Politik

Zwei Tote vor Küste Omans Israel und Iran streiten über Angriff auf Tanker

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Zwei Menschen starben an Bord des Tankers.

(Foto: via REUTERS)

Ein mutmaßlicher Drohnenangriff auf den Tanker eines israelischen Unternehmers entfacht einen Streit zwischen Israel und dem Iran. Nicht nur Premier Bennett, auch die USA und Großbritannien beschuldigen Teheran, hinter der Attacke zu stecken - und fordern Konsequenzen.

Der mutmaßliche Drohnenangriff auf einen Öl-Tanker im Indischen Ozean hat den Konflikt zwischen den Erzfeinden Israel und Iran erneut befeuert. Die Regierung in Teheran wies den Vorwurf Israels zurück, die Verantwortung für die tödliche Attacke zu tragen. Das britische Außenministerium sowie die USA vermuteten ebenfalls Teheran hinter dem Angriff.

Der von der Firma eines israelischen Unternehmers betriebene Öltanker "MT Mercer Street" war am Donnerstag vor der Küste des Oman angegriffen worden. Ein rumänisches und ein britisches Besatzungsmitglied wurden dabei getötet. Die US-Armee erklärte, es gebe "klare" Hinweise darauf, dass die Attacke mit Drohnen ausgeführt worden sei.

Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett erklärte, es lägen "nachrichtendienstliche Beweise" für die Schuld des Iran vor. "Wir erwarten, dass die internationale Gemeinschaft dem iranischen Regime klar macht, dass es einen schweren Fehler begangen hat." Bennett drohte Teheran zudem Vergeltung an: "Auf jeden Fall wissen wir, wie wir dem Iran auf unsere Weise eine Botschaft übermitteln können."

US-Marinesoldaten an Bord

Die iranische Regierung bestritt die von Israel erhobenen Vorwürfe. Das "zionistische Regime" müsse seine Anschuldigungen gegenüber Teheran einstellen, sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh. Der Iran werde "nicht zögern, seine Interessen und seine nationale Sicherheit zu verteidigen".

Die US-Regierung bespreche sich nun mit ihren Verbündeten, um eine "angemessene Antwort" auf den Angriff zu finden, warnte US-Außenminister Antony Blinken. Nach Prüfung der Beweise gehe die US-Regierung davon aus, dass der Iran den Angriff am 29. Juli mit Hilfe von explodierenden Drohnen durchgeführt habe. "Es gibt keine Rechtfertigung für diesen Angriff", betonte Blinken. Irans Handeln bedrohe die Freiheit der Seefahrt, den internationalen Handel und die Besatzung der Schiffe, erklärte der Minister.

Auch Großbritannien machte Teheran für den Angriff verantwortlich. London glaube, dass es sich bei dem Angriff um einen "vorsätzlichen, gezielten und eindeutigen Verstoß gegen das Völkerrecht durch den Iran" handele, erklärte der britische Außenminister Dominic Raab. Nach britischer Einschätzung habe der Iran "eine oder mehrere Drohnen" eingesetzt.

Nach Angaben der Betreiberfirma Zodiac Maritime war der Tanker zum Zeitpunkt des Angriffs ohne Fracht auf dem Weg vom tansanischen Daressalam nach Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Nach der Attacke setzte die Besatzung einen Notruf ab, auf den nach Angaben Washingtons US-Marinesoldaten reagierten. Sie seien zur Unterstützung der Besatzung an Bord der "MT Mercer Street" gegangen und hätten dort auch Belege für den Angriff gesehen.

Parallelen zu Angriff im Iran

In der Golfregion gibt es immer wieder Angriffe auf Schiffe, die Experten als Teil eines Schattenkrieges zwischen Israel und dem Iran werten. Die auf maritime Sicherheit spezialisierte Beratungsfirma Dryad Global erklärte, seit Februar habe es bereits fünf Attacken auf Schiffe gegeben, die in Verbindung mit Israel stünden. Im selben Zeitraum seien zwei Schiffe mit Verbindungen zum Iran angegriffen worden.

Der frühere israelische Brigadegeneral und Sicherheitsexperte Schlomo Brom sagte, der Angriff auf die "MT Mercer Street" weise Parallelen zu einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf eine iranische Zentrifugenfabrik im Juni auf, für den Israel verantwortlich gemacht wurde. "Die Iraner imitieren uns und wenden dieselben Techniken an", sagte Brom. An einer "größeren Eskalation" seien aber weder der Iran noch Israel interessiert.

Die Attacke auf den Tanker ereignete sich vor dem Hintergrund der schwierigen Gespräche über eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran. Die Gespräche in Wien, an denen indirekt auch die USA teilnehmen, waren zuletzt ausgesetzt worden, sollen aber nach der Amtseinführung des neuen iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi am kommenden Donnerstag fortgesetzt werden.

Quelle: ntv.de, mli/AFP/dpa

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