Politik

In Berlin weniger Optimismus Trump: Impfstoff binnen Wochen möglich

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Trump sprach mit ABC-Journalist George Stephanopoulos auf einer Bühne im National Constitution Center in Philadelphia.

(Foto: AP)

In den USA weckt Präsident Trump Hoffnungen, dass ein Impfstoff in Kürze zur Verfügung stehen könnte. In Deutschland sind Spitzenpolitiker nicht ganz so optimistisch. Das Robert-Koch-Institut arbeitet bereits an der Frage, wer als Erstes geimpft würde.

US-Präsident Donald Trump geht von einem wirksamen Coronavirus-Impfstoff in den nächsten drei bis vier Wochen aus. "Wir stehen kurz vor einem Impfstoff", sagte er dem Sender ABC News. "Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen, hätte die vorherige Regierung aufgrund der FDA und aller Zulassungen vielleicht Jahre gebraucht, um einen Impfstoff in den Händen zu halten. Und wir könnten ihn innerhalb von Wochen, drei Wochen, vier Wochen, nun haben." Die Pharmakonzerne Pfizer und Biontech hatten vergangene Woche bekräftigt, bei erfolgreichen Ergebnissen ihrer Phase-3-Studie eines gemeinsamen Impfstoffkandidaten bereits im Oktober die Zulassung zu beantragen.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatten sich am Dienstag zuversichtlich gezeigt, dass in Deutschland im kommenden Jahr ein Corona-Impfstoff zur Verfügung steht. Karliczek sagte allerdings auch: "Wir müssen uns darauf einstellen, dass es erst Mitte nächsten Jahres einen Impfstoff geben wird". Bei der Entwicklung des Serums habe Sicherheit "absolute Priorität".

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Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert-Koch-Institut erwartet, dass es in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das neuartige Coronavirus geben wird. Dies sei angesichts der großen Zahl von Impfstoffkandidaten "wahrscheinlich", sagte die Stiko-Vizevorsitzende Sabine Wicker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dabei könne es sein, dass einzelne Impfstoffe besonders für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie etwa ältere Menschen geeignet seien.

Die Stiko hat den Auftrag, Prioritäten festzulegen für den erwarteten Fall, dass ein Impfstoff zunächst nur in begrenzter Menge zur Verfügung steht. Dafür müsse geprüft werden, bei welchen Bevölkerungsgruppen das höchste Infektionsrisiko bestehe und "wer am meisten von einer Impfung profitieren würde", sagte Wicker. Eine solche Nutzen-Risiko-Analyse sei ein zentrales Element der standardisierten Vorgehensweise der Stiko.

Im Fall des Coronavirus gehörten zu den besonders schutzbedürftigen Gruppen unter anderem das medizinische Personal sowie die chronisch Kranken und die Älteren, erläuterte die Medizinerin. Die Stiko habe bereits im Frühjahr eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um Impfempfehlungen in der Corona-Pandemie zu erarbeiten. Damit könne die Kommission nicht warten, bis ein konkreter Impfstoff zugelassen sei. Sie müsse vielmehr bereits vorher "einen Rahmen für Empfehlungen" festlegen.

Quelle: ntv.de, vpe/rts/AFP