Politik

Nord Stream 2 "auf Eis legen" Juso-Vorsitzende gegen Schröder und Pipeline

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Rosenthal leitet seit etwas mehr als einem Jahr die Jugendorganisation der SPD.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach Altkanzler Schröders Äußerungen zum Ukraine-Konflikt und dessen möglichen weiteren Aufstieg im russischen Staatskonzern Gazprom stellt sich Juso-Vorsitzende Rosenthal gegen ihn. Sie watscht den Altkanzler verbal ab und plädiert für eine harte Haltung gegen Nord Stream 2.

Die Juso-Vorsitzende Jessica Rosenthal hat Altkanzler Gerhard Schröder in Zusammenhang mit dessen Äußerungen über Russland und die Ukraine scharf kritisiert. "Gerhard Schröder äußert sich nicht als Funktionäre der SPD. Er trägt keine Verantwortung mehr in der Partei - und das ist auch gut so", sagte Rosenthal der Berliner "tageszeitung". Schröder spreche "als Interessenvertreter Russlands - und als nichts anderes", urteilte Rosenthal. "Das muss man klar so benennen."

Der russische Staatskonzern Gazprom hatte am Freitag mitgeteilt, dass Schröder als Kandidat für den Aufsichtsrat nominiert wurde. Der Altkanzler ist bereits Vorsitzender des Gesellschafterausschusses der Nord Stream AG, die mehrheitlich Gazprom gehört, und Aufsichtsratschef beim staatlichen russischen Energiekonzern Rosneft. Kürzlich sorgte er für Aufsehen mit der Behauptung, die Ukraine betreibe im Konflikt mit Russland "Säbelrasseln".

Rosenthal plädierte mit Blick auf den Konflikt dafür, die Gasleitung Nord Stream 2 schon jetzt auf Eis zu legen. "Wenn Russland weiter so auftritt, wie es das gerade tut, kann Nord Stream 2 nicht in Betrieb gehen", sagte die Bundestagsabgeordnete. "Die Bundesregierung sollte, unabhängig von den Genehmigungsverfahren, klar machen, dass sie in der aktuellen Lage nicht gewillt ist, dieses Projekt weiter voranzutreiben." Dies solle gelten, so lange Russland als Aggressor gegen die Ukraine auftrete.

Rosenthal ist nicht die erste in der SPD, die Kritik gegen Schröder äußert, aber sie tut dies mit am deutlichsten. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, der SPD-Politiker Michael Roth, hatte gesagt: "Gerhard Schröder vertritt eine völlig andere Haltung als die SPD." Roth mahnte den Altkanzler zudem, die Wirkung seiner öffentlichen Äußerungen zu bedenken. "Gerhard Schröder ist nicht nur Privatmensch, sondern nach wie vor ein ehemaliger Regierungschef, dessen Äußerungen auch international wahrgenommen werden."

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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