans an diesem Samstag ein umfassendes und langfristiges Kooperationsabkommen unterzeichnen. Das auf 25 Jahre angelegte Abkommen enthalte "politische, strategische und wirtschaftliche" Vereinbarungen, sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Said Chatibsadeh, im Staatsfernsehen.

Unterzeichnet werden soll das Abkommen demnach anlässlich des derzeitigen Besuchs von Chinas Außenminister Wang Yi in Teheran. Yi war einen Tag zuvor in der iranischen Hauptstadt eingetroffen. Die Unterzeichnung des Kooperationsabkommens durch ihn und seinen iranischen Kollegen Mohammad Dschawad Sarif sollte laut Chatibsadeh um die Mittagszeit erfolgen.

Es soll den Weg für chinesische Milliarden-Investitionen ebnen. Im Gegenzug will der Iran Öl zu günstigen Preisen liefern. Auch eine Zusammenarbeit auf militärischem Gebiet ist nach Angaben aus Teheran geplant. Präsident Hassan Ruhani sprach von einem strategisch wichtigen Projekt für Wirtschaftswachstum im Iran sowie Stabilität und Frieden in der Region.

Iran leidet unter Wirtschaftskrise

Chatibsadeh betonte, dass das Abkommen "sehr effektiv zur Vertiefung der chinesisch-iranischen Beziehungen" beitragen könne. Der Sprecher erinnerte an den Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Teheran vor fünf Jahren, bei dem der Grundstein für die umfassende Kooperationsvereinbarung gelegt worden sei.

Xi und sein iranischer Kollege Hassan Ruhani hatten damals eine Stärkung der bilateralen Beziehungen ihrer Länder beschlossen. Beide Seiten vereinbarten in der Folge die Zusammenarbeit unter anderem im Verkehrs-, Energie- und Industriesektor.

Der Iran steckt wegen der 2018 von den USA verhängten Strafmaßnahmen in einer Wirtschaftskrise, die sich durch die Corona-Pandemie noch verschärft hat. Da auch der neue US-Präsident Joe Biden die Sanktionen kurzfristig nicht aufheben will, richtet sich die Regierung mehr nach China und Russland aus. In der Bevölkerung kommt das Abkommen nicht gut an. Die Iraner hatten nach dem Wiener Atomabkommen von 2015 auf mehr Zusammenarbeit mit dem Westen gehofft. Auf den Märkten des Landes sind chinesische Waren wenig beliebt.

Quelle: ntv.de, spl/AFP/dpa

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