Politik

Nach Einigung Israels mit VAE Norweger nominiert Trump für Nobelpreis

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Die Annäherung Israels und der Vereinigten Arabischen Emirate war auch ein Erfolg der Trump-Regierung - hier der US-Präsident mit Premier Netanjahu. Die beiden pflegen ein enges Verhältnis.

(Foto: picture alliance / Matty Stern/P)

US-Präsident Trump liebäugelt schon lange mit dem Friedensnobelpreis - seit Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate nach Vermittlung durch das Weiße Haus ihre Beziehungen normalisieren, scheint dies nicht mehr ausgeschlossen. Nun wird er sogar nominiert.

Ein norwegischer Parlamentsabgeordneter hat US-Präsident Donald Trump für den Friedensnobelpreis nominiert. Christian Tybring-Gjedde von der rechtspopulistischen Fortschrittspartei lobte auf seiner Facebook-Seite Trumps Engagement für das Abkommen zwischen den Vereinten Arabischen Emiraten und Israel. "Das Abkommen könnte den Weg freimachen für einen dauerhaften Frieden zwischen vielen arabischen Ländern und Israel", so Tybring-Gjedde.

Er hoffe, dass das Nobelkomitee beurteilen könne, was Trump international erreicht hat, und nicht über die etablierten Vorurteile gegenüber dem Präsidenten der USA stolpere. Für den diesjährigen Friedensnobelpreis, dessen neuer Preisträger immer im Oktober bekanntgeben wird, kommt die Nominierung aber zu spät. Ende Februar hatte das norwegische Nobelkomitee mitgeteilt, dass bis zum Ablauf der Frist 317 Kandidaten nominiert wurden. Trump reagierte auf die Nominierung bei Twitter: "Vielen Dank!"

Auch Fürsprecher im Bundestag

Trumps Sicherheitsberater findet ebenfalls, sein Chef sollte den Friedensnobelpreis für die ausgehandelte Annäherung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten bekommen. "Ich denke, der Präsident wird in die Geschichte als ein großer Friedensstifter eingehen", hatte Trumps Berater für Nationale Sicherheit, Robert O'Brien, bereits Mitte August gesagt. Trump hatte zuvor die Erklärung der beiden Länder und der USA zu der Vereinbarung veröffentlicht. "Die heutige Arbeit ist ein Beispiel dafür, warum er zurecht für den Friedensnobelpreis in Erwägung gezogen werden könnte - und ein Spitzenreiter sein sollte", sagte O'Brien.

In Deutschland zählt die AfD zu seinen Fürsprechern. "Im Nahen Osten stehen die Zeichen auf Frieden. Das ist ein historischer diplomatischer Erfolg für Donald Trump", hatte der menschenrechtspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Jürgen Braun, ebenfalls kurz nach der Einigung erklärt. "Eigentlich sollte Ex-US-Präsident Barack Obama seinen Friedensnobelpreis jetzt an den Amtsinhaber Donald Trump weiterreichen", fügte er hinzu.

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Christian Tybring-Gjedde

Das Abkommen könnte den Weg freimachen für einen dauerhaften Frieden zwischen vielen arabischen Ländern und Israel.

(Foto: dpa)

Kritik an Preis für Obama

Trump selbst hatte bereits im vergangenen Jahr gesagt, er würde den Nobelpreis "für viele Sachen" bekommen - "wenn man sie fair vergeben würde, was nicht der Fall ist". Er selbst stellt auch den angekündigten Truppenabzug aus Afghanistan als Einlösung seines Versprechens dar, diesen Krieg zu beenden. Das ist aber umstritten - manche befürchten, dass in der Folge die Taliban wieder die Macht übernehmen könnten.

Trumps Vorgänger Barack Obama war bereits zu Beginn seiner Amtszeit mit einem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Der Preis war auch damit begründet worden, dass seine Wahl Hoffnung auf eine bessere Zukunft in der Welt ausgelöst habe. Auch habe er die internationale Diplomatie gestärkt und sich für eine atomwaffenfreie Welt eingesetzt. Später wurde aber Kritik an der Preisverleihung laut, weil Obama den Kampf mit Drohnen, etwa in Afghanistan, ausweitete.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa