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Trump-Hetzer Alex Jones US-Verschwörungstheoretiker meldet Insolvenz an

Alex Jones wurde über seine Verschwörungstheorien zu Sandy Hook in drei Verfahren zu Schadensersatz verurteilt.

Alex Jones wurde über seine Verschwörungstheorien zu Sandy Hook in drei Verfahren zu Schadensersatz verurteilt.

(Foto: picture alliance / zz/STRF/STAR MAX/IPx)

Rechtspopulist Alex Jones hetzt über seine Seite "Infowars" gegen Einwanderer, Muslime und Transgender. Sogar den Amoklauf an der Grundschule Sandy Hook nutzt er für seine Verschwörungstheorien. Dafür wurde der Trump-Unterstützer kürzlich zu Schadensersatz verurteilt. Nun folgt die Pleite-Meldung.

Die Website "Infowars" des rechten Verschwörungstheoretikers Alex Jones hat bei einem US-Gericht Konkurs beantragt. Wegen mehrerer Verleumdungsklagen gegen das Unternehmen sei ein Insolvenzverfahren nach Kapitel 11 beantragt worden, wie es aus den am Sonntag (Ortszeit) in Texas veröffentlichten Unterlagen heißt. Das Verfahren nach Kapitel 11 setzt alle zivilrechtlichen Streitigkeiten aus und ermöglicht es Unternehmen, Sanierungspläne bei laufendem Betrieb auszuarbeiten.

Der rechtspopulistische Radiomoderator Jones ist ein lautstarker Unterstützer des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Er war vom Ausschuss des Repräsentantenhauses vorgeladen worden, der den Angriff von Trump-Anhängern auf das US-Kapitol im Januar 2021 untersucht. Auf der von ihm betriebenen "Infowars"-Seite behauptete er unter anderem, dass die US-Regierung in die Anschläge vom 11. September 2001 verwickelt war. Jones ist der Überzeugung, dass sich die weltweite Elite gegen die USA verschworen hat, damit sie das Land zerstören können.

2018 hatten die Internetkonzerne Apple, Facebook, Spotify und Youtube die Konten des Verschwörungstheoretikers gesperrt. Der rechtsgerichtete Internetseiten-Betreiber habe gegen die Richtlinien des Online-Netzwerks zu Hassreden verstoßen, hieß es damals von Facebook. Jones habe auf seinen Seiten "Gewalt verherrlicht" und in einer "menschenverachtenden Sprache" über Transgender, Muslime und Einwanderer gesprochen. Twitter sperrte sein Konto sogar dauerhaft. Das Unternehmen begründete den Schritt mit wiederholten Verstößen gegen die Unternehmensrichtlinien. Mitte 2018 etwa hatte der Rechtspopulist ein Video verlinkt und Unterstützer dazu aufgerufen, ihre "Kampfgewehre" unter anderem gegen Medien bereitzuhalten. Jones hatte etwa 890.000 Follower bei Twitter.

Verschwörungstheorien über Schulmassaker verbreitet

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Der 48-jährige Texaner wurde im vergangenen Jahr in drei Verfahren zu Schadenersatz verurteilt, nachdem er fälschlich behauptet hatte, das Schulmassaker von Sandy Hook im Jahr 2012 sei ein Scherz gewesen. Er behauptete, die Schießerei, bei der 20 Kinder und sechs Schulangestellte in der Schule in Newtown im US-Bundesstaat Connecticut ums Leben kamen, sei von den Befürwortern strengerer Waffengesetze und den etablierten Medien erfunden worden.

Die Familien von Sandy Hook lehnten Ende März Jones' Angebot zur Beilegung ihrer Verleumdungsklage ab. Jones hatte angeboten, jedem der 13 Kläger 120.000 Dollar zu zahlen. Gerichtsunterlagen zufolge gab InfoWars ein geschätztes Vermögen mit 0 bis 50.000 Dollar an - bei geschätzten Verbindlichkeiten von 1 bis 10 Millionen Dollar.

Quelle: ntv.de, ysc/rts/AFP

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