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Klimagipfel in Paris Macron: "Wir sind dabei zu verlieren"

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron.

(Foto: REUTERS)

Im Sommer kündigt US-Präsident Donald Trump den Ausstieg seines Landes aus dem Klimaabkommen an. Das nimmt der französische Präsident Macron zum Anlass, beim Klimagipfel in Paris unmissverständliche Worte an die Weltgemeinschaft zu richten.

Zwei Jahre nach dem Klimagipfel von Paris hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf einem Nachfolgetreffen ein düsteres Bild vom Kampf gegen die Erderwärmung gezeichnet. "Wir sind dabei, die Schlacht zu verlieren", sagte Macron vor Dutzenden Staats- und Regierungschefs sowie Vertretern der Wirtschaftswelt. Macron hatte sie in die französische Hauptstadt geladen, um dem Einsatz gegen den Klimawandel nach jüngsten Rückschlägen neuen Schwung zu verleihen.

US-Präsident Donald Trump hatte im Sommer den Ausstieg seines Landes aus dem 2015 erzielten Klimaabkommen angekündigt. Er ist in Paris nicht dabei. Das Treffen soll vor allem mehr Geld für den Klimaschutz mobilisieren und den Druck auf jene Konzerne erhöhen, die zu den größten Verursachern von Treibhausgasen gehören. "Wir bewegen uns nicht schnell genug", warnte Macron. "Wir müssen alle handeln."

Anders als vor zwei Jahren werden von dem aktuellen Gipfel allerdings keine verbindlichen Vereinbarungen erwartet. Damals verpflichtete sich die Weltgemeinschaft, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu beschränken. Doch mit dem Regierungswechsel in Washington sind die USA als weltgrößte Volkswirtschaft auf dem Sprung aus den Vereinbarungen. Trump begründet das Vorhaben mit Zweifeln daran, dass der Klimawandel hauptsächlich auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückgeht und damit von Menschen verursacht wird.

USA nur auf Botschaftsebene vertreten

Offiziell sind die USA bei dem Treffen nur auf Botschaftsebene in Paris vertreten. Doch ungeachtet dessen setzen sich Vertreter der Westküsten-Bundestaaten Kalifornien und Washington für mehr Klimaschutz ein. Zusammen mit anderen Pazifik-Anrainern wie Kanada, Mexiko und Costa Rica verständigten sie sich in Paris darauf, mit höheren Preisen für sogenannte Verschmutzungsrechte den Ausstoß von Kohlendioxid zu verringern. Auch Filmstars wie Leonardo DiCaprio und Arnold Schwarzenegger trommeln in der französischen Hauptstadt für mehr Klimaschutz.

Präsident Macron bezeichnete die Ausstiegspläne der Trump-Regierung als Weckruf. "Wenn wir uns nicht bewegen und unsere Art zu produzieren, zu investieren und unser Verhalten nicht ändern, werden wir für Milliarden Opfer verantwortlich sein", warnte der ehemalige Banker bereits im Vorfeld des Gipfels.

Mehr als 200 institutionelle Investoren sagten in Paris zu, ihren Druck auf die weltweit größten Verursacher von Treibhausgasen zu erhöhen. Das sei wirkungsvoller, als sich aus Firmen wie Coal India, Gazprom, Exxon oder China Petroleum & Chemical Corp zurückzuziehen. Auch die Weltbank reagierte und erklärte, ab 2019 nicht länger in die Förderung von Öl und Gas zu investieren. Davon ausgenommen seien lediglich bestimmte Gas-Projekte in den ärmsten Ländern.

Nichtregierungsorganisationen wie Greenpeace lobten die Entscheidung. Unterstützung für den Klimaschutz könnte auch von der EU kommen: Die Kommission prüft derzeit Möglichkeiten, wie sie Investitionen von Banken in erneuerbare Energie fördern kann. Es könnten beispielsweise die Kapitalanforderungen für Institute gesenkt werden, sagte Vizekommissar Valdis Dombrovskis in Paris.     

Quelle: n-tv.de, kpi/rts

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