Politik

Putin mit Maximalforderungen Selenskyj will Feuerpause für Verhandlungen

276668266.jpg

Eigentlich steht eine weitere Verhandlungsrunde an: Ob es dazu kommt?

(Foto: picture alliance / AA)

Die erste Verhandlungsrunde mit Russland brachte laut ukrainischem Präsident Selenskyj kaum Fortschritte. Er macht ein Ende der Bombardierungen in den Städten zur Bedingung für weitere Gespräche. Ein geplantes nächstes Treffen steht scheinbar ohnehin wegen Putins Forderungen auf der Kippe.

Die Ukraine macht eine Feuerpause zumindest in den Städten zur Bedingung für Verhandlungen mit Russland. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, Russland müsse die Bombardierung ukrainischer Städte einstellen, bevor sinnvolle Gespräche über einen Waffenstillstand beginnen könnten. Die erste Verhandlungsrunde in dieser Woche habe kaum Fortschritte gebracht. Nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Tass soll es an diesem Mittwoch eine zweite Gesprächsrunde geben. "Es ist notwendig, zumindest die Bombardierung von Menschen einzustellen, einfach die Bombardierung zu beenden und sich dann an den Verhandlungstisch zu setzen", sagte Selenskyj.

Einem Sprecher des türkischen Präsidialamts zufolge wird es am Mittwoch aber wohl kein Treffen zwischen ukrainischen und russischen Vertretern geben. Russland stelle "unrealistische" Forderungen, sagt er dem Sender CNN Türk.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat diese unterdessen noch einmal bekräftigt. Die Regierung in Kiew müsse die "Volksrepubliken" Luhansk und Donezk sowie Russlands Souveränität über die Schwarzmeer-Halbinsel Krim anerkennen, teilte der Kreml in Moskau mit. Zudem müsse die Ukraine entmilitarisiert und in einen neutralen Status überführt werden, hieß es in der Mitteilung zu einem Telefonat Putins mit Venezuelas Präsident Nicolás Maduro.

Tag der Freundschafts-Drähte

Es war die ersten Äußerungen dieser Art, nachdem am Montag Vertreter der Ukraine und Russlands in Belarus über eine Beendigung des Krieges verhandelt hatten. Ergebnisse waren nach dem Treffen zunächst nicht mitgeteilt worden.

Wie Putin stand auch der ukrainische Präsident am Dienstag im engen Austausch mit den Staatschefs, die ihn unterstützen. Selenskyj habe Bundeskanzler Olaf Scholz in einem Telefonat über die anhaltenden russischen Angriffe auf die Ukraine informiert, teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin mit. Der Bundeskanzler habe den ukrainischen Präsidenten über den Stand der deutschen Unterstützung und die zahlreichen Solidaritätsbekundungen in Deutschland unterrichtet. Selenskyj habe sich für die deutsche und europäische Solidarität in der schwierigen Lage für sein Land bedankt.

Auch mit US-Präsident Joe Biden sprach Selenskyj etwas mehr als eine halbe Stunde per Telefon, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Selenskyj schrieb auf Twitter, dabei sei es um die amerikanische Führungsrolle bei den Sanktionen gegen Russland und der Militärhilfe für die Ukraine gegangen. Er fügte mit Blick auf Russland hinzu: "Wir müssen den Aggressor so schnell wie möglich stoppen." Selenskyj dankte den USA für ihre Unterstützung.

Selenskyj: Partner sollen Sicherheitsgarantien ausarbeiten

In einem gemeinsamen Interview mit Reuters und CNN in einem schwer bewachten Regierungsgebäude forderte Selenskyj die NATO-Mitglieder auf, eine Flugverbotszone zu verhängen. Damit solle die russische Luftwaffe gestoppt werden. Dies sei eine Präventivmaßnahme und nicht dazu gedacht, das westliche Militärbündnis in einen Krieg mit Russland hineinzuziehen. Der Präsident ging auch auf die Weigerung westlicher Staaten ein, die Ukraine sofort in die NATO aufzunehmen. "Unsere Partner sollten, wenn sie nicht bereit sind, die Ukraine in die NATO aufzunehmen (...) weil Russland nicht will, dass die Ukraine in der NATO ist, gemeinsame Sicherheitsgarantien für die Ukraine ausarbeiten", sagte Selenskyj. Dadurch würde die territoriale Einheit der Ukraine geschützt.

Die US-Regierung hatte sich zuletzt zurückhaltend zur Idee einer Flugverbotszone über der Ukraine gezeigt. Damit könne das US-Militär in einen direkten Konflikt und "potenziell einen Krieg" mit Russland verwickelt werden, hatte Präsidialamts-Sprecherin Jen Psaki erklärt. "Das ist etwas, an dem wir uns nicht beteiligen wollen."

Quelle: ntv.de, mpe/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen