Politik

Bouffier zur Lage der Union "Zweitplatzierte können Regierung bilden"

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Für Hessens Ministerpräsident Bouffier ist auch bei einem Wahlsieg der Sozialdemokraten noch nichts verloren.

(Foto: imago images/Future Image)

Kurz vor der Bundestagswahl liegt die Union in Umfragen hinter der SPD. Doch auch als zweitplatzierte Partei könne man eine Regierung anführen, findet zumindest CDU-Vize Bouffier. Die Diskussion, ob nur der Erstplatzierte die "moralische Legitimation" für die Kanzlerschaft hat, findet er albern.

CDU-Vize Volker Bouffier hält es für durchaus denkbar, dass die Union nach der Bundestagswahl eine Regierung unter ihrer Führung auslotet, auch wenn die SPD stärkste Kraft wird. "Selbstverständlich können auch zweitplatzierte Parteien versuchen, eine Regierung zu bilden", sagte er der "Welt". "Ich finde es albern, dass nun darüber diskutiert wird, ob nur der Erstplatzierte die moralische Legitimation hat, den Kanzler zu stellen."

Es komme nur darauf an, wer die meisten hinter sich bringe, sagte der hessische Ministerpräsident weiter. Er erwarte, dass es nach dem Wahltag "längere Zeit ziemlich unübersichtlich" sein werde. "Man wird sondieren müssen, wer mit wem eine stabile Regierung bilden kann. In so einer Situation werden sich die Stärken Armin Laschets als Politiker, der zusammenführen kann, erst richtig zeigen", sagte Bouffier über den Unions-Kanzlerkandidaten und CDU-Chef.

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CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hatte sich im "Spiegel" zur Frage der Regierungsbildung anders geäußert. "Der Regierungsauftrag geht an die stärkste Fraktion im Bundestag", sagte er dem Magazin. "Für eine Regierung unter Führung einer zweitplatzierten Union fehlt mir gerade die Fantasie."

Umfragen sehen die Union derzeit hinter der SPD. Möglich wäre aber auch, dass CDU und CSU als Wahlverlierer eine Regierung mit Grünen und FDP bilden. "Der Maßstab für uns kann nur sein, als Erster durchs Ziel zu gehen", betonte Dobrindt. "Wir können nicht zufrieden sein, wenn wir unter 30 Prozent landen." Aktuell müsse man wohl bereit sein, "auch ein schwächeres Ergebnis zu akzeptieren".

Quelle: ntv.de, mdi/dpa/AFP

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