Politik

Durch russischen Beschuss? Salpetersäure-Lager in der Ostukraine beschädigt

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Die Stadt Rubischne ist von den seit Wochen andauernden Kämpfen gezeichnet.

(Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Die ukrainischen Behörden warnen vor einem russischen Großangriff im Osten des Landes. Kein Ort in Luhansk sei sicher. Nun ist dort offenbar ein Lager mit Salpetersäure unter Beschuss geraten. Der Gouverneur des Gebiets veröffentlicht ein Video mit einer dicken rötlichen Wolke.

Unweit der umkämpften ostukrainischen Stadt Rubischne ist offenbar ein Lager mit Salpetersäure durch Beschuss beschädigt worden. "Wenn Sie in einem Gebäude sind, schließen Sie Türen und Fenster!", warnte deshalb der Gouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajda. Menschen in Bombenschutzkellern sollten diese nicht verlassen.

Gleichzeitig veröffentlichte er ein Video mit einer dicken rötlichen Wolke, die von Salpetersäure stammen soll. Hajdaj sprach von russischem Beschuss. Die prorussischen Separatisten von Luhansk machten dagegen ukrainische Kräfte für den Chemieunfall verantwortlich. Die Berichte waren nicht unabhängig voneinander überprüfbar.

Salpetersäure kann unter anderem gesundheitsschädigende Dämpfe freisetzen. Schon beim kurzzeitigen Einatmen können akut toxische Lungenödeme entstehen. Im benachbarten Lyssytschansk forderte der Chef der militärischen Stadtverwaltung die verbliebenen Bürger zur Flucht auf. "Leider lässt der Beschuss nicht nach", sagte Olexander Sajika in einer Videobotschaft. Es sei überall gefährlich. Das Gebiet Luhansk werde jedoch nicht aufgegeben.

Gouverneur von Luhansk ruft zur Evakuierung auf

Nach dem Russland zugeschriebenen Raketenangriff auf einen Bahnhof im Osten der Ukraine mit Dutzenden Toten untermauern die Behörden ihre Warnung vor einem größer angelegten russischen Angriff in der Region. "Sie ziehen Truppen zusammen für eine Offensive und der Beschuss hat in den vergangenen Tagen zugenommen", sagte Serhij Hajda in einer heutigen TV-Ansprache. Auch er forderte die Zivilbevölkerung erneut dazu auf, die Region zu verlassen. Noch immer hielten sich etwa 30 Prozent der Bewohner in Städten und Dörfern in Luhansk auf, obwohl bereits zur Evakuierung aufgerufen worden sei.

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Neben dem Süden ist die Region nach dem Rückzug russischer Soldaten aus Gebieten bei der Hauptstadt Kiew zum Mittelpunkt russischer Militäraktionen geworden. Bei dem Angriff auf den Bahnhof von Kramatorsk am Freitag wurden nach ukrainischen Angaben mindestens 52 Menschen getötet. Es waren demnach vor allem Frauen, Kinder und Ältere, die auf der Flucht vor der erwarteten russischen Offensive im Osten waren.

Seit über sechs Wochen führt Russland einen Angriffskrieg gegen den Nachbarn Ukraine. Ein Ziel ist die Eroberung der dicht besiedelten Industrieregion Donbass in den Gebieten Donezk und Luhansk. Nach UN-Angaben sind seit Kriegsbeginn mindestens 1700 Zivilisten getötet worden.

Quelle: ntv.de, ysc/dpa/rts

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