Politik

Neue Fälle des Havanna-Syndroms? USA untersuchen kranke Diplomaten in Wien

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Touristen fahren 2017 in einem Oldtimer vor einer US-Flagge und der US-Botschaft in Havanna vorbei.

(Foto: picture alliance / Ramon Espinosa/AP/dpa)

2016 klagen US-Diplomaten in der kubanischen Hauptstadt Havanna über rätselhafte Kopfschmerzen, Hörverlust, Schwindel und Übelkeit. Die Ursache ist auch fünf Jahre später unklar. Stattdessen breiten sich die mysteriösen Vorfälle aus. Nun sind Vertreter der US-Regierung in Österreich betroffen.

Die USA untersuchen Berichte über mysteriöse gesundheitliche Beschwerden von US-Diplomaten in Wien. "Was Wien betrifft, so gehen wir in Abstimmung mit unseren behördenübergreifenden Partnern Berichten über mögliche unerklärliche Gesundheitsvorfälle in der dortigen Gemeinschaft der US-Botschaft energisch nach", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price. Das gelte selbstverständliche auch für andere Orte, an denen diese Beschwerden auftreten würden.

Die Zeitschrift "The New Yorker" hatte zuletzt berichtet, dass etwa zwei Dutzend US-Geheimdienstmitarbeiter, Diplomaten und andere Regierungsbeamte in Wien mysteriöse Beschwerden geschildert hätten. Diese würden den Beschwerden des sogenannten Havanna-Syndroms ähneln. Dutzende in der kubanischen Hauptstadt Havanna lebende Diplomaten und ihre Angehörige hatten ab 2016 über rätselhafte Kopfschmerzen, Hörverlust, Schwindel und Übelkeit geklagt. Auch an anderen Orten der Welt wurden ähnliche Beschwerden gemeldet.

Die genaue Ursache ist bis heute unklar. Man wisse nicht, ob es sich bei diesen Vorfällen um eine Art Angriff handele oder ob etwas anderes dahinterstecke, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, angesprochen auf den Bericht.

"Gezielte, gepulste Radiofrequenzenergie"

Im Jahr 2019 hatten erste Forscher gemutmaßt, dass die Beschwerden auf Pestizide zurückgehen könnten. Die Nationale Akademie der Wissenschaften der USA kam Ende 2020 zu dem Schluss, dass höchstwahrscheinlich "gezielte, gepulste Radiofrequenzenergie" das Havanna-Syndrom auslöst - eine elektromagnetische Strahlung. Dabei handelt es sich um die sogenannte Mikrowellen-Theorie. Zur Frage, ob das absichtlich passiert und jemand diese Strahlung als Waffe gegen Mitarbeiter der US-Regierung einsetzt, dazu schweigt das Gremium in seinem Bericht allerdings.

Hinter vorgehaltener Hand machen hochrangige Beamte des früheren US-Präsidenten Donald Trumps, aber auch seines Nachfolgers Joe Biden laut eines weiteren Berichts des "New Yorkers" Russland für das Havanna-Syndrom verantwortlich. Es ist bekannt, dass in der früheren Sowjetunion mit Mikrowellenwaffen experimentiert wurde. Einen klaren Beweis haben die amerikanischen Sicherheitsbehörden auch vier Jahre nach den ersten Fällen jedoch nicht.

Quelle: ntv.de, chr/dpa

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