Politik

JU-Chef im "ntv Frühstart" Kuban: "Wir werden die Grünen entlarven"

JU-Chef Kuban hofft, dass sich mit dem Impferfolg auch für die CDU die Stimmung bessert. Die Grünen-Konkurrenz will er im Wahlkampf frontal angehen. Sie habe nur die Stadtbevölkerung im Blick.

Im RTL/ntv Trendbarometer kommt die CDU in dieser Woche nur auf 23 Prozent und liegt damit fünf Punkte hinter den Grünen. Tilman Kuban, Vorsitzender der Jungen Union, vertraut darauf, dass die Stimmung sich - auch mit zunehmender Entspannung der Pandemiesituation - bald bessern wird. "Ich bin mir sicher, dass es beim Impfen jetzt schneller geht. Die Menschen werden dann sehen, dass es mit der Union vielleicht manchmal einen Tick länger gedauert hat, aber wir es trotzdem gut hinbekommen werden", so Kuban. Deswegen schaue er mit gutem Gewissen und frohen Mutes auf die Bundestagswahl. "Wir haben noch knapp 150 Tage Zeit und wir werden die Grünen entlarven."

Kuban kritisiert vor allem das Wahlprogramm der Grünen. Er wirft der Partei vor, mit ihren Positionen die Gesellschaft zu spalten und nur die Stadtbevölkerung im Blick zu haben. "Wenn ich an die ÖPNV-Zwangsabgabe denke oder an die höheren Spritpreise für Pendler, dann ist das eine erhebliche Belastung für den ländlichen Raum", sagt Kuban über die Pläne der Grünen. Darüber hinaus kritisiert der CDU-Politiker auch die Europapolitik der Konkurrenz: "Sie haben ein ganz anderes Bild von Europa - sie wollen dort eine Schuldenunion einführen."

Kanzleramtszeit soll begrenzt werden

Im Gegensatz zur CDU haben die Grünen ein Wahlprogramm. Kuban verweist daher auf einen 26-Punkte-Plan der Jungen Union, der laut ihm eine gute Grundlage für ein Wahlprogramm wäre. In dem Papier fordert die Jugendorganisation der CDU/CSU unter anderem eine Amtszeitbegrenzung für die Kanzlerschaft.

Kuban sieht in dieser Forderung aber keine Kritik an 16 Jahren Merkel. "Wir schauen darauf, wie wir dieses Land nach vorne bringen können. Deswegen ist es der richtige Weg, die Amtszeitbegrenzung durchzusetzen - angefangen bei der Kanzlerschaft, aber wir sollten dann auch an Ministerposten denken. Weil wir am Ende einen gemeinsamen Weg brauchen, immer wieder Erneuerungen zu haben, um dieses Land nach vorne zu bringen", so Kuban.

In der Corona-Politik sieht Kuban noch viel Handlungsbedarf. Vor allem die anstehenden Lockerungen nur für Geimpfte und Genesene hält der CDU-Politiker für ungerecht. "Es geht darum, dass wir Normalität für alle schaffen - für Genesene, Geimpfte und Negativ-Getestete." Dass von negativ getesteten Personen aber ein höheres Infektionsrisiko ausgeht, sieht der Junge-Union-Chef nicht kritisch: "Solch ein Risiko muss man aus meiner Sicht eingehen, denn wir wollen diese Gesellschaft zusammenhalten." Solange noch nicht jeder ein Impfangebot habe, brauche es diesen gemeinsamen Weg.

Für Kuban haben die vergangenen Wochen gezeigt, dass Lockerungen mit Tests durchaus möglich sind: "Was beim Friseurbesuch oder auch bei den Schulen sehr gut klappt, sollten wir eben auch auf private Treffen, Kurzurlaube, Shopping oder Restaurantbesuche ausweiten. Da braucht es einen gemeinsamen Weg für Geimpfte, Genesene und Negativ-Getestete."

Restaurants, Hotels oder Kultureinrichtungen möchte Kuban "so schnell wie möglich" wieder öffnen, der Junge-Union-Chef warnt aber auch vor einem bundesweiten Flickenteppich: "Es darf jetzt keinen Tourismus in die Bundesländer geben, die geöffnet haben. Deswegen plädiere ich dafür, eine möglichst gemeinsame Strategie für alle Bundesländer zu finden."

Quelle: ntv.de, hey

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