Politik

Nord- und Ostsee zu gefährlich Merkel beharrt auf Reisesperre zu Ostern

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Die vielen leeren Strandkörbe im ostfriesischen Harlesiel werden wohl leer bleiben.

(Foto: picture alliance / Zoonar)

Die staatlich verordnete Osterpause ist zwar vom Tisch, aber einen Osterurlaub an der Nord- oder Ostsee soll es weiterhin nicht geben. Bundeskanzlerin Merkel schätzt das Risiko zusätzlicher Kontakte als zu hoch an. Aber auch für Mallorca-Urlauber ist ein Verbot in der Prüfung.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Ablehnung von Urlauben etwa in Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen während des exponentiellen Wachstums der Corona-Infektionen bekräftigt. "Ich persönlich glaube, dass schon das Wort des kontaktarmen Urlaubs ein bisschen in die Irre führen könnte", sagte Merkel in der Regierungsbefragung im Bundestag.

Die Bundesländer Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz hatten sich dafür eingesetzt, über Ostern kontaktarmen Urlaub im eigenen Land zu ermöglichen. Sie waren in den Bund-Länder-Verhandlungen am Montag aber mit ihrem Vorschlag gescheitert.

Merkel sagte: "Dass jetzt die Familien, ohne Kontakt mit einer anderen Familie zu haben, ihren ganzen Urlaub verbringen, das erschließt sich mir nicht auf den ersten Blick." Das möge es im Einzelfall geben. "Ansonsten gibt es aber wieder vollkommen neue Konstellationen von Kontakten, nämlich Menschen, die sich bisher nicht kannten, kommen sich sehr nah, und es gibt Mobilität innerhalb eines Bundeslandes." Angesichts des gegenwärtigen exponentiellen Wachstums der Corona-Fälle wäre das "das falsche Signal" gewesen, so Merkel. Bei sinkenden Inzidenzen könne sie sich dies aber gut vorstellen.

Reiseverbot für Mallorca-Trips in der Prüfung

Auch die Öffnung von Außengastronomie sei in Gebieten mit Werten über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nicht ratsam, wenn man den Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts folge. Man müsse die Gesamtheit der Bewegungen etwa zu und auf den Restaurantterrassen im Blick behalten und nicht nur die am Tisch. Bei geringeren Inzidenzen sei aber die Nutzung mit Termin ("Click & Meet") Teil des bestehenden Öffnungskonzeptes.

Zugleich lässt die Bundesregierung prüfen, ob Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland wegen der Corona-Pandemie vorübergehend unterbunden werden können. Hintergrund ist der vorübergehende Buchungsboom für Mallorca nach der Streichung der Lieblingsinsel der Deutschen von der Liste der Corona-Risikogebiete am 14. März und der daraus resultierenden Aufhebung der Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Damit ist der Urlaub auf Mallorca wieder ohne Quarantäne und Testpflicht bei der Rückkehr möglich, was für Ostern einen Buchungsboom auslöste.

Quelle: ntv.de, mau/dpa

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