Politik

Gretchenfrage nach Benzinpreis Laschet kennt den Diesel-Preis, Söder nicht

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Nun hat auch die Union mit ihrem Kanzlerkandidaten Laschet ihr Wahlprogramm vorgestellt.

(Foto: dpa)

Wie viel kostet der Liter Benzin? Fragen wie diese können bei Spitzenpolitikern schnell Schweiß ausbrechen lassen - sofern sie die Antwort nicht wissen. Denn die Frage soll zeigen, ob sie noch Bodenhaftung haben. Nun kommt sie gleich bei mehreren Politikern auf.

Über viel wurde im Wahlkampf bereits gestritten, auch über den Benzinpreis. Dieser dürfte sich erhöhen, wenn im Rahmen von Klimaschutzmaßnahmen der Preis für CO2-Emissionen steigt. Doch wissen Spitzenpolitiker auch, wie hoch der Benzinpreis derzeit ist? "Ich fahre noch selbst, ich verfolge das immer", sagt Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet bei der Vorstellung des Wahlprogramms der Union in Berlin, als ihm diese Frage gestellt wird. Er könne zwar nicht den genauen Tages-Cent nennen, schließlich schwanke der an vielen Tankstellen, fügt der CDU-Chef an, fährt dann aber fort: "Der Dieselpreis liegt im Moment so bei 1,30 bis 1,33 Euro und der für Super-Benzin entsprechend höher."

Laschet ist offenbar Diesel-Fahrer - denn mit seiner Aussage liegt er ganz gut. Angesichts der innerhalb Deutschlands und im Tagesverlauf schwankenden Preise ist die Nennung eines genauen Wertes kaum möglich. In Düsseldorf, der Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens und damit Laschets Arbeitsplatz, kostete Diesel am frühen Montagnachmittag laut der Seite "clever-tanken.de" durchschnittlich 1,37 Euro, an der billigsten Tankstelle 1,33 Euro. In Berlin wiederum lag der Durchschnitt demnach bei 1,32, der billigste Preis bei 1,28 Euro.

Weiter sagte Laschet, dass er die Schwankungen der Preise "aus Interesse verfolge, wenn ich so durch die Stadt fahre". "Heute haben Sie im Laufe eines Tages oft solche Schwankungen, dass ich das irgendwie spannend finde", so der NRW-Ministerpräsident. Außerdem fahre er, soweit möglich, ab und an noch selbst.

Söder fährt nicht mehr selbst

CSU-Chef Markus Söder, der zusammen mit Laschet das Wahlprogramm vorstellte, nannte zwei weitere Benzinpreise: "Also er liegt ungefähr bei 1,55 für Benzin und 1,25 für Diesel", sagte der bayerische Ministerpräsident, der nach eigenen Angaben "praktisch" gar kein Auto mehr selbst fährt. "Ich hätte es übrigens auch nicht gewusst, mir hat gerade jemand eine SMS dazu geschrieben", fügte Söder an.

Laut "clever-tanken" kostete der Liter Super-Benzin in Bayerns Hauptstadt München am frühen Montagnachmittag im Durchschnitt 1,55, im billigsten Fall 1,50 Euro. In Berlin liegen die Preise bei 1,52 beziehungsweise 1,47 Euro.

Zuvor war Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz in der Sendung "Bild Live" nach dem Benzinpreis gefragt worden. Die Frage soll zeigen, wie gut Politiker das Alltagsleben kennen - ob sie als Beweis dafür tatsächlich taugt, sei einmal dahingestellt. Der Finanzminister konnte die Frage nicht beantworten, sagte stattdessen: "Ich gehe nicht selbst tanken. Ich richte mich nach der Empfehlung, aus Sicherheitsgründen nicht selbst mein Auto zu fahren." Er fügte an, dass er ein ganz ordentliches Einkommen habe. "Deshalb gehöre ich nicht zu den Leuten, die ganz genau bei jedem Preis hingucken." Daher könne er auch nicht viele Preise konkret sagen.

Quelle: ntv.de, mli

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